Bürgerversammlung im Kettelerhaus
Jeder ist ein Botschafter

Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu gestalten.
Vermischtes
Tirschenreuth
18.02.2016
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Gut besucht war am Montagabend die Bürgerversammlung im Kettelerhaus. Bilder: kro (2)

Die kommenden Jahre der Kreisstadt versprechen wieder ein volles Programm. Jedenfalls brauchte Franz Stahl auf der ersten Bürgerversammlung fast zwei Stunden, um seine Ideen aufzulisten.

"Tirschenreuth", so Bürgermeister Franz Stahl in seinem 110minütigen Bericht in der Bürgerversammlung, "ist eine kreative und innovative Stadt." Dass dies weiterhin so bleibe, dafür brauche man Mut, Kraft und Solidarität. Denn auch 2016 sei ein Jahr der Herausforderungen. Dabei sei es Aufgabe der Stadt, Lösungsansätze aufzuzeigen.

Regionales Schwergewicht


Stahl verkannte nicht, dass es oft typisch menschlich sei, aus Angst vor einer unbekannten Zukunft, sich an die Vergangenheit zu klammern. "Wir in Tirschenreuth machen dies nicht. Denn der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu gestalten". Dies habe sich 2015 gezeigt, und dies werde sich auch 2016 zeigen, so der Bürgermeister bei dem Treffen im Kettelerhaus ganz nach dem Motto "Wir sind Tirschenreuth!" Die Kreisstadt ist laut Stahl das "regionale Schwergewicht, ein starkes Zentrum in der Region". Dazu sei es aber wichtig, dass jeder Verantwortung für das Gemeinwohl übernehme, jeder Bewohner der Stadt solle sich als Botschafter fühlen. Denn Tirschenreuth sie eine Stadt mit viel Kreativität.

Mehr Lebensqualität


Kreativität sei die Währung für den gesellschaftlichen Fortschritt, das Markenzeichen des Erfolgs, so Stahl in seiner teils sehr emotionalen Rede. Dazu zählten die Bereiche Wirtschaft, Bildung und Erziehung, Kultur und Ehrenamt, Tourismus, städtebauliche Entwicklung und Lebensqualität. Die Maxime "Tirschenreuth schafft Lebensqualität" gelte für alle im Stadtrat, wenn es auch teils unterschiedliche Meinungen gebe, "doch diese können bereichernd sein", so der Bürgermeister. Dass im Stadtrat und in den Ausschüssen sehr engagiert gearbeitet werde, verdeutlichte er an der Tatsache, dass insgesamt 425 Tagesordnungspunkte abgearbeitet wurden.

stemme sich gegen die demografische Entwicklung, fuhr der Bürgermeister fort. Wichtigste Aufgabe dabei sei es, einen städtebaulichen Fahrplan zu erstellen, mittel- und längerfristig verstärkt Lebensqualität zu schaffen, Perspektiven aufzuzeigen und die Zukunft zu sichern. Das evaluierte Stadtentwicklungskonzept, unter Einbeziehung der gesamten Bevölkerung, sei eine Grundlage dafür. Jeder könne sich daran beteiligen. Der Bürgermeister machte klar, dass Tirschenreuth im Bereich Stadtentwicklung unschlagbar sei - viele Städte, nicht nur in der Region, orientierten sich am "Modell Tirschenreuth", das seine erarbeiteten Projekte zielgerichtet und sichtbar umsetze.

Millionen an Förderung


Im Rahmen des Stadtumbaus West seien in Tirschenreuth bisher 34 Millionen Euro investiert worden, davon 11,9 Millionen Euro durch Förderung der EU und des Staates. 7,9 Millionen Euro seien durch eine städtische Förderung investiert worden. Seit Förderbeginn 1994 listete Stahl 144 Sanierungsprojekte mit insgesamt 6,6 Millionen Euro Fördersumme auf. 1,14 Millionen Euro seien über dieses Programm vom Freistaat Bayern und von der Regierung der Oberpfalz geflossen. Dies sei eine außergewöhnliche Wirtschaftsförderung für die Region, denn 90 Prozent der Aufträge wurden von Firmen aus der Region erledigt. Übrigens, am 21. Mai wird es in Tirschenreuth wieder eine Tag der Städtebauförderung geben, Stahl lud jetzt schon dazu ein.

In Tirschenreuth werde auch etwas für die Familien getan, seit 2008 seien nicht weniger als 108 Familien mit insgesamt 338 000 Euro gefördert worden. Stahl dazu: "Sie haben die 110-prozentige Unterstützung der Stadt (weiterer Bericht folgt )".
Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen, ist sie zu gestalten.Bürgermeister Franz Stahl


Aktuell nur mehr 8906 EinwohnerFranz Stahl nahm bei der Bürgerversammlung auch Stellung zur Bevölkerungsentwicklung. Danach habe die Kreisstadt aktuell 8906 Einwohner. Zum Vergleich: 2003 waren es noch 9520 Einwohner. Dennoch zeigt sich der Bürgermeister zuversichtlich, dass die Bevölkerungsabnahme gestoppt werden konnte, denn im Vergleich zum Vorjahr gab es nur ein Minus von zwei Einwohnern. Hauptgrund für den Bevölkerungsrückgang ist nach wie vor die Diskrepanz von Geburten und Sterbefällen. 2015 gab es in Tirschenreuth 78 Geburten, dem gegenüber stehen jedoch 127 Sterbefälle. Erfreulich hingegen, 2015 gab es 414 Zuzüge und nur 362 Wegzüge. (kro)
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