Bachelor-Studiengang "Soziale Arbeit" in Tirschenreuth
Kleiner Campus in alten Mauern

Bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags dabei waren (von links) Kolping-Geschäftsführer Johannes Saalfrank, OTH-Präsident Dr. Wolfgang Baier, Bürgermeister Franz Stahl, Professor Dr. Wolfram Backert (ab 1. Oktober Dekan der Fakultät Angewandte Sozial- und Gesundheitswissenschaften) und stellvertretender Stadtkämmer Harald Eckstein. Bild: ws
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Tirschenreuth
02.08.2016
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Die Pläne für den Campus im alten Polizeigebäude sehen im Zugangsbereich (links) Lift und Treppenanlage vor. Erdgeschoss (Bild) und Obergeschoss werden Lehrräume und Büros für die Dozenten vorweisen. Bis Herbst 2018 soll der Umbau abgeschlossen sein. Plan: Brückner & Brückner

Moderne "Klassenzimmer", überschaubare Gruppen und ein leistungsfähiges Netzwerk locken einmal zum Bachelor-Studiengang "Soziale Arbeit". Auf dem Weg dorthin gab es jetzt wichtige Unterschriften.

Für Bürgermeister Franz Stahl ist jeder Schritt in Richtung "Lern- und Lehrort der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg" wie die Erreichung des nächsten Klassenziels. Entsprechend stolz ist der Bürgermeister, stellt aber auch heraus, dass Tirschenreuth den künftigen Studenten einmal ein einzigartiges "Schulhaus" bereitstellen wird.

"Das wird einer der schönsten dezentralen Studienstandorte in Bayern", verspricht Stahl am Montag dem OTH-Präsidenten, Professor Dr. Wolfgang Baier, und Professor Dr. Wolfram Backert. Dr. Baier war in die Kreisstadt gekommen, um die Unterschrift unter den Kooperationsvertrag mit der Stadt zu setzen. Für das Ziel "Hochschulstandort" unternimmt die Kreisstadt einige Anstrengungen. Gut 2,5 der 4 Millionen an Sanierungskosten für den Umbau der früheren Polizei zahlt die Stadt aus der eigenen Kasse.

Doch Stahl sieht das Geld gut angelegt. Zum einen in dem Gewinn des OTH-Standorts, zum anderen in der Sanierung eines der bedeutenden Gebäude in der Altstadt. So werden die Studenten einmal in den "Waldsassener Kasten" einziehen. Das historische Gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und war einmal Teil des Tirschenreuther Schlosses.

Neben dem Ziel des Entwicklungskonzeptes, den Bildungssektor zu fördern, kann Stahl damit auch auf der städtebaulichen Seite eine Verbesserung verbuchen. OTH-Präsident Baier freilich rückt neben dem räumlichen Angebot vor allem das Konzept der Regierung für den dezentralen Studiengang in den Vordergrund: mit Anbindung an den Hauptstandort, Bildungspartner und einer leistungsfähigen Vernetzung. "Wir werden auch selbst aus dieser neuen Form lernen", blickte Dr. Baier auf die neue Partnerschaft.

Zugang zu Gewölbekeller


Beim Treffen im Tirschenreuther Rathaus vermittelt dann Architekt Peter Brückner schon ein genaues Bild des künftigen Hochschulstandortes. Dabei werden im Erdgeschoss und 1. Stock Seminar- und Unterrichtsräume sowie Zimmer für die Dozenten entstehen. Genutzt werden sollen auch die historischen Gewölbekeller, etwa für Veranstaltungen. Hier findet sich auch ein markantes Element der Planungen. Im abfallenden Gelände werden von der Regensburger Straße her ebenerdige Zugänge zu den Kellern geschaffen. Darüber soll dann eine Gartenfläche aufgeschüttet werden. Der Garten kann dann vom Erdgeschoss her genutzt werden.

Barrierefreie Verbindung


Im Zugangsbereich des alten Polizeigebäudes sind Treppenhaus und Lift vorgesehen. Ein weiteres interessantes Detail ist eine Rampenanlage entlang der Stadtmauer, die eine barrierefreie Verbindung von der Regensburger Straße zur Hochwartstraße ermöglicht.

Das wird einer der schönsten dezentralen Studienstandorte in Bayern.Bürgermeister Franz Stahl


"Soziale Arbeit"Für den "Berufsbegleitenden Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit" hat die OTH Regensburg drei Standortpartner gefunden. Neben Tirschenreuth sind noch Abensberg und der Landkreis Cham im Boot. Während Cham und Abensberg vorhandene Gebäude nutzen, wird in Tirschenreuth für rund vier Millionen Euro die frühere Polizeiinspektion in der Hochwartstraße umgebaut. Bereits zum nächsten Semester soll der Studiengang starten. Dann werden die ersten Studierenden je nach Schwerpunkten auf die Standorte verteilt. Wie viele nach Tirschenreuth kommen, ist noch offen. Sicher ist, dass bis dahin der Standort Hochwartstraße nicht fertig sein wird. Als Interimslösung wird die Kolping-Berufshilfe die Studierenden aufnehmen. Im Kolping-Gebäude wurden dafür moderne Arbeitsplätze eingerichtet. Bis im Herbst 2018 soll der Umbau dann fertig sein. Über die Jahre hofft Stahl auf einen kleinen Campus mit bis zu 35 Studierenden. (ws)
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