Schwimmen
Mit Schule und Sport zufrieden

German Helgert (links), der Trainer des Tirschenreuther Schwimm-Clubs, ist stolz auf seinen Musterschüler Tim Schmalzreich. Der 22-Jährige hat das erste Studienjahr in den USA mit Bravour über die Bühne gebracht. Bild: Gebert
Sport
Tirschenreuth
18.08.2016
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German Helgert (links), der Trainer des Tirschenreuther Schwimm-Clubs, ist stolz auf seinen Musterschüler Tim Schmalzreich. Der 22-Jährige hat das erste Studienjahr in den USA mit Bravour über die Bühne gebracht. Bild: Gebert

Die erste Etappe hat Tim Schmalzreich hinter sich, zwei liegen noch vor ihm: Am 19. August bricht der 22-jährige Student nach Ende der Semesterferien wieder in die USA auf. Auf das erste Jahr in St. Louis blickt das Aushängeschild des Tirschenreuther Schwimm-Clubs zufrieden zurück - schulisch und sportlich.

Von Rudi Gebert

Im August 2015 hatte Tim Schmalzreich den "Sprung über den großen Teich" gewagt, in der Tasche ein Stipendium für vier Jahre. "Das ist eine Herausforderung, ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Sprache", hatte er damals vor dem Abflug in eine für ihn bis dahin völlig unbekannte Welt gesagt. Nach den ersten neun Monaten in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri kann der 22-jährige Student für Sportmanagement ohne Einschränkung sagen, dass er "die Umstellung gepackt" hat.

Die Leistungen passen


Auch die Leistungen passen, freut sich Schmalzreich, "im Schwimmen und auf der Universität". Dabei profitierte der Tirschenreuther auch davon, dass in Amerika Studium und Sport besser unter einen Hut zu bringen seien. "In Deutschland ist das schwieriger zu kombinieren. In Amerika ist der Stellenwert des Sports höher, das Nonplusultra. Da trägst du das Image der Universität."

Das Sprichwort "Ohne Fleiß kein Preis" ist für Schmalzreich der ständige Wegbegleiter, sein Tagesablauf genau geplant. "Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker", erzählt der 22-Jährige. Nach einem kurzen Frühstück geht es etwa 15 Minuten mit der Metro zum Athletic Department. Um 5.30 oder 6 Uhr stehen dann zwei Stunden Training - Schwimmen oder Kraft - auf dem Programm.

Die Ausbildung an der Uni beginnt nicht vor 9.30 Uhr. "Der sportliche Berater passt die Vorlesungszeiten an die Trainingszeiten an", unterstreicht Schmalzreich noch einmal den sportlichen Stellenwert. Nach der Mittagspause heißt es wieder Training, von 14 bis 16.30 Uhr - diesmal nur Schwimmen. "Das schlaucht schon! Anfangs ist es mir vorgekommen wie ein lang gezogenes Trainingslager. Dass neben diesem Programm auch College-Wettkämpfe anstehen, versteht sich ebenso von selbst wie das Büffeln für die Uni.

Am 15. Mai trat Schmalzreich die Semesterferien in der Heimat an. Seitdem war er wieder für den Tirschenreuther Schwimm-Club im Wasser. "Die Umstellung hat zwei, drei Wochen gedauert, schon alleine wegen der Länge der Bahn", sagt sein Heimtrainer German Helgert. In Amerika werde auf der 25-Yard-Bahn, etwa 23 Meter, geschwommen, in Deutschland auf der Kurz- (25 Meter) oder Langbahn (50 Meter). Deshalb seien die Zeiten nur bedingt zu vergleichen, wobei aber Helgert die in Amerika erzielten Zeiten "höher" einschätzt.

Acht Starts, acht Siege


Dass Schmalzreich seine Form gehalten beziehungsweise sogar verbessert hat, unterstrich er Anfang Juli bei den Bezirksmeisterschaften in Neumarkt. Acht Titel bei acht Starts lautete seine makellose Bilanz, wobei er im 50-m-Schmetterlingssprint mit 26,73 Sekunden sogar eine persönliche Bestmarke erzielte. "Tim ist der aktuell beste Schwimmer mit Startrecht für einen Oberpfälzer Verein", lobt Helgert seinen langjährigen Schützling. Der Altenstädter Philipp Wolf, der bei den Olympischen Spielen in Rio in der deutschen 4x100m- Freistilstaffel im Einsatz war, startet für die SG Stadtwerke München.

Am 19. August fliegt Schmalzreich wieder in die USA, mit dem Wissen, dass das zweite Jahr an der Uni härter wird. "Das erste Jahr war ein bisschen einfacher, denn im ersten Semester hatten wir keine Wirtschaftsfächer." Neu ist für ihn die Uni. Er hat innerhalb von St. Louis gewechselt, mit einem positiven Effekt: "Die neue Uni rechnet die Vorleistungen aus Deutschland an, deshalb verkürzt sich das Studium von vier auf drei Jahre." Bei der Verkürzung haben aber auch seine bisherigen Leistungen - schulisch und sportlich - in St. Louis geholfen.

Diesmal ist der Aufenthalt in Übersee nicht so lang. Über Weihnachten kommt Schmalzreich für drei Wochen nach Hause - und das hat einen wichtigen Grund. Er will sich bei einem großen Wettkampf in Dresden für die deutschen Meisterschaften im Juli 2017 qualifizieren. Helgert traut ihm das hundertprozentig zu: "Tim hat einen unheimlich großen Willen und ist in der Lage, die Kombination Leistungssport und Universität problemlos auf die Reihe zu bringen."

In Deutschland ist das schwieriger zu kombinieren. In Amerika ist der Stellenwert des Sports höher, das Nonplusultra. Da trägst du das Image der Universität.Schwimmer Tim Schmalzreich
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