Das kulturelle Erbe bewahren

Vermischtes
Tirschenreuth
05.08.2016
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Große Verluste haben die Menschen bei der Vertreibung hinnehmen müssen. Jetzt geht es auch darum, die Erinnerungen an Brauchtum und Kultur zu erhalten. Etwa im Archiv des Heimatkreises Plan-Weseritz.

Seit 2009 ist die Stadt auf der Suche nach neuen Räumen für das Archiv des Plan-Weseritzer Heimatkreises. Der bisherige Platz im Museumsquartier wurde für eine weitere Ausstellungsfläche benötigt. Untergebracht ist das Archiv jetzt über dem Städtischen Kindergarten. Eine Lösung, mit der der Heimatkreis durchaus zufrieden ist. Der Umzug wurde am Montag mit der Eröffnung und einem "Tag der offenen Tür" abgeschlossen.

Heimatkreis-Vorsitzende Regine Löffler-Klemsche freute sich, dass jetzt ein "langer Weg" beendet sei. Vor 40 Jahren - am 31. Juli 976 - wurde im Kloster der Armen Schulschwestern in Tirschenreuth die Heimatstube eröffnet. "Die Vertreibung brachte für jeden Einzelnen einen großen Verlust, aber vor allem auch für die Nachkommen, da reiches Kulturgut verloren ging und damit die Grundlage unseres Brauchtums." Die Bewahrung des kulturellen Erbes war dem Heimatkreis ein wichtiges Anliegen. Über 10 Jahre lang hat Willi Junker gesammelt.

Zwischenlager in St.Peter


Die Sammelstücke waren 25 Jahre lang in der Heimatstube untergebracht. Danach konnten das Archiv ins MQ umziehen, viele Exponate blieben aber in St.Peter zwischengelagert. Vor dem aktuellen Umzug sei dann alles aufgelistet worden. Dabei wurde ein Koffer gefunden, in dem eine alte Madonna mit einem Zettel mit der Geschichte enthalten war. "Wir saßen da wie die Kinder unterm Weihnachtsbaum", beschrieb Regine Löffler-Klemsche die Freude darüber. Dank sagte die Vorsitzende Bürgermeister Franz Stahl und dem Stadtrat "für seine Geduld mit uns Unentschlossenen". Aber auch ihrem Mann Bruno dankte die Vorsitzende. "Er hat mit mir Seminare besucht, Exponate fotografiert, Restaurierungen und Reparaturen durchgeführt. Franz Stahl wusste von der "Odyssee" der Exponate der Plan-Weseritzer. Im Kindergartengebäude habe man nun eine ausgezeichnete Lösung auf 120 Quadratmetern gefunden, hier gebe es mehr Qualität zum Arbeiten und keine zeitliche Begrenzung. Die Stadt hat den Umzug finanziell unterstützt. 12 000 Euro wurden in die Sanierung investiert. Entstanden sei die Zentrale Geschäftsstelle mit Archiv des Heimatkreises. Die letzte Maßnahme war am Eröffnungstag das Anbringen der Hinweistafel am Gebäude. Stahl bedankte sich für die vielen Arbeitsstunden bei der Archiv-Verlagerung auch bei den Bauhof-Mitarbeitern und Hausmeister Andreas Üblacker.
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