Erstmals wieder Bürger-Zuwachs

Symbolbild: dpa
Vermischtes
Tirschenreuth
18.07.2016
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Das gab es seit 20 Jahren nicht mehr: Die Zahl der Einwohner im Landkreis wächst. Zwar nur um 64 Bürger in einem Jahr, aber immerhin. Dafür gibt es mindestens zwei Gründe.

Genau 73 314 Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder hatten zum Stichtag 31. Dezember 2015 im Landkreis ihren Wohnsitz. Mit einem Plus von 0,1 Prozent liegt man im oberpfalzweit positiven Trend. Wobei sich der Zuwachs im Vergleich zu den 2,2 Prozent in der Stadt Regensburg natürlich sehr spärlich ausnimmt, aber da sind die Kommunen ganz im Norden des Regierungsbezirkes Bescheidenheit gewohnt.

Mehr Babys


Die negativen Meldungen aus dem Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung waren für den Landkreis Tirschenreuth schon Normalität. Zwischen 200 und 500 Bürger weniger hatte er jährlich regelmäßig zu verkraften. Nach dem kurzzeitigen Boom mit vielen Zuzügen durch die Wiedervereinigung ging es rapide bergab. Nicht zuletzt die Schließung großer Porzellanfabriken sorgte für Arbeitsplatzverluste und Wegzüge.

2005 war mit einem Schwund von 670 Einwohnern der absolute Spitzenwert erreicht. Aber jetzt scheinen sich die Zahlen auf niedrigerem Niveau wieder zu stabilisieren. Dafür ist einerseits eine höhere Geburtenrate verantwortlich. Nicht nur bundesweit gibt es mehr Babys, auch im Landkreis Tirschenreuth: 568 frische Erdenbürger 2015 bedeuteten erstmals nach vielen Jahren wieder eine Steigerung. Die 17 Kinder mehr als 2014 reichen statistisch betrachtet schon für eine ganze Schulklasse.

Mehr Asylbewerber


Der andere Grund liegt ganz klar in der Zahl der Asylbewerber. Denn diese Menschen zählen, sobald sie im Landkreis eine Unterkunft gefunden haben, zur Bevölkerungsstatistik. Anfang des Jahres 2015 waren nach Mitteilung des Landratsamtes 234 Flüchtlinge registriert, zum Jahresende 699 - ohne die Wiesauer Notunterkunft, die damals noch voll belegt war, aber wegen der großen Fluktuation keinen Eingang in die Statistik findet.

Minus in zehn Gemeinden


Die Entwicklung in den einzelnen Orten verlief sehr unterschiedlich. Unter dem Strich haben diesmal 10 Kommunen Einwohner verloren, aber 16 Gemeinden im Landkreis Bürger gewonnen. Zahlenmäßig die größten Zuwächse verzeichneten Kemnath (44), Waldsassen (42) und Bärnau (40). Die drei Gemeinden mit den größten Bevölkerungsverlusten waren Plößberg (minus 38), Fuchsmühl (minus 35), Mitterteich (minus 26) und Konnersreuth (minus 22). Die stabilsten Gemeinden waren laut Statistik Brand und Tirschenreuth: Dort stand am Jahresende jeweils genau ein Einwohner mehr zu Buche als zwölf Monate zuvor.

Mit seinen 73 314 Einwohnern bleibt der Kreis Tirschenreuth mit großem Abstand der bevölkerungsärmste in der Oberpfalz. Neustadt/WN auf Platz zwei liegt bei 95 078 Bürgern. Beim Blick nach Oberfranken wird aber deutlich, dass der Landkreis Wunsiedel erstmals weniger Einwohner als der Landkreis Tirschenreuth hat, nämlich 73 185. Zwar stabilisieren sich auch dort die Werte etwas, doch gab es in der Vergangenheit noch dramatischere Verluste als bei den Nachbarn im Stiftland. 2015 verringerte sich die Einwohnerzahl um 218 Menschen.
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