Bei Hornissen und Wespen Ruhe bewahren
Nur keine Panik

Auch wenn Hornissen eigentlich friedliebende Tiere sind, ihr Nest verteidigen sie. Wer also so einen Bau in seinem Garten entdeckt, sollte Ruhe bewahren und die Hornissen-Berater um Rat fragen. Bild: Grüner
Vermischtes
Tirschenreuth
11.08.2016
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Wespe und Co. sind wieder unterwegs. Viele Menschen bekommen regelrecht Schweißausbrüche, wenn sie nur das Summen der schwarz-gelb-gestreiften Tiefflieger hören. "Halb so wild", sagt Birgit Üblacker.

Zumindest bei den Hornissen gibt die Fachfrau von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Entwarnung. "Das sind friedfertige Tiere, solange sie ungestört sind." Im Vergleich mit Honigbienen oder anderen Wespen seien sie unauffällig und machten sich auch nicht am heimischen Kaffeetisch über Kuchen und Eis her. "Für die Aufzucht des Nachwuchses wird ausschließlich tierische Frischkost in Form von Raupen, Entwicklungsstadien von Kerbtieren und anderen Insektenarten benötigt."

Und weil Hornissen auch die als lästig empfundenen Wespen in ihrem Beutespektrum haben, können sie durchaus als biologische Wespenbekämpfer bezeichnet werden. Üblacker rät zur Ruhe, sollte jemand in seinem Garten ein Hornissennest entdecken. Da seien die Tiere durchaus bereit ihr Volk zu verteidigen. Erschütterungen des Nestes machten sie nervös und angriffslustig.

"Allerdings ist es ein Irrglaube, dass Hornissenstiche Menschen töten können", weiß Üblacker. "Der Stich der Hornisse ist von der Giftwirkung harmloser als ein Bienenstich - zumindest solange man kein Allergiker ist." Bei Stichen in den Halsbereich sollte allerdings schnell ein Arzt aufgesucht werden.

Streng geschützt


Nach dem Bundesartenschutzgesetz sind Hornissen und alle heimischen Arten der Kreisel- und Knopfhornwespen, mit Ausnahme der "Deutschen und Gemeinen Wespe" besonders geschützt. Es ist verboten, Hornissen und Wespen zu fangen, sie zu verletzen, zu töten oder ihre Nester zu beschädigen oder zu vernichten. Zuwiderhandlungen werden als Ordnungswidrigkeit verfolgt. Der Landkreis hat ehrenamtliche Hornissen-Berater bestellt, die bei Problemen mit sind. Sollte ein Hornissen- oder Wespennest wirklich einmal eine Gefahr darstellen, so haben sie die Erlaubnis, Nester umzusetzen.

Muss dennoch einmal ein Wespennest entfernt werden, hilft auch die Feuerwehr. Allerdings kann so ein Einsatz unter Umständen kostenpflichtig sein. Die zuständigen Gemeinden geben Auskunft.

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Weitere Informationen:

www.kreis-tir.de

Hornissen-BeraterFolgende Hornissen-Berater stehen für die Beratung zur Verfügung: Hubert Wolf (Telefon 09635/18 33), Wolfgang Haberzeth (09642/914362), Josef Ernst (09632/1091) und Karl-Heinz Böhm (09642/8607). Außerdem kann man sich an die Untere Naturschutzbehörde (09631/88-337) wenden, die den Kontakt zu den Hornissenberatern herstellt.
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