Schwimmen
Vegleich mit Deutschlands Besten

Sport
Tirschenreuth
03.05.2016
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Das Ziel war langfristig geplant, die Vorbereitung akribisch abgestimmt, die Motivation langfristig gesichert: Erstmals qualifizierte sich der Tirschenreuther Schwimm-Club (TSC) mit zwei Staffelteams für eine Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften.

Wenn von Donnerstag bis Sonntag Deutschlands beste Schwimmerinnen und Schwimmer um Marco Koch, Paul Biedermann oder Alexandra Wenk im Berliner Europa-Sportpark ihre Meister ermitteln und die erste Hürde auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Rio nehmen, ist auch ein zehnköpfiges Aufgebot der Schwimmgemeinschaft (SG) Nordoberpfalz dabei, ausschließlich bestehend aus TSC-Akteuren.

Die Qualifikationsbedingungen waren von Anfang an klar: Nur Deutschlands Top 100 sind bei einer nationalen Meisterschaft startberechtigt. Klar war auch: Mit Tim Schmalzreich fehlt den Herren studiumbedingt ihr wichtigster Leistungsträger. Aber: Mit den beiden früheren Waldsassnerinnen Viktoria Bogner und Carina Bönisch hatte das Damenteam des TSC zu Saisonbeginn eine qualitative Aufwertung erfahren.

Nicht klar war am Anfang der Planungen im August, dass der TSC während der gesamten Hallensaison ohne eigenes Trainingsbad so dastehen würde. Jetzt erst recht hieß es daher zu Saisonstart im September. Das Ziel war die Qualifikation in der Königsdiziplin, den Freistilstaffeln über 4 x 200 m. Auf dieses Ziel wurde die gesamte Planung abgestimmt, und ausnahmslos alle im Team zogen trotz zum Teil ungünstiger Trainingszeiten und -bedingungen mit.

Zehn Aktive im Team


Bei den bayerischen Meisterschaften Anfang April in Bayreuth war es dann geschafft: Mit 9:04,94 qualifizierte sich das Herrenquartett auf Rang 63 der DSV-Bestenliste ebenso sicher wie die Damen, die mit 9:59,22 auf Platz 72 liegen. So tritt die TSC-Delegation am Mittwoch die Reise indie Bundeshauptstadt mit vier jungen Männern und sechs Damen an. Die Aufstellung bei den Herren steht, allein an der Reihenfolge können TSC-Trainer German Helgert und sein Co. Michael Habedank noch unter taktischen Aspekten feilen.

Routinier Sammüller


Mit dem 20-jährigen Florian Sammüller verfügt die Mannschaft über einen Mittel- und Langstrecken-Routinier, der in den letzten beiden Jahren den besonderen Flair deutscher Meisterschaften in den Einzelrennen über 800 m Freistil bereits kennenlernen durfte. Brustschwimmspezialist Lukas Bachmeier (18) ist in dieser Saison zu einem wichtigen Sprachrohr zwischen Trainer und Mannschaft herangereift, der sich mittlerweile auch auf den Kraul- und Rückenstrecken daheim fühlt. Die beiden Jüngsten, der 15- jährige Patrick Walter und der ein Jahr jüngere Kilian Züllich, nutzten die Gunst der Stunde und konnten sich mit Trainingsfleiß und Einsatzbereitschaft für die Staffelformation empfehlen.

Bei den Damen haben die TSC-Verantwortlichen eine breitere Auswahlmöglichkeit. Die derzeitige Nummer eins im Team ist zweifelsohne die 14-jährige Kathrin Bachmeier. Als gesetzt gelten dürften auch Viktoria Bogner (14) und Carina Bönisch (16). Beide haben eine hervorragende Grundausbildung unter Thomas Mickisch und Wolfgang Achatz beim TV Waldsassen erfahren und konnten sich seit ihrem Wechsel zum TSC weiter entwickeln. Für den vierten Platz in der Startformation stehen mit Julia Walter (17), Lena Rath (14) und Melissa Zölch (16) drei annähernd gleich starke Schwimmerinnen zur Verfügung.

"Die Entscheidung fällt wohl erst nach dem Abschlusstraining am Mittwoch Abend vor Ort, vielleicht auch erst nach dem Einschwimmen am Donnerstag morgen", lässt sich der erfahrene TSC-Coach German Helgert alle Optionen offen, der für Berlin auch eine klare Zielformulierung vorgibt: "Dabeisein ist zunächst mal alles. Wenn es uns an der Spree auch noch gelingen sollte, unsere Zeiten von Bayreuth zu verbessern, wäre ich mehr als zufrieden."

Tägliches Training


Neben erfolgshungrigen und konstant motivierten Aktiven sind für einen derartigen Erfolg auch eine Reihe von Mitarbeitern im Übungsleiterstab notwendig. Neben German Helgert als verantwortlichem Trainer und seinem Co. Michael Habedank hatten vor allem Svenja Prandl im Kraftraum sowie Kerstin Bogner und Stefan Bachmeier ihren Anteil an der Durchführung der wöchentlich bis zu sieben Trainingseinheiten zu Wasser und zu Land. Diese wurden noch ergänzt durch Intensivierungsmaßnahmen während der Schulferien.
Dabeisein ist zunächst mal alles. Wenn es uns an der Spree auch noch gelingen sollte, unsere Zeiten von Bayreuth zu verbessern, wäre ich mehr als zufrieden.TSC-Trainer German Helgert
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