Die Kirchenmusik forcieren
Stephan Merkes neuer Regionalkantor

Die beiden Dekanatskirchenmusiker Andreas Sagstetter aus Waldsassen und Berthold Strahl aus Marktredwitz, Wunsiedels Pfarrer Günter Vogl und Diözesanmusikdirektor Dr. Christian Dostal (stehend, von rechts) begrüßten den neuen Regionalkantor Stephan Merkes an der Orgel in der Kirche "Zu den Zwölf Aposteln". Bild: fph
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Tirschenreuth
15.02.2016
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Stephan Merkes heißt der neue Regionalkantor für die Dekanate Tirschenreuth und Kemnath-Wunsiedel. Mit der Wahl von Merkes hat das Bistum Regensburg ein glückliches Händchen bewiesen, denn der Regionalkantor fühlt sich von Anfang an in der Region wie zu Hause.

Tirschenreuth/Wunsiedel. (fph) "Das Fichtelgebirge erinnert mich an meine Heimat", sagte Merkes bei der Vorstellung in der Pfarrei "Zu den Zwölf Aposteln" in Wunsiedel. Dort begrüßten zu einem Pressegespräch Diözesanmusikdirektor Dr. Christian Dostal sowie die beiden Dekanatskirchenmusiker Andreas Sagstetter aus Waldsassen und Berthold Strahl aus Marktredwitz sowie Pfarrer Günter Vogl den langerwarteten Regionalkantor, der in der Eifel geboren ist.

Damit erhält Wunsiedel die erste der neu geschaffenen Stellen in der Diözese, die zweite bekommt die Region Kelheim mit Dienstsitz in Neustadt an der Donau, sechs weitere sind geplant.

Bewährtes Konzept


"Die kirchenmusikalische Versorgung im Bistum befindet sich derzeit im Wandel", erklärte dazu Diözesanmusikdirektor Dostal. Die Veränderungen seien notwendig geworden, da zum einen in der Bischofsstadt Regensburg, mit Sitz der "Domspatzen" und der Hochschule für katholische Kirchenmusik, zwar viele Musikerinnen und Musiker eine erstklassige Ausbildung erhalten, aber es in der Diözese bis jetzt kaum Stellen für die fertig ausgebildeten Kirchenmusiker gegeben habe.

Zum anderen habe eine Erhebung eine erschreckende Altersstruktur ergeben, sagte Dostal. Ein Viertel der Chorleiter und Organisten sei über 70 Jahre alt. Aufgrund dieses Handlungsbedarfs habe sich das Bistum entschlossen, die Regionalkantoren einzuführen. Dieses Konzept habe sich in anderen Bistümern, etwa in Würzburg, Bamberg, Eichstätt und Passau schon lange bewährt. Treibende Kraft diese Posten auch im Bistum Regensburg einzuführen sei der Regensburger Bischof Rudolf Vorderholzer gewesen, der stärker als bisher die Kirchenmusik in allen Pfarreien, Dekanaten und Regionen des Bistums forcieren will, erklärte Dostal. Mit der Vergabe der ersten Stelle eines Regionalkantors in die Region Nord, also in die Dekanate Tirschenreuth und Kemnath-Wunsiedel, setzte das Bistum aber auch ein Zeichen. "Die Gelder sollen dahin fließen, wo sich auch gebraucht werden", sagte Dostal. Regensburg sei weit weg, die Region zwar personell gut ausgestattet, trotz der "Bollwerke" Marktredwitz und Waldsassen, aber auch riesengroß.

Auf dem Papier habe es den Regionalkantor schon lange gegeben, etwa in Form der Dekanatskirchenmusikern wie Sagstetter und Strahl, diese könnten aber nicht zum Unterricht bis in die "hintersten Winkel fahren". Sowohl Sagstetter als auch Strahl teilten diese Meinung, zudem habe der Unterricht für Interessierte meist in ihrer Freizeit stattfinden müssen. "Für die Region beginnt nun ein neues Zeitalter", unterstrich Dostal und wies darauf hin, dass Regionalkantor Merkes nun zum Schüler kommt und nicht umgekehrt: "Die Diözese nimmt Geld in die Hand, um den Kirchenmusiknachwuchs zu fördern."

Die Auswahl für den Standort habe sich als schwierig gestaltet, erklärte Dostal. Für Wunsiedel hätten verschiedene Faktoren gesprochen: Es liege zentral, es verfüge über eine Kirche mit einer neuen, respektablen Orgel und Wunsiedel habe mit Günter Vogl einen musikbegeisterten Pfarrer. Zudem befinde sich hier der Chor im Aufbau, es werde also kein Chorleiter "vertrieben". Der Sitz des Regionalkantors könne bei Bedarf aber jederzeit innerhalb der Region verlegt werden. "Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir den Zuschlag bekommen haben und wir werden vielleicht auch ein bisschen von anderen beneidet", freute sich Pfarrer Vogl.

Besuch der Pfarreien


Dass er sich als Regionalkantor bereits eingelebt hat, bewies Merkes, der derzeit noch in Bad Alexandersbad wohnt. Vor zwei Wochen habe er die Arbeit aufgenommen und er sehe schon Fortschritte. Als nächstes wolle er allen Pfarreien in der Region einen Besuch abstatten und das Konzept vorstellen. In einem zweiten Schritt hat Merkes vor, alle Kirchenmusiker zu kontaktieren und parallel dazu bei den Dekanatskonferenzen das zusätzliche Angebot zu präsentieren. Ziel sei ist es, Nachwuchsorganisten zu finden und auszubilden sowie neben- und ehrenamtliche Kirchenmusiker zu begleiten.
Die kirchenmusikalische Versorgung im Bistum befindet sich derzeit im Wandel.Diözesanmusikdirektor Dr. Christian Dostal
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