Gesang in deutschen Liedern

Der Männergesangverein Tirschenreuth feiert am Wochenende das 130-jährige Bestehen. Im Bild eine Aufnahme der Sänger aus dem Jahr 2011. Mit dabei waren damals noch der Ehrenchorleiter Karl Eibl sowie die verstorbenen Mitglieder Hans Fiedler, Norbert Bauer, Ernst Riederer und Otto Schneider. Bild: Foto Hummer
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Tirschenreuth
15.11.2016
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Der Männergesangverein gehört zu den ältesten Vereinen der Stadt. 1886 steht als Jahreszahl auf dem Gründungsdokument. Mit einem Gottesdienst wird der Festakt begangen. Und auch das Weihnachtskonzert steht im Zeichen des Jubiläums.

Am 10. November 1886 wurde der "Gesangverein Tirschenreuth" ins Leben gerufen. In der Gründungsversammlung einige Wochen wählten die Sänger den Porzellandreher Johann Müller zum Vorsitzenden, das Amt des Dirigenten wurde dem Bezirksamtsschreiber Anton Haberkorn übertragen. Aufgabe des Vereins sollte es sein, "die Ausbildung des Gesangs in deutschen Liedern zu pflegen und gesellschaftliche Zusammenkünfte, musikalische Unterhaltung und sonstige Vergnügung abzuhalten".

Patenverein Eger


Und in diesem Sinne erging bereits im Februar 1888 die erste Einladung zum "Concerte des Gesangvereins Tirschenreuth" im Ankersaal. Der Name "Männergesangverein" wurde erstmals 1902 in einer Meldung an den Stadtmagistrat erwähnt. Im Juli des gleichen Jahres fand die Fahnenweihe statt, zu der besonders der MGV 1848 Eger als Patenverein begrüßt wurde. Der Verein entwickelte sich zusehends, zahlreiche Konzerte und andere Veranstaltungen fanden statt, bis der Chronist zu Beginn des Ersten Weltkriegs schreiben musste: "Auch viele unserer Sänger rief das Vaterland ins Feld und so wird die Vereinstätigkeit auf längere Zeit lahmgelegt!" Erst 1919 wurde der Verein wiederbelebt. Der Monatsbeitrag wurde auf 30 Pfennige festgesetzt und der noch heute gültige Name "Männergesangverein 1886 Tirschenreuth" angenommen.

Das 50-jährige Bestehen wurde im April 1935 mit einem großen Festkonzert unter der Leitung von Otto Effenkammer gefeiert. Eines der Glanzlichter jener Zeit war ein gemeinsames Konzert mit dem Männergesangverein Eger am 6. Mai 1939, das aber bereits von den Schatten der kommenden Jahre begleitet wurde.

Erneut erlosch das Vereinsleben für etliche Jahre bis es im November 1948 mit einer Hauptversammlung im Saal der Brauerei Kühn wieder aufgenommen wurde. 27 aktive Sänger waren damals dabei und wurden von Direktor Josef Reber als Vorsitzendem geführt. Zum ersten Konzert nach dem Krieg, im April 1950 schrieb damals der "Stiftland-Kurier": "Er hat die düsteren Zeiten seines zwangsläufigen Schweigens überdauert in den Herzen seiner Anhänger!" Namen wie Josef Reber (Vorsitzender von 1923 bis 1939 und von 1948 bis 1951), Max Wallner (1951 bis 1960), Max Groß (1960 bis 1964, Anton Dietl (1964 bis 1980), August Konrad (1980 bis 1993), Joachim Wystrichowski (1993 bis 2007), Karl Konrad und derzeit Rudolf Schmidt haben den Verein geprägt. Ihnen und den Dirigenten Otto Effenkammer, Paul Gottschlich, Franz Ondrucek und von 1975 bis 2012 Karl Eibl ist es zu verdanken, dass der MGV eine Institution im öffentlichen Leben ist.

Im Mai dieses Jahres verstarb Ehrenchorleiter Karl Eibl und seinem langjährigen Stellvertreter und Nachfolger Horst Schultes blieb es vorbehalten, das Requiem in Eichenau bei München musikalisch zu gestalten.

Fröhliche Kurzweil


Eine ganze Reihe von hochrangigen Konzerten prägte die Vereinsarbeit in den vergangenen Jahren, darunter der gemeinsame Auftritt mit dem Symphonie-Orchester Markneukirchen oder der Stadtkapelle Tirschenreuth. Zu den alljährlichen Advents- und Weihnachtskonzerten gesellte sich in den letzten Jahren ein Mariensingen. Die Auftritte bei "Natur in der Stadt" und bei den Gartenschauen in Deggendorf und Bayreuth brachten nicht nur den Sängern fröhliche Kurzweil.

Festabend und Messe zum JubiläumEin großes Konzert will der Männergesangverein zum 130-Jährigen nicht veranstalten. Der MGV will aber seinen vielen Freunden mit dem Weihnachtskonzert Ende Dezember eine Freude machen und Dank sagen. Das Jubiläum wird mit einem Gottesdienst und einem Festabend am Samstag, 19. November, begangen. Zur Gedenkmesse um 18 Uhr in der Stadtpfarrkirche, die vom Gemeinschaftschor Wondreb-Plößberg-Schönkirch gestaltet wird, sind neben allen Mitgliedern die vielen Freunde und Gönner des Chores eingeladen. (fsc)
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