Ein Pfarrer in Reichweite

Mit einem Präsentkorb dankte Ulrich Gruber (rechts) für das Pfarrkapitel dem scheidenden Pfarrer und seiner Frau. Bild: kro
Vermischtes
Tirschenreuth
27.07.2016
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"Viele Hände" sowie ein Erinnerungsbild durfte Gemeindevorsteherin Anja Dittmann (rechts) und Lisa und Ralph Knoblauch übergeben. Bild: kro

Unverwechselbar und einmalig, aber auch als Mann der klaren Worte wird Ralph Knoblauch beschrieben. Ab dem 1. Oktober muss die evangelische Gemeinde ohne ihn auskommen.

Sympathisch, stets ansprechbar, aber durchaus auch mit Ecken und Kanten, so wurde der evangelische Pfarrer am Wochenende bei der Verabschiedung gewürdigt. "Wir vermissen ihn jetzt schon", bescheinigte Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler.

Der gebürtige Berliner Ralph Knoblauch war 17 Jahre evangelischer Pfarrer in Tirschenreuth. Seinen Ruhestand will er ab dem 1. Oktober in Weiden verleben. Dem Festakt im Kettelerhaus voraus ging ein Gottesdienst in der evangelischen Erlöserkirche, in der Pfarrer Knoblauch offiziell von Dekan Dr. Wenrich Slenczka verabschiedet wurde und Pfarrer Martin Schlenk die Abkündigung aussprach. Unter den Gottesdienstbesuchern in der übervollen Kirche waren neben vielen weiteren evangelischen und katholischen Würdenträgern auch Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss.

Eine feste Größe


Im Kettelerhaus betonte für das Pfarrkapitel Pfarrer Ulrich Gruber, dass es ihn schwer falle, Pfarrer Knoblauch zu verabschieden. "Er ist eine feste Größe gewesen, immer ansprechbar", hat Gruber Pfarrer Knoblauch in all den Jahren schätzen gelernt. "Alle Ecken und Kanten haben dich unverwechselbar und einmalig gemacht". Ralph Knoblauch sie ein Freund der klaren Worte, "so viel Rückgrat hat nicht jeder", so Gruber. Nicht umsonst sei er auch deshalb der Vertrauenspfarrer gewesen. Gruber betonte, "du wirst nicht Pfarrer im Ruhestand, sondern in Reichweite". Er wünschte er ihm nun viel Zeit vor allem mit seiner Enkelin Marlene, ehe auch Lisa Knoblauch viel Lob von Pfarrer Gruber erhielt: "Hinter jedem guten Pfarrer steckt eine starke Pfarrersfrau, bei euch stimmt das zu 100 Prozent".

Dank für Ökumene


Nachbarpfarrer Martin Schlenk ging auf die sehr gute Zusammenarbeit ein. Bei manch gemeinsamen Autofahrten habe man sich sehr intensiv ausgetauscht und so sei im Laufe der Zeit eine Freundschaft gewachsen. "Es ist zwar ein Abschied, aber die Freundschaft geht weiter", betonte Schenk. Für die evangelische Gemeinde in Waldsassen dankte Annette Spreitzer für die Unterstützung und beschrieb in launiger Weise den Kontakt. So hatte Ralph Knoblauch ihr vor drei Jahren zum Geburtstag einen Kaktus geschenkt. Denn hatte Annette Spreitzer sogar dabei, als Symbol für "stachlige Situationen". Wichtig sei es aber, dass diese wieder bereinigt werden. Dies sei Knoblauch durchaus gelungen.

Stadtpfarrer Georg Flierl verwies darauf, das er 16 Jahre mit Pfarrer Ralph Knoblauch zusammengearbeitet hat und dankte für diese Ökumene. Flierl dankte auch für die Erfahrungen, die er machen durfte. Aufgefallen sei ihm an Ralph Knoblauch dessen ungeheurer Fleiß, ehe er abschließend wünschte, "ich hoffe, wir haben uns heute nicht zum letzten Mal gesehen".

Musikalisch wurde die Feierstunde vom Posaunenchor und den Kindern des evangelischen Kindergartens umrahmt, die neben Gedichten auch so manche Tänze zeigten. Die Erzieherinnen verabschiedeten sich ebenfalls in Gedichtform.
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