Endoprothetik-Spezialist Rudolf Ascherl in Tirschenreuth
Hüfte und Knie in guten Händen

Professor Dr. Rudolf Ascherl ist der Leiter der Klinik für Spezielle Chirurgie und Endoprothetik am Krankenhaus Tirschenreuth der Kliniken Nordoberpfalz AG. Bild: Grüner
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Tirschenreuth
29.01.2015
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Lahme gehend macht auch Professor Dr. Rudolf Ascherl nicht. Aber der Endoprothetik-Spezialist gibt seinen Patienten durch seine Operationen für viele Jahre Lebensqualität zurück. Im Krankenhaus Tirschenreuth leitet er die Klinik für Spezielle Chirurgie.

Professor Ascherl kennt, wie kaum ein anderer im Land, den menschlichen Bewegungsapparat und weiß, wie man ihn in Schuss hält, beziehungsweise repariert. Am Samstag informiert er mit seinem Team im Kettelerhaus über das komplexe Thema.

Die Koryphäe im Bereich der Endoprothetik ist seit 1. Oktober am Tirschenreuther Haus tätig. Obwohl er viele Jahrzehnte an renommierten Kliniken in der ganzen Bundesrepublik wirkte, weist ihn sein akzentfreier Oberpfälzer Dialekt zweifelsfrei als Einheimischen aus. Es heiße zwar, dass der Oberpfälzer irgendwann in die Heimat zurückkehre. Das alleine sei aber nicht der Grund, dass der 64-jährige jetzt seine Heilkunst am Krankenhaus Tirschenreuth der Kliniken Nordoberpfalz AG zelebriert.

40 Betten

40 Betten stehen ihm aktuell zur Verfügung. "Ich könnte locker doppelt so viele brauchen", beschreibt er die große Nachfrage nach seinem Können und Spezialwissen. Bevor Ascherl fest nach Tirschenreuth kam, hat er hier schon ein Jahr lang einmal pro Woche operiert. Immer dann, wenn an seiner Wirkungsstätte in Chemnitz der OP-Plan "übergelaufen" sei, habe er diese Möglichkeit genutzt.

"Ich konnte hier dankenswerter Weise meine Patienten mitbringen und operieren. Das hat sich herumgesprochen und schon bald kamen auch Patienten von hier." Vor seiner Zeit in Chemnitz war Professor Ascherl in Rummelsberg engagiert. Das Bild war ähnlich und der Chirurg hatte 2009 die Gelegenheit, seine Patienten im Krankenhaus Eschenbach zu operieren. Demzufolge kannte Ascherl die Kliniken-Landschaft der nördlichen Oberpfalz schon sehr gut, bevor er in Tirschenreuth richtig eingestiegen ist. Eigentlich logisch, dass seitens der Kliniken AG eines Tages die Frage gestellt wurde, "warum machen Sie das nicht ganz bei uns?" Eine angenehme Situation, weil ich ja selber von hier bin und zudem wirklich alles passt", sagt Professor Ascherl.

Dabei sei eine Situation entstanden, die Vorteile für beide Seiten biete. Nicht nur, dass jetzt wesentlich mehr Patienten im Haus verweilen. Mit der neuen Abteilung habe auch die Arbeitsplatzsituation stabilisiert werden können. Im Team von Professor Ascherl arbeiten derzeit neben ihm weitere vier Ärzte. Zudem ist das Pflegepersonal um vier Mitarbeiter aufgestockt worden.

"Hier kann ich meinen Enthusiasmus und meine Begeisterung zu meinem Beruf ausleben", sagt Ascherl, der fünf mal die Woche 14 Stunden täglich im Haus ist und dort oft auch an den Wochenenden agiert. Durchschnittlich steht er täglich drei Mal im OP. Dienstag bis Donnerstag wird sogar von 8 bis 20.30 Uhr operiert. "Meine Mitarbeiter sind schon enorm gefordert", gesteht er.

Standbein Wechsel-OP

Mit seiner Person ist in Tirschenreuth eine absolute Spezialabteilung entstanden. "Das klingt zwar arrogant, ist aber so. Wenn sie vergleichbare Häuser suchen, müssen sie nach Berlin, Hamburg oder München ausweichen", sagt er. Ein Standbein der neuen Klinik seien die Wechseloperationen auf die sich der Professor spezialisiert hat.

"Eine Faustregel besagt, dass zehn Prozent aller Patienten die ein künstliches Gelenk haben, nach zehn Jahren wieder kommen. Wahrscheinlich ist das der Grund, dass uns oft vorgeworfen wird, dass wir zu viel operieren. Aber durch den Austausch wird jedesmal die Lebensqualität des Patienten verbessert." Der Mensch geht im Jahr etwa eine Million Schritte. Die Zahl mach lauit Ascherl deutlich, dass die Teile, die dabei belastet werden, mit der Zeit verschleißen und Deformationen aufweisen. Und genau da setzt die Endoprothetik an. "Versprechen Hüftoperationen in der Regel große Erfolge, gelingt es beim Knie nicht immer, die Beweglichkeit wieder so herzustellen, wie sich der Patient das wünscht." Je schlimmer die Ausgangslage sei, desto mehr spüre der Patient den Fortschritt nach einer OP. Zu manchen müsse man auch sagen, "es ist zu früh für eine OP."

"Keime spielen keine geringe Rolle, vor allem bei den vielen Nachoperationen", räumt Professor Ascherl ein. Oft brächten die Patienten die Keime mit. Deshalb seien vor einer geplanten OP aufwendige Voruntersuchungen nötig. Die Hautoberfläche, dürfe zum Beispiel keinerlei Verletzungen aufweisen.

Eine kleine Nagelbettentzündung am Finger oder Zeh stelle bereits ein hohes Risiko dar. Ebenfalls müsse sichergestellt werden, dass kein Infekt im Nierenkreislauf vorhanden sei. Auch kranke Zähne könnten Risiken bergen. "All diese Dinge müssen saniert werden, bevor operiert wird." Deshalb schickt Ascherl im Schnitt pro Woche mindestens zwei Patienten wieder weg.

Seit 1980ern im Geschäft

Künstliche Hüften gib es bereits seit Ende der 1960er Jahre, künstliche Knie erst ab Anfang der 1990er. Das liegt nach den Worten des Professors daran, dass Knieoperationen viel komplizierter und komplexer sind. Selbst operativ im Geschäft ist Professor Ascherl seit Mitte der 1980er Jahre.
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