Eine attraktive Vorratsfläche

Seit 1998 ist in der ehemaligen Porzellanfabrik SMCS der Ofen aus. Vor zwei Jahren hat die Stadt das Gebäude erworben, hoffte auf den Neubau eines Bürohauses. Daraus wurde nichts. Jetzt soll dennoch der Abriss der Fabrik erfolgen. Im Februar könnten die Bagger anrücken. Bürgermeister Franz Stahl, Stadtbaumeister Andreas Ockl und Stadtkämmerer August Trißl (von rechts) sahen sich jetzt noch mal in der alten Fabrik um. Bild: Schirmer
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Tirschenreuth
21.09.2016
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Mächtige Industriebauten, die im Stiftland viele Ortsbilder prägten, waren die einstigen Porzellanfabriken. Mit der SMCS wird in der Stadt bald die letzte verschwinden.

Vor vielen Jahren sind in der ehemaligen Porzellanfabrik SMCS in der Kreisstadt die Öfen ausgegangen. Seitdem hat das Industriebauwerk am westlichen Ortseingang keine richtige Verwendung mehr gefunden. In Teilflächen hat der Werkhof der Diakonie sein Lager aufgeschlagen, in den früheren Fertigungshallen im Erdgeschoss wurden immer wieder mal Bereiche für Lager oder Bastler genutzt.

Nachdem sich die Idee für ein neues Bürogebäude zerschlagen hat, will die Stadt dennoch aktiv werden. Immerhin gibt es für den Abriss der alten Fabrikgebäude eine hohen staatlichen Zuschuss. Im Februar kommenden Jahres könnten die Bagger anrücken. Was dann auf dem Gelände passiert, ist noch offen. "Es gibt einen Interessenten", weiß Bürgermeister Franz Stahl. Doch nähere Angaben will das Stadtoberhaupt noch nicht machen.

510 000 Euro Zuschuss


Mit Blick auf den "offenen" Zuschuss will und kann Stahl aber nicht länger warten. Die "Geländefreimachung" soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen. Rund 700 000 Euro wird der Abbruch kosten, dazu gibt es die Förderung aus Städtebaumitteln in Höhe von rund 510 000 Euro. In den nächsten Wochen soll die Ausschreibung erfolgen. Im Februar/März könnten die Arbeiten starten. Bis dahin muss auch die Diakonie eine neue Bleibe für ihren Werkhof finden. Nach dem Erwerb der Industriebrachen vor rund zwei Jahren hatte die Stadt auch die Verträge mit den Mietern gekündigt. Aktuell werden noch Flächen als Lager genutzt. Und bei der Diakonie hat die Stadt nicht auf den Auszug gedrängt.

Doch jetzt sind die Tage der SMCS gezählt. Dabei hätte der Abbruch schon längst stattfinden können. Denn ursprünglich sollte an der Stelle der Fabrik ein neues Bürogebäude errichtet werden. Jobagentur und Arbeitsamt waren als mögliche Mieter gehandelt worden. Um voran zu kommen, hatte die Stadt vor zwei Jahren dann die Gebäude erworben. Doch diese Pläne scheiterten, das Jobcenter wird in der Kreisstadt in andere Räume einziehen.

Mit der Freimachung des rund 7600 Quadratmeter großen Geländes soll nun in erster Linie die städtebauliche Situation an der Falkenberger Straße verbessert werden. Schließlich findet sich hier in Fortsetzung das neu genutzte Areal der ehemaligen Bahnhofsfläche.

Keine Probleme mit Boden


Und die Aufstellung des Bebauungsplan hat auch schon die alten SMCS-Gebäude mit enthalten. Nach dem Abbruch wird zunächst eine "Vorratsfläche in attraktiver Lage" entstehen. Auf ihr könnten einmal auch in Modulbauweise entsprechende Neubauten wachsen, hofft der Bürgermeister. "Wir hoffen natürlich auf ein produzierendes Gewerbe", so Stahl. Wer Interesse hat, kann sich bei der Stadt melden.

Beim Abbruch der alten Fabrikgebäude sieht Stahl auch der Frage von "Altlasten" entspannt entgegen. Bodenuntersuchungen hätten gezeigt, dass kaum Probleme auftauchen werden.
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