Bänkelsänger und Drehorgel

Manfred Grüssner (links) hatte die Idee und lieferte Teile zum Bau der Drehorgel. Josef Schmidkonz (rechts) kam zur Vorstellung des neuen Instruments in Tirschenreuther Tracht. Er hat den Leierkasten aufgebaut und Bürgermeister Franz Stahl ist vom Ergebnis begeistert. Bild: Grüner
Vermischtes
Tirschenreuth
26.02.2016
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Historische Stadtführungen sind der Renner, nicht nur bei den Touristen, die ihren Urlaub in der Kreisstadt verbringen. Jetzt haben Manfred Grüssner und Marianne Stangl fünf neue Szenen ausgearbeitet. Bei einer spielt ein Leierkasten die Hauptrolle.

In dieser etwa fünfminütigen Sequenz geht es um die Versteigerung der Tirschenreuther Stadtteiche Anfang des 19. Jahrhunderts und darum, dass dabei nicht alles mit rechten Dingen zuging. In Manier der Moritatensänger von einst zeigen die Schauspieler, was damals passiert ist.

Untermalt mit Musik aus der Drehorgel singen sie die Ballade "Sabinchen war ein Frauenzimmer". Genau nach der Art, wie sie früher die Bänkelsänger auf Jahrmärkten oder Kirchweihfesten vortrugen. Wie damals zeigen dabei die Sänger mit einem Stock auf die zugehörigen Bilder, die auf einer großen Tafel präsentiert werden.

Bis 26 500 Euro


Fehlte für die Umsetzung nur noch der Leierkasten. Aufzutreiben war keiner, also recherchierte Manfred Grüssner im Internet und wurde schnell fündig. Preise zwischen 4700 und 26 500 Euro machten eine Anschaffung unmöglich. Was also tun? Da kam Josef Schmidkonz ins Spiel. Der Tirschenreuther ist nicht nur Stadtschauspieler und Mitglied im Trachtenverein "D'Werdenfelser", sondern auch gelernter Schreiner mit eigener Werkstatt zu Hause.

Schmidkonz ließ sich nicht lange bitten und sagte: "Ich baue eine Drehorgel." Die Teile dafür hatte Grüssner bereits zusammengetragen. Damit das große "Instrument" auch mobil ist, hat er einen mindestens 60 Jahre alten Kinderwagen organisiert.

Der dient als Grundaufbau und hat sogar eine funktionierende Bremse. Den eigentlichen Kasten für den Leierkasten hat Josef Schmidkonz aus Sperrholz aufgebaut. Auf der Vorder- und Rückseite verleihen ihm diverse Metallstäbe authentisches Aussehen.

Fleischwolf inklusive


Die Kurbel auf der Rückseite gehört zu einem alten Fleischwolf, der im Innern des Kastens fixiert ist. Ansonsten befinden sich darin noch zwei Lautsprecher und Hardware, die den Strom für den Betrieb des USB-Laufwerkes liefert. Denn die Musik kommt nicht von der mechanischen Walze, wie bei dieser Art von Instrument üblich, sondern vom Stick.

Mit acht Schauspielern, darunter auch Josef Schmidkonz, gehen dann ab 21. Mai die neuen historischen Führungen über die Bühne. Schon jetzt sind einige Termine fast ausgebucht. Offene Führungen finden am 21. Mai, 19. Juni, 16. Juli, 24. Juli, 7. und 21. August, 18. September und 15. Oktober statt. Jeweils tags darauf geht eine Gruppenführung über die Bühne. Eine Führung dauert etwa 100 Minuten.

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Weitere Informationen:

www.stadt-tirschenreuth.de
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