Firma Magnitz verteilt dieses Jahr voraussichtlich 2,2 Millionen Stück
Gelbe Säcke: Nicht mal ein Drittel kommt zurück

Brigitte Magnitz. Bild: jr
Vermischtes
Tirschenreuth
30.09.2016
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Mitunter recht hitzig wurde es bei der Sitzung des Bayerischen Gemeindetags. Die Bürgermeister diskutierten das Thema Gelbe Säcke und deren Missbrauch. Brigitte Magnitz von der gleichnamigen Tirschenreuther Entsorgungsfirma rechnete vor, dass im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Säcke ausgereicht wurden. Zurück kamen aber nur knapp 480 000 Stück. 2016 rechnet das Unternehmen mit der Ausgabe von 2,2 Millionen Säcken.

Brigitte Magnitz dankte zunächst den einzelnen Kommunen für die Unterstützung beim Thema Abfallentsorgung, kam aber gleich auf den Punkt: "Unser Problem ist der Missbrauch von Gelben Säcken. Den zu verhindern muss unser aller Ziel sein." Bei einer Rücklaufquote von nicht einmal 30 Prozent stellte sie die Frage: "Wo ist der Rest?" Die meisten Säcke holten sich die Bürger in Leonberg (14 Stück pro Einwohner und Jahr) vor Friedenfels, Mähring und Plößberg (je 11 Säcke). Den geringsten Verbrauch hatten die Bürger in Bärnau mit 5 Säcken pro Einwohner. Danach folgten Krummennaab, Mitterteich, Tirschenreuth, Waldsassen und Wiesau mit je 7 Säcken. Pechbrunns Bürgermeister Ernst Neumann kommentierte den Verbrauch so: "Wenn etwas kostenlos ist, ist der Einfallsreichtum der Menschen schier grenzenlos." Neumann berichtete von einem Fall in seiner Gemeinde, dem er selbst nachging. "Die Gelben Säcke sind nur für einen Zweck da und sonst für nichts anderes", betonte er. Reuths Bürgermeister Werner Prucker zweifelte die Zahlen der Firma Magnitz an und kritisierte die Beschaffenheit der Säcke: "Die sind für gar nichts anderes zu gebrauchen als für Abfall." Bürgermeister Günter Kopp (Kulmain) sprach sich für ein gewisses Budget pro Haushalt aus. "Wer mehr Säcke braucht, muss halt zahlen."

Für Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier lassen sich "schwarze Schafe" nie ganz ausschließen. "Wenn wir die Säcke einzeln abgeben müssen, kostet das Geld und dies können wir auf Dauer nicht leisten. Sonst müssen die Kommunen diese Personalkosten dem Landkreis in Rechnung stellen."

Brigitte Magnitz machte deutlich, dass ihr Unternehmen mit den Kosten der Säcke kalkulieren muss. "Wenn wir teurer werden, bekommen wir den Auftrag im Landkreis nicht mehr." Es gehe einzig und allein darum, den Missbrauch einzudämmen. Die Müllwerker würden auf Wunsch sogar Gelbe Säcke verteilen. Dem hielten die Bürgermeister entgegen, dass ein Großteil der Leute nicht die Firma Magnitz anrufe, sondern sich Nachschub in den Rathäusern hole. (Im Blickpunkt)
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