Auf den Spuren der Bakterien

Im Bild die Referenten des 4. Patientenforums, das am Samstag im großen Sitzungssaal des Landratsamtes stattfand. Mit dabei waren (von links) Karsten Lemberger, OP-Schwester Carolin Fröhler, OP-Pfleger Wolfgang Wach, OP-Schwester Justyna Janacz, Carolin Schmidt, Professor Dr. Rudolf Ascherl, Sabine Fischer und Rudolf Ascherl junior. Bild: jr
Vermischtes
Tirschenreuth
04.08.2016
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Sie sind in der großen Überzahl und schon viel länger auf der Erde, als überhaupt ein Lebewesen: Bakterien. Doch die Mikroben sind nicht immer nur Feinde.

Bakterien helfen bei der Verdauung, Hautpflege, Produktion von Vitaminen, Herstellung von Lebensmitteln oder der Entwicklung neuer Medikamente. "Kurzum, Bakterien sind auch unsere Freunde", betonte Professor Dr. Rudolf Ascherl beim 4. Patientenforum am Samstag im großen Sitzungssaal des Landratsamtes. Zu den hochwertigen Vorträgen hatten sich allerdings nur etwa 30 Besucher eingefunden.

Vorbeugung durch Impfung


Beim Patientenforum des Krankenhauses wurden viele Facetten aus der Welt der Kleinstlebewesen interessant, spannend und vor allem verständlich dargestellt. "Ein Prozent der Erreger kann für Menschen gefährlich werden", erklärte Professor Dr. Rudolf Ascherl. "Vorbeugung durch Impfung" wurde durch Rudi Ascherl jun. von der Kinderklinik der Universität Leipzig erläutert und auch unmissverständlich empfohlen, gerade wenn es darum geht, in Anbetracht von Globalisierung und Migration einen besonderen Schutz für die Gesellschaft zu erzeugen. Hygiene und einfache Maßnahmen auch im normalen Alltag konnten Sabine Fischer und Carolin Schmidt, beide sind Hygienefachkräfte am Krankenhaus, dem Publikum näher bringen und kritisch beleuchten. Beide sind auch auf die nicht immer einfache Situation von Kliniken und Patienten eingegangen. Schlagwort: Resistenzen und Killerkeime und wie bewährte Hygieneprinzipien helfen, im Krankenhausbetrieb mit einem Höchstmaß an Reinlichkeit sicher und konsequent zu pflegen und behandeln. Was der Patient dazu beitragen kann, hat Karsten Lemberger anschaulich vermittelt. Vor einer Operation können kritische Prüfung des Hautmantels und auch der Zähne, der Nägel an Zehen und Händen sowie die Kontrolle chronischer Wunden wesentlich dazu beitragen, Infektionen zu verhüten! Lemberger sprach aus ganz berufenem Munde, er ist nämlich stark engagiert in der Patientenschule "mobile" der Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik, in der Patienten auf ihre Operation vorbereitet werden. Werde schließlich operiert, so bedarf es strenger antiseptischer Maßnahmen. Der Leitende OP-Pfleger Wolfgang Wach führte mit besonderem didaktischem Geschick und mit viel Anschauungsmaterial in die Abläufe einer sterilen Operation ein. Die aktuell bevorstehenden Olympischen Spiele stehen auch im Zeichen der Infektiologie. Am Ende der Veranstaltung wurden durch Rudi Ascherl die Biologie und Ausbreitung sowie die Gefahren und Risiken der Zika-Epidemie erläutert.

Das nächste Patientenforum im Herbst wird sich dann mit der Wirbelsäule beschäftigen.

Ein Prozent der Erreger kann für Menschen gefährlich werden.Professor Dr. Rudolf Ascherl.
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