60. ökumenisches Frauenfrühstück
Zeit nehmen für das Zeitproblem

Beim 60. ökumenischen Frauenfrühstück haben diesmal 126 Teilnehmerinnen mit viel Freude das umfangreiche Programm und das leckere Frühstück genossen. Bild: ubb
Vermischtes
Tirschenreuth
13.06.2016
44
0

Ohne Pomp und Ehrengäste feierte die ökumenische Frauengruppe am Samstag die 60. Ausgabe ihres Frauenfrühstücks. Großes Lob gab es dennoch, gilt die Veranstaltung doch als der berühmteste Frühstückstreff der Region.

86 400 Euro auf dem Konto und die Vorgabe, dieses Geld täglich sofort wieder auszugeben, da es am Abend verschwindet: Toller Gedanke! Die Köpfe rauchten wie beim Orakel von Delphi, als Elisabeth Knoblauch als Gastgeberin beim Frauenfrühstück im Stiftland-Gymnasium 126 Teilnehmerinnen aufforderte, darüber nachzudenken. Natürlich handelte es sich dabei um eine Metapher.

Elisabeth Knoblauch löste das Rätsel: Ihr ginge es in Wirklichkeit um die 86 400 Sekunden, die jedem Menschen täglich zur Verfügung stünden. Nur bunkern oder auf ein Konto legen kann man diese Sekunden leider nicht - und das ist zum leidlichen Zeitproblem geworden, welches in unserer schnelllebigen Zeit jeden gleichermaßen trifft.

Damit stand das Thema des Vormittags fest. Rund um den Titel "Meine Zeit steht in deinen Händen" hatte die ökumenische Frauengruppe für ihre diesmal 60. Ausgabe wieder ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet. Ein wenig traurig erzählte Elisabeth Knoblauch den Gästen, dass sie genau dieses Thema diesmal sehr persönlich treffe. Ein Berg an Arbeit stehe ihr bevor und raube ihr die Zeit, da ihr Mann Pfarrer Ralph Knoblauch im September in den Ruhestand geht und das Ehepaar deshalb nach Weiden zieht. Ein Sonderapplaus für die Pfarrersfrau und ihr langjähriges Engagement fürs Frauenfrühstück blieb nach dieser Erzählung natürlich nicht aus.

Nach Liedbeiträgen von Elena Franz und Sandra Haber erfuhren die Gäste mittels eines witzigen Sketches von Johanna Zettl, dass der Mensch dazu neige, auch in der Freizeit seine Zeit sinnlos zu verschwenden. Nahezu jede Teilnehmerin konnte sich an die eigene Nase fassen, als im Urlaubskoffer Dinge wie Laptop, Handy, Faxgerät oder das Staubtuch eingepackt werden mussten. Und vor dem Urlaub die Wohnung daheim blitzblank putzen? Ein unbedingtes Muss jeder guten deutschen Hausfrau - aber ganz ehrlich - völlig sinnlose Zeitverschwendung.

Wichtiges von Unwichtigem trennen war der Vorschlag der Referentin Maria Rehaber-Graf. Abwechslungsreich sprach die Störnsteinerin darüber, wie es sich am besten umgehen lässt, mit der uns ständig davonrennenden Zeit. Dabei wurde selbst die Langeweile Mittel zum Zweck. "Wann hatten Sie das letzte Mal Langeweile?", fragte Rehaber-Graf und erzählte, dass sie persönlich diesen Zustand nur beim Rückblick an ihre Kindheit kenne. Täglich stünde jedem ein Berg an Aufgaben vor Augen, die kaum mehr zu bewältigen seien. Dennoch sei man der Ansicht, alles sei unbedingt erforderlich.

Als "Zeiträuber" bezeichnete die Referentin unter anderem das Handy. "Am Studienplatz meines Sohnes gibt es inzwischen Lernräume, die nur ohne Handy betreten werden dürfen, damit die Studenten nicht ständig abgelenkt werden", erzählte sie weiter.Große Steine, Kiesel und Sand: Diese drei Naturmaterialien dienten der Störnsteinerin wenig später als Anschauungsmaterial zum Knacken des Zeitproblems. Maria Rehaber-Graf, die im Johannisthal arbeitet, riet den Anwesenden, bei der Zeiteinteilung Prioritäten zu schaffen. Nur könne man Kleinkram loswerden und sich den individuell wichtigen Aufgaben intensiv widmen.

Der innere Ruhepol sei sowieso niemals in der Hetze des Alltags zu finden. Und nur Gott sei es gegeben, "die Zeit zu halten", schlug Rehaber-Graf den Bogen zum Glauben und schloss ihr Referat mit einer Wiederholung des gemeinsam gesungenen Liedes "Meine Zeit steht in deinen Händen". Mit einem Blumengeschenk und viel Applaus wurden die Akteure des 60. Frauenfrühstücks von den Teilnehmerinnen herzlich belohnt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.