Ahnenforscher besuchten Tuchfabrik Mehler
Wolle aus Australien

Interessante Einblicke in die Tuchherstellung gab Seniorchef Alfred Mehler den Mitgliedern der Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz.
Vermischtes
Tirschenreuth
26.10.2016
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Die Gesellschaft für Familienforschung in der Oberpfalz (GFO) war eingeladen von Alfred Mehler, einen der wichtigsten Erwerbszweige der Tirschenreuther Vorfahren zu erkunden: die Tuchmacherei. Die Betriebsbesichtigung fand großes Interesse, gilt Mehler doch als älteste Tuchfabrik Deutschlands. Die Firma Mehler stellt Loden- und Uniformstoffe, aber auch Öko- und Dekotextilien her.

Seniorchef Alfred Mehler führte durch alle Bereiche, angefangen von der Spinnerei, über die Weberei, die Walkerei und die Färberei. Früher waren dies einzelne Berufe. Mittlerweile wurde die Streichgarnspinnerei der Firma nach Forst in die Lausitz ausgelagert. Heute kommt die benötigte Schafwolle nicht mehr aus dem Umkreis Tirschenreuths, sondern wird aus Australien oder Südamerika angeliefert. Die Firma Mehler kann auf eine lange Tuchmachertradition zurückblicken. Bereits 1644 wurde die Firma gegründet und heute von der 10. Generation, Paulus und Ludwig Mehler, geführt. Im Laufe der Jahrhunderte lebten viele Tirschenreuther vom Tuchmacherhandwerk, um 1850 heißt es sogar, dass mehr als die Hälfte der Einwohner als Tuchmacher arbeiteten. Auch Johann Wolfgang von Goethe sprach von Tirschenreuth als "Tuchmacherstädtchen" bei seinem Besuch 1786.

Mit einem Geschenk bedankte sich die GFO-Vorsitzende Monika Beer-Helm bei Alfred Mehler für die interessanten Einblicke in die vielfältigen Prozesse der Tuchherstellung.
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