Elektrokraft für Lastwagen

Elektromobilität war das Thema einer Versammlung der Grünen. Dabei ließen sich die Teilnehmer vor Ort auch über die aktuelle Fahrzeugtechnik informieren. Bild: Privat
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Tirschenreuth
04.08.2016
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Elektromobilität ist die Zukunft, da sind sich die Grünen sicher. Den notwendigen Strom sollen Wind und Sonne liefern.

Bei der Versammlung des Ortsverbandes stand die ganze Bandbreite der Elektromobilität, also vom E-Bike bis zum Oberleitungs-Lastwagen, im Mittelpunkt. Dabei würden Ressourcen- und Klimaprobleme keine andere Alternative als das "Elektroauto" bieten. Nahtlose Übergänge wären über Biosprit (Pflanzenöl, Bioalkohol, usw.) möglich. Ganz könnte damit der Bedarf nicht gedeckt werden. Und bei der Nutzung von Wasserstoff, so erläuterte Grünen-Ortsvorsitzender Konrad Schedl, gäbe es bei der Umwandlung einen Verlust von bis zu 80 Prozent.

Die Alternative Strom würde sich bei einer direkten Nutzung durch geringe Leitungsverluste und Verluste in Batterie und Elektromotor auszeichnen. Den Grünen erscheint deshalb eine Einführungsförderung von Elektroautos grundsätzlich gerechtfertigt. Schedl verwies dann auf die Fördersituation nach dem 1. Juli 2016 für Elektroautos. Für die Anschaffung eines reinen E-Autos gebe es 4000 Euro Förderung, für ein Hybridfahrzeug 3000 Euro "Umweltbonus". Die Kaufprämie kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden, die auch schon die Abwrackprämie für Altautos verwaltet hatte.

Bis 1600 km Reichweite


Kreisrat Franz Heinrich, der selbst ein Elektroauto fährt, fasste zusammen: "Egal wie man rechnet, ein Elektroauto ist heute keinesfalls mehr unbezahlbar." Ärgerlich sei aber, wenn Ladestationen immer wieder nicht funktionieren. In einigen Jahren werde es dieses Problem in der Form nicht mehr geben. Neben der flächendeckenden Ausstattung mit Ladestationen würden Range-Extender diesen Bedarf auch reduzieren. So würde etwa der Elektro-BMW i3 schon mit einem Stromerzeuger angeboten. Mit einer Alu-Luft-Batterie wären einmal Reichweiten von 1600 Kilometer möglich.

Bei der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen fahren sollen, sind auch die Grünen zuversichtlich. Dabei begründen sie dies aber mit den Aktivitäten in anderen Ländern. So liege etwa in Norwegen die Neuzulassungsquote von E-Autos bei über 20 Prozent.

Langfristig gehe es aber um die Elektrifizierung großer Teile der Mobilität, betonte der Ortsvorsitzende. So erfreuen sich E-Bikes seit Jahren zunehmender Beliebtheit, die ihre Käufer ganz ohne Zuschüsse finden. Aktuell hätte das erste Flugzeug mit Sonnenkraft die Welt umrundet.

Stadt leistet Beitrag


Eine große Zukunft schrieb Schedl auch der E-Mobilität im Bereich der Betriebsfahrzeuge zu. Dabei stellte der Grünen-Vorsitzende positiv heraus, dass auch die Stadtwerke Tirschenreuth mit der Anschaffung eines elektrisch angetriebenen Kangoo einen Beitrag geleistet hätten. "Auch die Post stellt ihren Zustellverkehr auf Elektroantrieb um."

Laster mit Stromabnehmer


Selbst Lastwagen sollen mit Strom betrieben werden, appellierte Schedl. Hier werde das Fahrzeug zusätzlich mit einem Elektromotor und einem Stromabnehmer ausgerüstet. Der "eHighway" sei im Vergleich zu Verbrennungsmotoren doppelt so effizient. Das bedeutet nicht nur eine Halbierung des Energieverbrauchs, sondern auch eine Verringerung der lokalen Luftverschmutzung. Der Hybrid sei der erste Schritt auf dem Weg zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, die eine immer wichtigere Rolle bei der Entwicklung des nachhaltigen Güterverkehrs spielen. Bei der Bahn sei die Technik ja schon lange im Einsatz.

Am Schluss wurde kurz die Frage diskutiert, wo denn der Strom dafür herkommen soll. Heute würde erst 40 Prozent der Strommenge aus erneuerbaren Energien erzeugt. Diesen Anteil gelte es zu steigern. "Hauptträger dieser Energie wird die Sonne und der Wind sein", unterstrich Schedl. Wenn selbst Frankreich schwimmende Windparks bauen will, dann sei da kein unlösbares Problem in Sicht. Daher sehen die Grünen die Elektromobilität als wichtigen Pfeiler einer ökologischen Gesellschaft.
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