Grandioses Klassikkonzert mit den Ehlscheidt-Schwestern
Einmalig und eigenwillig

Elisabeth Thöni (links am Klavier) und Patrick Burkhardt (Cello) begleiteten die Ehlscheidt-Schwestern, Monika (Zweiter von links) und Sabine instrumental. Bild: ubb
Vermischtes
Tirschenreuth
10.02.2016
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Stadtmarketingleiter Karl Jäger überreichte am Ende des Konzerts Geschenke, das Publikum und auch Bürgermeister Franz Stahl und Frau Cornelia spendeten viel Applaus. Bild: ubb

Der etwas andere Faschingssamstagsgenuss ist gelungen: Beim grandiosen Klassikkonzert mit den Ehlscheidt-Schwestern Monika und Sabine weinen 105 Zuhörer im Museumsquartier dem Faschingstreiben keine Träne nach.

"Ich bin überwältigt. Ich habe Monika und Sabine bisher nur im Chor oder Orchester erlebt", sagt Viktor Ehlscheidt. Der ehemalige Kreismusikschullehrer kann mit Recht stolz sein. Seine beiden Töchter überzeugen am Samstagabend mit ihrem Konzert "Operngesang meets Bratsche & Cello" immerhin ein 105-köpfiges Publikum. Überrascht aus einem anderen Grund zeigt sich auch Stadtmarketingvorsitzender Karl Jäger: "Die Planungen zum Konzert liegen weit zurück. Wir haben den Fasching vergessen und konnten nur hoffen, dass ausreichend Leute kommen. Jetzt sind es über 100!"

Klassik statt Fasching


Die Wahl "Klassik statt Fasching" muss niemand bereuen: Monika (Gesang) und Sabine Ehlscheidt (Bratsche) bieten gemeinsam mit Elisabeth Thöni (Klavier) und Patrick Burkhardt (Cello) ein einmaliges Musikerlebnis mit einer höchst eigenwilligen Instrumental- und Liedauswahl. Monika Ehlscheidt (35) ist beim Extra-Chor der Bayerischen Staatsoper München und hat zahlreiche Opernrollen. Sabine Ehlscheidt (32) gehört dem Philharmonischen Orchester Heidelberg an. Mit Freunden haben sie ein Klassik-Ensemble gegründet, um Cello, Bratsche und Mezzosophran ins Rampenlicht zu rücken. Opernsängerin Monika Ehlscheidt gewinnt nicht nur mit ihrer wunderbaren Stimme. Charmant moderiert sie und macht ihren Zuhörern mit fachlich fundierten Hintergründen den Zugang zu schwierigen Stück leicht. Leidenschaftlich interpretiert sie dann Stücke wie die Arie "Anima infida" aus der Oper Xerxes. Die stets wiederkehrende menschliche Tragödie, Liebe, Lug und Trug werden einmal mehr von der Opernsängerin in musikalische Hochform gefasst.

Tränen beim Liebeslied


Neben dem herausragenden Gesang erfahren Cello und Bratsche besonderen Respekt. Immer wieder zieht sich die Sängerin zurück, um die Instrumente solo wirken zu lassen. Patrick Burkhardts Cello weint bittere Tränen beim "Liebesleid" von Kreisler. Gemeinsam mit der Viola von Sabine Ehlscheidt werden auch Offenbach-Werke neu herausgeputzt. Nach der Arie des Engels "Sei stille dem Herrn" von Mendelssohn geht es in die Pause, wo sich alles um die Ehlscheidt-Töchter dreht. Die Eltern beantworten viele Fragen über ihre musikalisch hochbegabten Kinder. "Wir haben sie immer gefördert, obwohl wir wussten, dass eine Musikerkarriere mit Hürden verbunden ist", erzählt Mutter Edith König. Die Ex-Frau von Viktor Ehlscheidt hat ihre dritte Tochter Laura mitgebracht. Die 20-Jährige studiert in München Klavier und erzählt stolz, dass sie bereits mit 13 Jahren mit ihren Halbschwestern auf der Bühne gestanden sei. Laura kann sich eine Wiederholung bei einem "Drei-Schwestern-Konzert" gut vorstellen.

In der Pause entpuppen sich zahlreiche Gäste als ehemalige Freundinnen und Bekannte aus der Schulzeit und der Familie Ehlscheidt, die Monika und Sabine live erleben wollen. Es ist ein geselliger Abend, den alle gleichermaßen genießen. Im zweiten Teil präsentiert sich eine Opernsängerin mit gesteigerter Ausdruckskraft, harmonisch bestens begleitet von Cello, Bratsche und Klavier.

Begeisterte Zuhörer


Mit Marlene Dietrichs Lied "Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" und dem begeisterten Applaus der Zuhörer endet der Abend. Als Zugabe gibt es einen Tango, extra für den Vater einstudiert. "Das habe ich mir gewünscht. Aber die Mädels haben nichts verraten", sagt Viktor Ehlscheidt sichtlich gerührt. Beim Nachhauseweg ist man sich einig: Für derart hochkarätige Klassik von zwei ehemaligen Töchtern Tirschenreuths kann der Fasching gerne einmal pausieren!
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