Ein Segen für die Menschen

Die Pfarreispatzen unter Leitung von Werner Fritsch präsentierten mit großer Begeisterung die Geschichte der Heiligen Elisabeth. Bild: heb
Vermischtes
Tirschenreuth
01.06.2016
34
1

Zwei außergewöhnliche Jubiläen wurden am Wochenende gemeinsam gefeiert. Mit dem 100. Geburtstag des Elisabethenvereins wurde zeitgleich das Jubiläum "130 Jahre Mallersdorfer Schwestern in Tirschenreuth" begangen.

Beim Festkommers am Samstag im Saal des Kettelerhaus gab es nicht nur viele anerkennende Worte für die "Geburtstagskinder". Mit Musik, Liedern und Pantomime wurde ein abwechslungsreiches Programm gestaltet.

Viele Ehrengäste


Stadtpfarrer Georg Flierl übernahm den Part der Begrüßung und hatte eine lange Namensliste vorliegen, denn der Einladung waren viele Ehrengäste aus Politik und Kirche gerne gefolgt. Besonders freute er sich, die vorherige langjährige Leiterin des Elisabethenvereins, Schwester Josefine, begrüßen zu können. "Ohne Schwester Josefine gäbe es den Elisabethenverein in dieser Form nicht", würdigte er ihre Arbeit. Und auch die "Mutter des Elisabethenvereins", Olga Luft, war zum Festakt gekommen. Sie betonte die gute Verknüpfung des Katholischen Frauenbundes mit dem Elisabethenverein.

Als Festredner hatten die Verantwortlichen Pater Präses Martin Neuhauser vom Missionshaus St. Peter gewinnen können. Bei seinem Vortrag unter dem Motto "Die Bedeutung der kirchlich caritativen Werke in einem Sozialstaat" kam Neuhauser zu dem Schluss, dass der Staat ohne die Unterstützung von privater oder kirchlicher Seite nicht auskomme. Sozialstaat und christlich-soziale Arbeit seien kein Gegensatz und sollten auch keine Konkurrenz sein. Aus der christlichen Verantwortung heraus habe sich vor 100 Jahren auch der Elisabethenverein gegründet. Viele Helfer, vor allem viele Mallersdorfer Schwestern hätten hilfsbedürftigen Menschen beigestanden.

Lebensqualität erhalten


"Die Menschen wollen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung leben", betonte Bürgermeister Franz Stahl. Dies bedeute ein wertvolles Stück Lebensqualität zu erhalten. Der Elisabethenverein trage durch verschiedene Leistungsangebote dazu bei. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler bescheinigte den Mitarbeitern des Elisabethenvereins, dass sie sich mit viel Engagement und Liebe um die Mitmenschen kümmern. Sowohl Stahl, als auch Dr. Scheidler überreichten Geldgeschenke an Pflegedienstleiterin Schwester Simona. "Christliche Nächstenliebe erreicht ihren Höhepunkt, wenn sich Christen um ihre Mitmenschen kümmern", schilderte Bundestagsabgeordneter Reiner Meier. Es sei für gebrechliche Menschen ein großer Segen, wenn ihnen beigestanden werde. Bis heute würden sich vorwiegend Frauen in der Krankenpflege einsetzen. Ihnen wünschte Meier viel Kraft für ihre verantwortungsvolle Arbeit.

Auch Generaloberin Schwester Jakobe Schmid war zum Festabend extra angereist. Sie gab einen kurzen Rückblick über die Arbeit der Mallersdorfer Schwestern über die vergangenen 130 Jahre in Tirschenreuth. 1885 habe der damalige Tirschenreuther Pfarrer gebeten, dass Mallersdorfer Schwestern das Waisenhaus vor Ort übernehmen sollten.

Arbeit im Waisenhaus


1886 traten zwei Schwestern im neu errichteten Tirschenreuther Waisenhaus ihren Dienst an. 1900 kam eine dritte Schwester dazu. Sie übernahm die Krankenpflege. 1915 wurde eine zweite Schwester für die Krankenpflege erbeten. Erstmals tauchte in diesem Zusammenhang auch der Name "Elisabethenverein" in den Unterlagen auf. 1987 seien dann die Schwestern nach Mallersdorf beordert worden. 57 Schwestern hätten bis dahin in Tirschenreuth Dienst getan. Stadtpfarrer Georg Maria Witt habe dann mit großem Elan und noch größerem Gottvertrauen fertiggebracht, dass es 1988 einen Neuanfang mit Mallersdorfer Schwestern in Tirschenreuth gegeben habe.

Umrahmt wurde der Festabend von den Pfarreispatzen unter Leitung von Werner Fritsch, der mit den Kindern das Leben der Heiligen Elisabeth musikalisch aufgearbeitet hatte, und dem Akkordeonorchester der Kreismusikschule. Pantomime Benedikt Anzeneder brachte sich mit passenden Szenen unter dem Titel "Mimik der Bibel" ins Geschehen ein.

300 000 Kilometer im Jahr unterwegsGünther Franz, seit 2003 mit seinem Sohn Thomas ehrenamtlicher Geschäftsführer des Elisabethenvereins, informierte über den Werdegang des Pflegedienstes. Zwischen 1916 und 2007 waren insgesamt 14 Mallersdorfer Schwestern ausschließlich in der ambulanten Krankenpflege eingesetzt. Als dann 1987 die Schwestern aus Tirschenreuth abgezogen wurden, stellte auch der Elisabethenverein vorübergehend seine Arbeit ein. Schon 1988 kamen dann wieder drei Schwestern nach Tirschenreuth. Schwester Josefine übernahm als Pflegedienstleiterin die Krankenpflege im Elisabethenverein und baute diesen grundlegend auf. Im Juli 1993 war das Team des Elisabethenvereins schon auf 11 Personen angewachsen. Derzeit werden 51 hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt. Zusätzlich unterstützen 20 ehrenamtliche Helfer beim Essen ausfahren und in der Geschäftsführung. Die 25 eigenen Autos der "grünen Flotte" legen jährlich knapp 300 000 Kilometer zurück. Im Vergleich würde damit die Erdkugel 7,5 mal umrundet. (heb)


Ohne Schwester Josefine gäbe es den Elisabethenverein in dieser Form nicht.Stadtpfarrer Georg Flierl
1 Kommentar
44
Evelin Lehnert aus Brand | 01.06.2016 | 21:10  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.