Auftritt von Hermann Fischer im Musl-Saal
Ein Bündel deftige Wahrheiten

Hermann Fischer begeisterte auch die Zuhörer in der Kreisstadt. Bild:jr
Vermischtes
Tirschenreuth
13.04.2016
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Rappelvoll war der Musl-Saal am Freitagabend, als der "Bauerngrant" Hermann Fischer aus seinem Leben erzählte. Bild: jr

Hermann Fischer redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist, erzählt Episoden aus seinem Leben, die viele interessieren und bestens unterhalten. Kein Wunder, dass der "Bauerngrant" auch in Tirschenreuth für ein volles Haus sorgte.

Kein Blatt vor dem Mund nahm Kabarettist Hermann Fischer am Freitagabend im voll besetzten Musl-Saal. Der gebürtige Gründlbacher erzählte im tiefsten Dialekt aus seinem Leben. Heftig und deftig, aber dennoch liebevoll, erinnerte er an seine nicht einfache Kinder- und Jugendzeit. Der "Bauerngrant" wie er genannt wird, sparte dabei nicht mit deftigen Wahrheiten. So war für ihn die Knabenrealschule Waldsassen der "reinste Vogelkäfig". Immer mit am Podium, ein frisch gezapftes Weißbier, von dem er genüsslich trank. "Die Tirschenreuther reizen mich, nicht nur die Bärnauer", so hieß Hermann Fischer sein Publikum willkommen, das auf Einladung des Stadtmarketingvereins gekommen war. Für den Verein freute sich Karl Jäger über ein volles Haus mit 120 Besuchern.

"Daham in Gründlboch"


Hermann Fischer begann mit seiner Vita. "Ich bin hineingeboren worden in eine Bauernfamilie in Gründlbach. Die meisten Tirschenreuther werden Gründlbach gar nicht kennen", mutmaßte Fischer. So berichtete er vom Gespräch mit einer Kandidatin, die einst für den Tirschenreuther Stadtrat kandidierte, aber nicht mal wusste, wo der kleine Ort liegt. "Aber wähln solle de schon", entfuhr es Fischer. "Bei uns gab's damals noch koan Kindergarten, der Kindergarten war unser Opa. Der hoat uns viel Nützliches beigebracht, so a as Pfeiferl schnitzen". Mit sechs Jahren sei er dann in die Schule gekommen, "daham in Gründlboch". "Früher homs nu a Wirtshaus und a Schule ghabt, heit homs gar nix mehr", schilderte Fischer.

Er erinnerte sich an die Schuleinschreibung und an seine ersten Schultage. Als Linkshänder hatte er dabei so seine Probleme. "Die hom mir so lange auf meine linke Hand gschlagn, dasse koan Bleistift mehr halten hom kinna. Dann hobe mit da rechtn Hand schreim müssen". Hausaufgaben zu machen habe er stets verweigert, erfuhren die Zuhörer. "Weil, wennst as oamal machst, musstes immer machen". Aber was war das Ende vom Lied, er musste nachsitzen und dort die Hausaufgaben machen.

Unterricht wetterabhängig


In der 3. und 4. Klasse besuchte Fischer die Grundschule in Stein, danach folgten zwei Jahre Hauptschule an der Außenstelle in Marchaney. "Marchaney werds ihr goar niat kenna, dabei gibt's Marchaney nur einmal af da ganzen Welt". Dort war der Unterrichtsablauf wetterabhängig. Damals gab es noch keine Turnhalle, bei schönem Wetter gab es draußen Sport. "Die zwei Jahre in Marchaney waren eine schöne Zeit", erinnerte sich Hermann Fischer gerne zurück. Nach Marchaney folgte die Knabenrealschule in Waldsassen, "des wor da reinste Vogelkäfig", zeigte er sich wenig respektvoll. "Zu jeder Stund hatten wir an andern Lehrer. In Marchaney hatten wir Lehrer, die alles konnten".

Fischer erinnerte mit lustigen Anekdoten an vergangene Zeiten, die damals freilich gar nicht so lustig waren.
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