Briefe an die Aktion Solidarität
Zurück bleiben die Armen

Nicolas ist einer der jungen Patienten von Dr. Uta-Elisabeth Düll. Als Säugling wurde der Junge an einer Spina Bifida operiert, einem Wirbelspalt. In Gikonko wurde Nicolas und seiner Familie gezeigt, wie er den Weg zu einem normalen Leben finden kann. Bild: Privat
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Tirschenreuth
07.01.2016
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Mit Hilfe der "Aktion Solidarität" führt für viele junge Menschen in Afrika ihr Weg in eine hoffnungsvollere Zukunft. Bild: Privat

Kein Tag ohne Berichte über die Flüchtlingskrise. Da rückt das Schicksal der notleidenden Menschen in Afrika aus dem Fokus. Doch Ruanda und Kenia werden nicht vergessen - und dafür dankt die Aktion Solidarität.

In Briefen von Pater Danko Litric, Irene Baumgärtner und Dr. Uta-Elisabeth Düll werden die Helfer aus Nordbayern immer wieder über die erfolgreiche Unterstützung auf dem laufenden gehalten. Auch in den jüngsten Zeilen können die unermüdlichen Helfer auf dem fernen Kontinent mit Stolz Erfolge vermelden. Gerade bei der Schulbildung der jungen Menschen gibt es erfreuliche Fortschritte. Erledigt ist diese große Aufgabe wohl so schnell nicht.

Hoffen auf besseres Leben


Armut und Krankheit lasten schwer auf den Menschen in Afrika - und machen die Unterstützung auch durch die Aktion Solidarität weiter notwendig. Die Verbesserung der Lebensqualität kann dabei auch mithelfen, dass die Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben nicht die gefährliche Flucht auf sich nehmen müssen. "Neben einer guten gesundheitlichen Versorgung ist eine vernünftige Schulbildung der Schlüssel gegen Armut und Gewalt", schreibt die Aktion Solidarität in ihrem Jahresrückblick. Immer wieder werden von Tirschenreuth aus Container mit Hilfsgütern abgesandt, nicht nur nach Ruanda und Kenia. Die Transporte gehen auch nach Togo oder in den Kosovo, sind dort willkommene Unterstützung für Menschen, die in Not geraten sind.

Jahrzehnte reicht das Wirken der Aktion Solidarität zurück, ein besonders enger Kontakt besteht dabei zu Salesianerpater Danko Litric. Sein großes Jugendzentrum in Gatenga ist erwachsen geworden. Viele der Straßen- und Waisenkinder aus der Zeit nach dem Genozid haben ihre Ausbildung beendet, eine Arbeit und ihren Weg in ein hoffnungsvolleres Leben gefunden. Jetzt soll in Gatenga ein technische Schule für besonders begabte Schüler entstehen, schreibt Danko den Helfern in Nordbayern. Für ein neues Projekt, eine Schule in Muhazi, hat Danko als Helfer die "Freundinnen der Armen" gewinnen können. Wieder geht es darum, Kindern von alleinstehenden, meist kranken Frauen oder aus armen Familien eine Schulbildung zu ermöglichen. 300 Mädchen und Jungen bekommen hier die Chance für ein besseres Leben. "Ein bleibendes Sorgenkind ist das Behindertenheim für Kinder und Jugendliche in Gahangi (Stadtteil von Kigali)", berichtet Danko. Und in seinen Dank für die Unterstützung schließt der Geistliche deshalb auch die Bitte mit ein, gerade die Kinder auf ihrem Weg in ein menschenwürdigeres Leben zu begleiten.

Ergreifend ist auch das Schreiben von Dr. Uta-Elisabeth Düll über ihre Arbeit im Krankenhaus in Gikonko. "Es sind die Intellektuellen, die den Weg nach Europa wagen, und somit genau die, die für die Zukunft und Entwicklung der afrikanischen Länder unentbehrlich sind", schreibt die Ärztin mit Blick auf die Flüchtlingssituation. Zurück bleiben gerade die Armen, die sich kaum eine medizinische Versorgung leisten können. Im Krankenhaus in Gikonko steht hier Dr. Uta-Elisabeth Düll bereit, die sich besonders den Fehlbildungen (Hastenscharte, Klumpfüßchen, Wasserkopf) bei Kindern annimmt. Wie sehr die Hilfe geschätzt wird, zeigen die Warteschlangen vor dem Krankenhaus. Aus Burundi oder Tansania kommen die Menschen zur Ärztin.

Mit Handicap leben


Nicht immer kann der operative Eingriff die Probleme lösen. Hier versucht die Ärztin auch die Familien der Betroffenen zu schulen, damit die Kinder mit ihrem Handicap leben können. "Dass diese Hilfe wieder in so vielfältiger Weise möglich war, dazu haben auch Sie beigetragen", schreibt Dr. Uta-Elisabeth Düll den Menschen im Stiftland und dankt für Sach- und Geldspenden, aber auch die moralische Unterstützung.

Eine großes Dankeschön sendet ebenso Irene Baumgärtner ins Stiftland. Auch sie kann für ihr Kinderheim "The Nest" in Limuru in Kenia auf Hilfe aus Nordbayern bauen. Ihr wichtigster Punkt in der Jahresbilanz: "Unsere Kinder sind alle gesund und munter! Doch bis dahin ist es oft ein schwerer Weg. Viele Kinder, die bei uns eintreffen sind in einem erbärmlichen Zustand und benötigen neben der medizinischen Behandlung viel Aufmerksamkeit und Liebe".

Eigenes Zuhause


Durch die Unterstützung auch aus Deutschland konnten im "Nest" im vergangenen Jahr über 150 Kinder aufgenommen werden. Davon konnten 85 Kindern und ihren Müttern zu einem eigenen Zuhause verholfen werden.

Trotz des Wirtschaftswachstums in Kenia würde sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen. Viele Mütter würden in den Großstädten ihr Glück suchen - und dort in den Armenvierteln landen. Den Weg zurück aufs Land, zurück zu ihren Kindern scheuen viele. Doch weiß Irene Baumgärtner von Erfolgen der Frauen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit, etwa durch einen mobilen Frisörsalon. "Die meisten schaffen es, wieder alleine auf die Beine zu kommen und wir sind stolz darauf!

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Weitere Informationen im Internet:

www.aktion-solidaritaet.de
Neben einer guten gesundheitlichen Versorgung ist eine vernünftige Schulbildung der Schlüssel gegen Armut und Gewalt.Aktion Solidarität
Es sind die Intellektuellen, die den Weg nach Europa wagen, und somit genau die, die für die Zukunft und Entwicklung der afrikanischen Länder unentbehrlich sind.Dr. Uta-Elisabeth Düll
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