Auf Schmellers Spuren

Vermischtes
Tirschenreuth
30.09.2014
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Geboren wurde er als Sohn eines armen Korbflechters. 1785 hätte in Tirschenreuth wohl keiner gedacht, dass aus dem kleinen Johann Andreas Schmeller später einer der bedeutendsten Mundartforscher des 19. Jahrhunderts würde.

Die Klasse 9a des Stiftland-Gymnasiums setzte sich unter Leitung ihrer Deutschlehrerin Eva Sturm intensiv mit dem berühmtesten Sohn der Stadt auseinander. Thematische Schwerpunkte waren "Die Biografie Schmellers", "Schmeller in Tirschenreuth", "Seine Heimat in Rinnberg", "Ausbildung, Wander- und Lehrjahre", "Der Dialektologe und sein Bayerisches Wörterbuch", "Die Neuauflage des Bayerischen Wörterbuchs von Professor Anthony Rowley", "Der Bibliothekar und sein Schaffen", "Der Sprachinselforscher", "Schmellers Briefwechsel", "Zeugnisse Schmellers", "Die Johann-Andreas-Schmeller-Gesellschaft e.V. mit Sitz in Tirschenreuth", "Die Bedeutung des großen Sprachforschers aus Tirschenreuth" und "Die Persönlichkeit Schmeller".

Zu diesen Themen verfassten die Schüler in Gruppen unterschiedliche Artikel. Informationen entnahmen sie dem Film "Der Wortklauber aus der Hallertau", einem Handapparat und den verschiedenen Stationen des Projekttages. Dabei war die Klasse in Begleitung ihrer Deutschlehrerin und von Silvia Schulz in Tirschenreuth auf den Spuren Schmellers unterwegs.

Die erste Station war ein Interview mit Dr. Werner Winkler in der Stadtbücherei. Dr. Winkler war Studiendirektor am Stiftland-Gymnasium und hat über den Briefwechsel Schmellers promoviert. Diese Arbeit hatte ihm den Johann-Andreas-Schmeller-Preis eingebracht.

Die Schmellerhäuser

Für ihr zweites Interview besuchten die Neuntklässler Olga Luft in der Ringstraße 10. Sie erklärte, dass die Ringstraße zu Schmellers Zeiten "Hölzerner Graben" genannt wurde. Als ihr Schwiegervater im Jahr 1959 das Gebäude erwarb, war noch nicht bekannt, dass es sich hierbei um das "Schmellerhaus" handelt. Seit 1960 steht das derzeitige Haus, das sie selbst bewohnt. Die nächste Station stellte das Schmellerhaus in der Schmellerstraße 5 dar. Das frühere Schmellerhaus, das ebenfalls heute nicht mehr existiert, stand etwas hinterhalb des aktuellen Gebäudes. Davon führte damals die sogenannte Fleischergasse direkt zum Marktplatz. Die Schüler betrachteten das Gebäude mit der Gedenktafel und schauten auch beim Schmellerdenkmal in der Mitte des Maximiliansplatzes vorbei, das 1891 errichtet worden war.

Zuletzt ein Stück Torte

Die nächste Station war das Schmellerzimmer im Museumsquartier. Hier sammelten die Gymnasiasten besonders viele Informationen über den Dialektforscher. Weiter ging es zur Johann-Andreas-Schmeller-Mittelschule. Zum kulinarischen Abschluss des Projekttages kehrte die Klasse am Marktplatz in ein Café ein, um die Schmellertorte zu genießen.

Das Projekt brachte den Neuntklässlern den berühmten Sohn ihrer Heimatstadt vor allem in seiner Bedeutung als Begründer der Dialektologie und der Sprachinselforschung sowie als Mitbegründer der Germanistik näher. Die Schülergruppen erstellten schließlich Artikel, Fotos und weitere Beiträge. Alles zusammen präsentierten sie auf Schautafeln in der Aula des Stiftland-Gymnasiums. In der Zeit, als sich die Schüler mit dem Mundartforscher beschäftigten, durften sie im Deutschunterricht Dialekt sprechen, was sie auch gerne taten.

von der Klasse 9a desStiftlandgymnasiums Tirschenreuth
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