Erich Werner verstorben
Mit Leidenschaft und Demut

Der Ikonenmalerei gehörte in den vergangenen Jahren die große Leidenschaft von Erich Werner. Der anerkannte Experte verstarb am vergangenen Mittwoch. Archivbild: tr
Vermischtes
Tirschenreuth
18.02.2016
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Die Umsetzung seines Herzenswunsches hat Erich Werner nicht mehr selber erleben können. Zu einem Besuch im Museumsquartier, im Raum mit seinen Ikonen, kann der sympathische Künstler nicht mehr aufbrechen. Am Mittwoch starb der außergewöhnliche Maler, der nicht nur der Kreisstadt ein großes Werk hinterlassen hat.

Ein verschmitztes Lächeln, und stets ein freundliches Wort - die Begegnungen mit dem bescheidenen Künstler bleiben allen in bester Erinnerung. Angesprochen auf sein außergewöhnliches und vielfältiges Talent hat Erich Werner stets abgewunken, mit aufrichtiger Bescheidenheit und echter Herzlichkeit dagegengehalten. Damit hat Erich Werner allen den Zugang nicht nur zu seiner Kunst leicht gemacht.

In seinem Jahrzehnte langen Schaffen hat der Tirschenreuther dabei manches Kapitel für seine Leidenschaft aufgeschlagen. Immer wieder hatte sich Werner auch die verschiedenen Bereiche der Malerei erschlossen, mit Farben und Motiven aber schon früh seinen unverkennbaren Stil geprägt. Aquarell, Öl, Kontraste und Harmonie - mit Material oder Ausdruck hat der Tirschenreuther seine Erfahrungen gesammelt.

Klassische Ikonen


Im künstlerischen Werk finden sich Landschaften aus seiner böhmischen Heimat, Abbildungen von Trachten, aber auch Buchillustrationen und moderne Motive. Jahre investierte der Künstler dann in die Restaurierung des Heiligen Grabes in der Klosterkirche.

Ein großes Thema im Leben von Erich Werner war allerdings die Ikonenmalerei und auch das Sammeln dieser Sakralbilder. Weit zurück reichte der Wunsch diese Malerei zu praktizieren, um dadurch auch seiner gläubigen Seite Ausdruck zu verleihen. In den vergangenen Jahren sind nicht nur gut 100 eigene Ikonen, stets nach klassischem Vorbild, entstanden. Der Tirschenreuther ist auch anerkannter Experte geworden - und leidenschaftlicher Sammler. Schon lange bevor Werner sich selbst der Ikonenkunst zuwandte hat er schon diese Sakralbilder gesammelt. Seine Begeisterung hat Erich Werner mit den Mitmenschen teilen wollen. Im Museumsquartier ist dafür ein ansprechender Rahmen für die Ikonen geschaffen worden. Mit dieser hochwertigen Sammlung hat Erich Werner der Kreisstadt ein besonderes Schatzkästchen geschenkt, ohne sich selbst nach vorne zu stellen. Denn die Ikonenausstellung beinhaltet rund 40 Originale, die der Tirschenreuther auf Märkten bis aus Tschechien zusammengetragen hat.

Geboren wurde Erich Werner am 20. April 1939 in Chodau im einstigen Kreis Elbogen. Als Siebenjähriger kam Erich Werner nach Tirschenreuth, besuchte hier die Schule und lernte den Beruf des Porzellanmalers in der "Hutschenreuther". 1964 fand Werner im Vermessungsamt seine berufliche Zukunft und wirkte dort bis 2001 als Techniker im Außendienst.

Liebe zur Heimat


Neben Beruf und Kunst hat Erich Werner stets auch seine Liebe zur alten Heimat gepflegt. Gerade die traditionellen Tänze und die Tracht aus dem Egerland hat Werner stets hoch gehalten und mit seiner ihm eigenen Leidenschaft erfüllt. Für die Kunst und Kultur in der Region hat Erich Werner markante Kapitel geschaffen, die noch lange weiter wirken werden. Der letzte Federstrich unter das künstlerische Schaffen freilich ist ein schmerzhafter Verlust. Trauergottesdienst am Dienstag um 14 Uhr in der Stadtpfarrkirche, anschließend Beerdigung.
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