Gebietsversammlung des Bauernverbandes
Umweltschutz nur mit Bauern

Einen breiten Querschnitt zu unterschiedlichen land- und forstwirtschaftlichen Themen hatte die Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes auf der Tagesordnung (von links): Organisator Albert Wolfrum, Kreisobmann Ely Eibisch, Hans Meister von der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth, Ludwig Peter vom Projekt "boden:ständig" und stellvertretender Kreisobmann Martin Härtl. Bild: heb
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Tirschenreuth
25.01.2016
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Milch, Schweinehaltung oder Wald sind Themen, bei denen die Landwirte ständig auf der Höhe der Zeit bleiben müssen. Bei der Gebietsversammlung boten gleich mehrere Referenten die aktuellen Informationen.

Matzersreuth. Zahlreiche Landwirte waren zur Gebietsversammlung des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Kreisverband Tirschenreuth ins Feuerwehrgerätehaus nach Matzersreuth gekommen. Kreisobmann Ely Eibisch hatte für die Versammlung verschiedene Referenten auf der Tagesordnung.

Eine Neuerung stellte Kreisobmann Ely Eibisch gleich anfangs vor. Erstmals gebe es verschiedene Schwerpunktthemen, über die die jeweiligen Beauftragten aus der Kreisvorstandschaft sprechen würden. Bernhard Härtl sei mit dem Bereich Schweinhaltung beauftragt, Martin Härtl mit dem Bereich Milch. Der Schwerpunkt Wald obliege Hans Meister, Biogas sei sein eigener Schwerpunkt und neu komme der Schwerpunkt Fisch dazu, mit dem Alfons Stock beauftragt wurde. Als Hauptthemen hatte Kreisobmann Eibisch Informationen über die aktuelle Düngeverordnung, die Bundesanlagenverordnung und die NEC-Richtlinie im Programm. Klar stellte er heraus, dass Umweltschutz nur mit den Bauern gelingen könne, keinesfalls gegen sie. Gerade die Düngeverordnung sei für die Landwirte in der Praxis äußerst problembehaftet und brauche dringend eine praxistaugliche Ausgestaltung. Ein massiver Protest des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) hatte aber nun doch Erfolg gezeigt, so dass etwa die einstündige Einarbeitungsfrist für Gülle vom Tisch ist.

Geringe Ausgleichszahlung


Wichtiger Punkt der Düngeverordnung ist die "Hoftorbilanz", die ab 2018 eingeführt werden soll. Sperrfristen für stickstoffhaltige Düngemittel nach der Ernte der letzten Hauptfrucht, verschärfte Anforderungen für die Düngerausbringung auf bestelltem Ackerland oder vorgeschriebene Obergrenzen etwa für Stickstoff machen den Landwirten das Leben schwer. Außerdem seien verschiedene Ausbringetechniken nicht mehr erlaubt. Abschließend ging Eibisch auch kurz auf den Biberfond ein. Gerade im "Land der 1000 Teiche" gebe es viele Biber, die entsprechende Schäden anrichten würden. Leider würden die Ausgleichszahlungen nicht mehr ausreichen.

60 000 Festmeter Holz


Hans Meister, Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth, hatte viele Informationen zum "Wald" parat. Er vertrat als Vorsitzender der FBG immerhin 1290 Mitglieder mit 13 300 Hektar Waldfläche. Dazu habe jeder Waldbesitzer eine andere Zielsetzung, die natürlich den jeweiligen Standorten, der Größe und Zusammensetzung der Waldfläche geschuldet sei. Über die Jahre habe sich die Waldwirtschaft sehr geändert. 1969 sei die FBG mit dem Ziel gegründet worden, die Vermarktung von Spann- und Papierholz zu verbessern. Die Nutzung von Gemeinschaftsmaschinen oder die Bündelung von Vermarktungsmengen seien weitere Ziele gewesen. Mittlerweile würden durchschnittlich 60 000 Festmeter Holz jährlich umgesetzt. 2012 wurde die als e.V. gegründete Gemeinschaft in einen wirtschaftlichen Verein (w.V.) umgeändert.

Wald im WandelFörster Michael Pröls verwies bei der BBV-Gebietsversammlung auf die sich verändernden Aufgaben des Waldes. Früher meist als Nutzwald bekannt, diene der Wald heute auch vielfach für Freizeitbetätigungen der Bevölkerung. In Bayern gebe es immerhin 2 605 563 Hektar Wald. Dies entspreche einem Anteil von 37 Prozent. Im Landkreis liege der Anteil sogar bei knappen 50 Prozent. Mit 48 Prozent beanspruche der Privatwald den größten Anteil, gefolgt vom Staatswald mit 29 Prozent. Der Rest verteile sich auf Körperschaftswald (19 %) und Bundeswald (4 %).

Hauptsächlich werde die Fichte gepflanzt. Die Ansprüche an den Wald seien vielfältiger geworden. Seine Schutzfunktionen, Wasser-, Boden-, Klima- oder Immissionsschutz, wären wichtiger denn je. Pröls gab Tipps zur Erhaltung stabiler Wälder, ging auf die Walderschließung und Naturschutzmaßnahmen ein und verwies auch auf staatliche Förderprogramme. (heb)
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