Den Glauben wieder lernen

Am Freitag um 5.45 starteten die Wallfahrer zu ihrem 17 Kilometer langen Fußweg von Mähring nach St. Anna bei Planá (Plan). Bild: Privat
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Tirschenreuth
02.08.2016
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Ehrengast der 27. St.Anna-Wallfahrt war Generalvikar Michael Fuchs (Dritter von rechts). Beim Gottesdienst in der Annakirche waren zudem Regionaldekan Georg Flierl aus Tirschenreuth, Pfarrer Jaroslav Sasek aus Planá, Prälat Helmut Wanka aus Limburg, Pater Samson Gabriel aus Indien und Pfarrer Kohl dabei. Bild: Privat

"Durch den Glauben werden die Grenzen relativiert", predigte Generalvikar Michael Fuchs bei der 27. Wallfahrt nach St. Anna. Viele der Gläubigen hatten hier schon Grenzen überwunden, auf dem Weg bis in die tschechische Partnerstadt Planá.

Tirschenreuth/Planá. Rund 40 Wallfahrer machten sich am Freitag um 5.45 Uhr zum 27.Mal auf den 17 Kilometer langen Fußweg von Mähring nach St. Anna bei Planá (Plan). Das Team um Wallfahrtsführer Dr. Max Schön sorgte wieder für höchste Sicherheit der Teilnehmer. Der Weidener Polizeidirektor Klaus Müller setzte sich bei seinem Amtskollegen in Tachov, Oberst Ludék Svobota, dafür ein, dass die Prozession von der tschechischen Polizei in vorbildlicher Weise begleitet wurde. Auch die BRK Bereitschaften aus Bärnau und Tirschenreuth sorgten mit ihren Einsatzfahrzeugen für Sicherheit.

Vorausweg im Leben Jesu


In Broumov versorgten die Frauen des kleinen Ortes die Pilger mit Kaffee und Selbstgebackenem. Am Bahnübergang bei der Pension St. Anna vereinigten sich die Pilgerzüge aus Planá und Mähring und zogen, angeführt von der Blaskapelle Planá und Generalvikar Monsignore Michael Fuchs aus Regensburg, hinauf zur Annakirche. Neben dem Ehrengast feierten Regionaldekan Georg Flierl aus Tirschenreuth, Pfarrer Jaroslav Sasek aus Planá, Prälat Helmut Wanka aus Limburg, Pater Samson Gabriel aus Indien und Pfarrer Kohl mit zahlreichen Gläubigen die Wallfahrtsmesse. Christine Kohl und Otmar Andrizky umrahmten die Messe mit ihrem Sologesang und wurden dabei von Edmund Reindl an der Orgel begleitet. Der Vorsitzende des Fördervereins St. Anna, Herbert Konrad, hob die gute Partnerschaft und Zusammenarbeit hervor. Im Gottesdienst wurde dem erst kürzlich verstorbenen Dekan Vladimir Born aus Bor/Haid und Franz Schöner aus Mähring gedacht. Der Lebensweg der Großeltern Anna und Joachim sei ein "Vorausweg" im Leben Jesu gewesen, betonte Generalvikar Fuchs. So müsste auch die Kirchenfamilie gemeinsame Wege gehen, Tschechen und Deutsche, und den Glauben an die nachfolgenden Generationen weitergeben, appellierte der Gast aus Regensburg.

Durch die Taufe verbunden


Der Geistliche begann seine Predigt mit der Trilogie der Darstellung von Joachim und Anna am Westportal des Regensburger Doms. Wenige Meter gegenüber vom Hauptportal, an der Südseite der Stiftskirche St.Johann, befinde sich eine Tafel, welche auf die Taufe von 14 tschechischen Fürsten im Jahre 846 verweise. Einer dieser Fürsten war Bohus von Planá. Als Bohus einmal auf der Jagd war und ein Sturm losbrach, suchte er in einer Jagdhütte an der Stelle der heutigen Kirche Schutz. Da schlug der Blitz in die Hütte ein und er wurde ohnmächtig. Als er wieder zu sich kam¸ dachte er an die heilige Anna, die Mutter der Jungfrau Maria. Zum Dank für die Lebensrettung ließ er an dieser Stelle eine Kapelle erbauen, so die Legende.

"Auch wir vergessen oft unsere Glaubenswurzeln. Durch die täglichen Aufgaben wird der Glaube in den Hintergrund gedrängt oder geht sogar verloren", wusste der Generalvikar. Aber den Glauben könne man von anderen auch wieder lernen. Von Leuten die einem fremd sind oder durch schwierige Situationen. Im Zuge der Pfarrcaritas in Regensburg komme er öfter mit syrischen Melkiten in Verbindung und erfahre dabei, wie man den Glauben leben kann. Der Glaube der Anderen kann uns immer wieder Mut geben. Durch den Glauben werden Grenzen relativiert.

Frieden verbindet


Damit der Glaube leben kann sei das Gebet in der Familie besonders wichtig, betonte Michael Fuchs. "Wir brauchen heute Gott, damit er uns stärkt und neu ausrichtet." Mit der Bitte um die Fürsprache der Mutter Anna, dass der Friede stärker werde und uns verbinde, dass Gott die Familien stärke und die Großeltern schütze, denen wir nicht genug für ihre Glaubensweitergabe danken können, schloss der Regensburger Generalvikar seine Predigt.
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