Drahtige Hosen für Bäume
"Biber beschäftigen uns immer"

Possierlich ist der Biber anzusehen. Mit seinen wasserbaulichen Tätigkeiten allerdings bereitet er oft Probleme - auch in Städten.
Vermischtes
Tirschenreuth
04.02.2016
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Überall, wo in der Stadt größere Wasserflächen vorhanden sind, sich Waldnaab oder Mühlbach durch Siedlungen schlängeln, fällt auf, dass viele Bäume schicke Füßlinge aus Maschendrahtzaun haben. Keine Modeerscheinung, sondern Schutz gegen die scharfen Zähne des Bibers.

"Biber beschäftigen uns immer", sind sich Bauhof-Chef Herbert Schertler und Stadtförster Michael Pröls einig. Wo der Nager im Stadtgebiet auftaucht, macht er sich zugleich am Baumbestand der Ufer zu schaffen.

Effektiver Schutz


Die Schürzen aus Draht sind also reine Sicherungsmaßnahmen und schützen effektiv gegen die Zähne des großen Nagers. Ließe man ihn gewähren, gäbe es immer wieder Schäden zu vermelden, weil Bäume zum Beispiel in Gärten oder im schlimmsten Fall sogar auf Häuser fallen könnten. Die Zaun-Maßnahme ist aber nicht nur effektiv, sondern noch dazu auch noch billig. Letzteres ist nicht ganz unwichtig, weil eine Kommune keine Ausgleichszahlungen für Biberschäden bekommt, im Gegensatz zu Privatpersonen. Im Bereich Deschplatz haben die Bauhofmitarbeiter bereits im Herbst entlang der Waldnaab gegenüber der evangelischen Kirche etwa 20 Weiden und Erlen mit den bewährten "Metallhosen" bekleidet. Auch im Fischhof-Park gibt es zahlreiche Bäume, die damit ausgestattet sind.

Regelmäßige Kontrollen


Im Bereich der Waldnaab flussaufwärts, hinter der evangelischen Kirche, hat der Biber bereits damit begonnen, die großen Pappeln gegenüber der beiden Kindergärten anzuknabbern. Die Bäume sind nicht mehr zu retten und werden demnächst durch Mitarbeiter des Maschinenrings gefällt.

Stadtförster Michael Pröls entdeckt die meisten Schäden bei seinen Baumkontrollen, die er im Stadtgebiet zwei Mal im Jahr durchführt, einmal im belaubten und einmal im unbelaubten Zustand. Dabei entdeckte er auch die angefressenen Weiden und Erlen entlang der Waldnaab im Bereich Feuerwehrhaus. Bei seinen Kontrollen stößt er eigentlich immer auf irgendwelche Bibertätigkeiten. Geht es um Baumschäden, entscheidet er, wie zu handeln ist. Reichen Biberschutzzäune aus, wird der Bauhof tätig.

Biberberater dabei


Sind Fällarbeiten angesagt, ist oft der Maschinenring gefragt. Geht es um gravierendere Dinge, die in den Bereich der Unteren Naturschutzbehörde fallen, ist sie mit im Boot. Mittelsmann ist dabei der zuständige Biberberater Hubert Platzer. Im Bereich Stadtteich hat der Biber beim Großparkplatz ebenfalls stattliche Bäume angeknabbert.

Die waren nicht mehr zu retten und drohten gar auf die Bundesstraße zu stürzen. Verantwortlich dafür zeichnet in diesem Areal das Wasserwirtschaftsamt, das die Bäume entfernen ließ.
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