Geschenk der Gnade Gottes
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eröffnet "Heilige Pforte" in Tirschenreuth

Vor der Öffnung der "Heiligen Pforte" in Tirschenreuther betete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer gemeinsam mit den Gläubigen vor der Stadtpfarrkirche. Bild: kro
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Tirschenreuth
20.03.2016
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Eine Ikone, die der jüngst verstorbene Künstler Erich Werner noch gemalt hatte, erhielt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer von Stadtpfarrer Georg Flierl (links) als Geschenk. Bild: kro

Die Zahlen imponieren: 24 Stunden am Tag wird in Tirschenreuth gebetet. 365 Tage im Jahr. Und das seit 30 Jahren. Aber nicht deswegen allein war Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstag in der Stadt.

Dem erst 13-jährigen Simon Mehler, seit fünf Jahren bereits bei der Immerwährenden Anbetung dabei, blieb es vorbehalten, den Bischof im Namen der Pfarrei mit einem Willkommensspruch willkommen zu heißen.Voderholzer betonte, dass er sehr gerne nach Tirschenreuth gekommen sei. Die seit 30 Jahren währende Anbetung bezeichnete er als ein "Geschenk der Gnade Gottes".

Gleichzeitig öffnete der Diözesanbischof den Haupteingang der Stadtpfarrkirche als Heilige Pforte und "Tor der Barmherzigkeit". Zwar gab es ein kleines Malheur, weil der Eingang zunächst noch verschlossen war und dann etwas klemmte, doch mit vereinten Kräften gelang es dem Bischof und Stadtpfarrer Georg Flierl dann doch.

In seiner Predigt verwies der Bischof auf drei besonderes Anliegen, die es an diesem Tag zu feiern gebe. Der Hochfest des Heiligen Josef, bis 1970 ein gesetzlicher Feiertag, das Jubiläum der immerwährenden Anbetung und die Öffnung der heiligen Pforte. Der heilige Josef, so der Bischof, sei im besten Sinne ein Konservativer gewesen, einer der aufschaue, eine der hüte. Wichtig sei, die Schöpfung zu bewahren und zu behüten, anstatt diese mit Füßen zu treten. Der Mensch sei die Krönung der Schöpfung, der Mensch müsse behüten und bewahren. Dies sei der wichtigste Auftrag auch in der Gegenwart.

"Aufschauen und Verantwortung tragen kann man nicht nur mit der Hände Arbeit. Das kann man auch, in dem man für die, für die man verantwortlich ist, einfach die Hände faltet und betet", so der Bischof. So wie in Tirschenreuth, wo es seit 30 Jahren die immerwährende Anbetung gebe. Es bewege ihn sehr, wenn er daran denke, dass an 365 Tagen, 24 Stunden am Tag, ununterbrochen gebetet werde. "Hier brennt die Lampe des ewigen Lichts im gläubigen Herzen." Er könne sich für dieses außergewöhnliche Engagement nur mit einem herzlichen "Vergelt's Gott" bedanken. Wenn er höre, dass in manchen Familien schon in der dritten Generation die Immerwährende Anbetung erfolge, erfülle es ihn mit großer Freude und Dankbarkeit. Nur zu beten, wenn die Not am Größten sei, habe keine Basis, denn dann sei das Beten keine dankbare Herzensangelegenheit. Er habe den sehnlichsten Wunsch, dass die Menschen auch im Wohlstand beten. "Seit 70 Jahren keinen Krieg, aber dafür Wohlstand - danken wir Gott von ganzen Herzen und preisen ihn."

Dafür sei das Jahr der Barmherzigkeit, das der Papst ausgerufen habe, wie geschaffen. Jeder sei gefordert die Barmherzigkeit Gottes aufzusaugen und selbst barmherzig zu werden. Er werde Gott im Gebet bitten, dass er Tirschenreuth reich beschenke und die Gläubigen offen für diese Gnaden seien. Zum Abschluss des Gottesdienstes dankte Stadtpfarrer Georg Flierl dem Bischof. Als Geschenk überreichte er ein Bild des verstorbenen Tirschenreuther Ikonenmalers Erich Werner, der den Bischof am 27. Juli vergangenen Jahres bei einer Wallfahrt in Mähring kennen gelernt hatte. Dabei seien beide über die Ikonenmalerei ins Gespräch gekommen.

Musikalisch wurde der Pontifikalgottesdienst vom Kirchenchor unter der Leitung von Werner Fritsch und den Gesangssolisten Christine Kohl und Werner Fritsch umrahmt. Eine "Heilige Pforte" hat die Tirschenreuther Stadtpfarrkirche. Über der Mitte des Hauptportals ist eine Mandorla (mandelförmige Grundform) angebracht, die den Sohn zeigt, der sich den verlorenen Menschen auf die Schultern lädt. Dieses Bild wurde schon in der frühen Kirche sehr geschätzt, weil es die Liebe Christi zeigt, der das Geheimnis seiner Menschwerdung im Werk der Erlösung zur Vollendung führt. Dieses Logo des "Heiligen Jahres der Barmherzigkeit" wurde auf der rechten Seite durch den Schriftzug "Heilige Pforte" ergänzt. Auf der linken Seite sind auf sieben Tafeln die leiblichen Werke der Barmherzigkeit symbolisiert, auf der rechten Seite die sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit. Für die farbliche Gestaltung wurden bewusst Farbtöne gewählt, die sich nicht besonders von der Fassade abheben, sondern sich harmonisch einfügen. In der Heiligen Woche besteht der Schmuck nur aus einfachen Buchs- und Palmzweigen. Ab dem Osterfest wird dann festlich geschmückt.

Die Gestaltung regt dazu an, die Werke der Barmherzigkeit vor dem Durchschreiten der Heiligen Pforte zu reflektieren, um dann den Schritt durch das Portal bewusst zu tun, so die Ausführungen von Pfarrgemeinderatssprecher Reinhard Legat. Er zeichnet für den Entwurf und die Umsetzung verantwortlich. Mitgeholfen haben auch Mesner Gerald Schultes und die Blumenwerkstatt Zilbauer.
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