Diakonie und Caritas eröffnen Laden mit gut erhaltenen Sachen - Drei Monate Probelauf in ...
Ökumenische Kleiderkammer

Etwas Weihwasser kann auch einer Kleiderkammer nicht schaden. Dekan Georg Flierl (rechts) und sein evangelischer Kollege Ralph Knoblauch segneten die Räumlichkeiten und Mitarbeiter. Bilder: pjug (2)
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Tirschenreuth
31.07.2016
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Über ein volles Haus freuten sich die ehrenamtlichen Mitglieder der Diakonie und Caritas bei der Segnung des ökumenischen Kleiderladens in der Hochwartstraße. Susanne Thoma und Konrad Weis, ehrenamtliche Mitglieder, begleiteten die Feier mit Querflöte und Gitarre. Das Gemeinschaftsprojekt, betrieben von der Diakonie unter Federführung von Markus Friedrich und der Caritas, vertreten durch Kreisgeschäftsführer Jürgen Kundrat, ist ab 1. August geöffnet. Montag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr und Samstag von 9 bis 12 Uhr können sich Bedürftige hier mit Kleidungsstücken aller Art versorgen. Das Geschäft soll nun probeweise für drei Monate laufen, danach wird über die weitere Zukunft entschieden. An dieser Stelle sprach Kundrat seinen besonderen Dank an Arthur Tretter aus, der den Organisationen die Räumlichkeiten, abgesehen von zu tragenden Nebenkosten, mietfrei zur Verfügung stellt.

Der Kleiderladen könne als Fortführung der Caritas-Kleiderkammer und des Werkhofs gesehen werden, sagte Markus Friedrich. Seit Langem sei dies das "ungeliebte Kind" der Organisationen gewesen und habe wenig öffentliche Aufmerksamkeit bekommen. Dies soll sich nun ändern. Obwohl ausgegliedert, bleibt der Laden ein Teil des Werkhofs und wird durch das Arbeitsförderungszentrum der Diakonie unterstützt.

Besonders wichtig jedoch ist allen Beteiligten, dass das Angebot an Kleidern jedem zur Verfügung steht, der es wahrnehmen möchte, nicht nur Menschen mit Sozialhilfeausweis. "Wir wollen, dass jeder, der Hilfe braucht, diese auch bekommt", betonte Friedrich. Betrieben wird das Geschäft hauptsächlich durch ehrenamtliche Helferinnen der beiden Wohlfahrtsverbände, jedoch konnte mit dem Jobcenter eine Stelle im Bundesprogramm "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" geschaffen werden.

Friedrich zeigte sich von dieser Entwicklung begeistert. Seit 1985 gibt es die Beratungsstelle der Diakonie im Landkreis, seit 2005 wird in der ehemaligen "SMCS"-Porzellanfabrik Hilfe bei der Arbeitssuche durch das Jobcenter, die Arbeitsagentur und die evangelische Landeskirche angeboten. Nach einem gemeinsamen Gebet und der Segnung der Räumlichkeiten durch Pfarrer Ralph Knoblauch von der evangelischen Gemeinde und Stadtpfarrer und Dekan Georg Flierl lobte Bürgermeister Franz Stahl das gemeinnützige Konzept und das ehrenamtliche Engagement der Vereinsmitglieder: "Ohne Sie wäre das sicher nicht möglich gewesen." Er betonte aber auch, die Kooperation für ein menschlicheres Miteinander sei "noch lange nicht am Ende angelangt". Auch der Weidener Diakon Karl Rühl sprach dem Projekt seine besten Wünsche aus.

Wer gut erhaltene, saubere Kleidung spenden möchte, kann dies direkt vor Ort, in der Hochwartstraße 21 tun.
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