Abiturfeier am Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth
Laufsteg in die Freiheit

Am Ende der Feier verabschiedeten sich die Abiturienten mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Goodbye". Bild: ubb
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Tirschenreuth
26.06.2016
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Schulleiter Georg Hecht zeichnete die neun besten Abiturienten aus. Im Bild vorne von links Eva Kormann (1,0), Ramona Scharnagl (1,2), Theresa Lang (1,3), Tabea Schornbaum (1,3), Isabella Haß (1,3) und Jasmin Blei (1,3). In der hinteren Reihe von links Oberstufenkoordinator Matthias Weiser, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, Benedikt Wittmann (1,2), Dominik Boll (1,0), Felix Schraml (1,1) und Schulleiter Georg Hecht. Bild: ubb

Schulleiter Oberstudiendirektor Georg Hecht fand es voller Stolz geradezu "unglaublich": Beinahe ein Drittel der 117 Abiturienten des Stiftland-Gymnasiums Tirschenreuth hat eine Eins im Zeugnis.

Schon wieder hat die Kreisstadt einer Großveranstaltung "Konkurrenz" gemacht. Diesmal war es die Abiturfeier, wobei man durchaus Vergleiche zum zeitgleich stattfindenden Münchener Filmfestival ziehen darf. Zuerst schritten die Gäste der Abiturfeier vom Parkplatz zum Gymnasium über den "Walk of fame": Die Abiturienten hatten sich auf dem Gehweg im Sternenglanz verewigt. Freilich nur mit Kreide, so dass die Pracht vergänglich ist. Dafür gab es bei der Feier ein weiteres Indiz dafür, dass an diesem Freitag nur angehende "Stars" verabschiedet wurden: Alle 117 Absolventen liefen bei der Zeugnisüberreichung über einen extra aufgebauten Laufsteg.

Hübsch herausgeputzt in Sommerkleidern die Mädchen, in Anzug und weißem Hemd die Jungs: So machten die jungen Leute eine gute Figur. Aber das nicht nur äußerlich. Voller Stolz verkündete Schulleiter Georg Hecht, dass diesmal sage und schreibe 27 Prozent eine Eins vor dem Komma haben. Ebenfalls erwähnenswert: Wieder waren es die Mädchen (64), die mit Fleiß und Klugheit einen um 0,25 Prozent besseren Durchschnitt erzielten als die Jungs (53).

Start in Containerdorf


Stolz auf diese Leistungen konnte auch Wolfgang Minssen sein. Der ehemalige Leiter des Gymnasiums freute sich als Gast, dass am Freitag jene Schüler verabschiedet wurden, die er vor acht Jahren aufgrund der Schulsanierung als Fünftklässler im Containerdorf begrüßen musste. Die damaligen Kinder haben diese zusätzliche Hürde bestens überstanden. Was die 117 Schüler weiter erlebt haben in diesen Jahren, erfuhren die Gäste von Grußwortrednern, den Abiturienten selbst und durch den Schulleiter.

"Wichtig ist zu wissen, was Sie wollen", riet stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler und gratulierte im Namen des Landkreises. Er bat schmunzelnd um Verzeihung, dass er jetzt Ratschläge geben müsse. Das Leben sei nun einmal wie eine Bergbesteigung. "Und wir Erwachsene haben manchmal mehr Weitblick!" Scheidler wünschte den Absolventen, dass alle den richtigen Beruf finden und mit Beharrlichkeit weiterverfolgen für eine erfüllte Zukunft. Annika Scharnagl, Ann-Sophie Schärl und Nico Kosalla zogen für die Abiturienten Bilanz. Beim Blick hinter die Kulissen war viel von den angenehmen Dingen des Schulalltags zu hören.

Georg Hechts Aufgabe war es dann, den Ernst des Schulalltags zu betonen. Er wagte den Versuch, mit Platons Höhlengleichnis die Erfordernisse für Bildung und die damit verbundenen Zwänge zum Erreichen von Bildung darzustellen. Hecht klärte die Abiturienten auch darüber auf, dass das neue Studium den "Fesseln" der rigiden Studienordnung unterworfen sei. Sein Rat, bevor er gratulierte: "Suchen Sie so gut es geht dennoch die Freiheiten, die zu einer umfassenden Bildung nötig sind und besuchen Sie so viele fachfremde Vorlesungen als möglich." Danach ging es zur Zeugnisüberreichung, bei der Dr. Alfred Scheidler und Oberstufenkoordinator Matthias Weiser behilflich waren.

Besuchen Sie so viele fachfremde Vorlesungen als möglich.Schulleiter Georg Hecht


Wichtig ist zu wissen, was Sie wollen.Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler
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