Grundstück früher von den Keramischen Werken und der SMCS-Porzellanfabrik genutzt
„Niemandsland“ mit Risiko

Früher mal von den Keramischen Werken und der SMCS-Porzellanfabrik genutzt, ist das Gelände an der Falkenberger Straße heute ein Wildwuchs. Besitzer wären laut Kataster die "Keramischen Werke Zehendner". Doch die Firma gibt es schon lange nicht mehr. Ansprüche auf die Fläche, zu der auch der anschließende Hang sowie eine Wiese gehören, erhebt keiner - wohl auch weil im Boden Altlasten schlummern könnten. Damit ist das Areal "herrenlos". Bild: Schirmer
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Tirschenreuth
22.09.2016
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Viele Fälle dieser Art wird es in Bayern und Deutschland wohl nicht geben: Ein Grundstück ohne echten Besitzer! Das "herrenlose" Areal findet sich gegenüber der ehemaligen SMCS an der Falkenberger Straße: Fast 1,5 Hektar "Niemandsland" in dessen Boden aber unerfreuliche Lasten schlummern könnten.

Beim Betrieb der früheren Industrieanlage an der Falkenberger Straße hatte auch die gegenüberliegende Fläche ihre Nutzung. Bis 1865 reicht die Geschichte der Porzellanfabrik zurück, damals von Leonard Wallner als Hafnerwerkstätte errichtet. Später entstanden die Keramischen Werke Zehendner und schließlich die SMCS Porzellanfabrik, die 1998 Konkurs anmelden musste.

Akten geschlossen


Bei der Verwertung von Gebäuden und Flächen fällt dann sogar der Hammer. 2006 wechseln die Objekte bei einer Versteigerung an eine Immobilienfirma aus München. Bis eben auf eine unbebaute Fläche, die unter anderem als Betriebs-Parkplatz genutzt worden war. 2006 schon werden Altlasten angesprochen - und alle lassen vom Areal die Finger. Dabei ist das Grundstück nicht ohne. Neben den rund 2000 Quadratmetern Parkplatz handelt es sich um einen Hang sowie eine Wiese hin zur Waldnaab. Immerhin fast 1,5 Hektar Größe umfasst die Liegenschaft. Was dann passiert, hat ein bisschen mit Unaufmerksamkeit verschiedener Seiten zu tun. Nachdem die Akten des Konkursverfahrens geschlossen werden, wird das Grundstück wohl schlicht vergessen. Als die Stadt vor zwei Jahren die SMCS erwirbt, gehört der Parkplatz nicht dazu. Das ist im Rathaus bekannt.

Immerhin versucht man schon seit Jahren für die Flächen auch Grundsteuer einzufordern. Als Besitzer stehen immer noch die "Keramischen Werke Zehendner" im Kataster. Doch den Betrieb gibt es schon lange nicht mehr! Die Stadt bleibt deshalb auf ihren Forderung sitzen - bis heute sind die Rechnungen offen. Und werden es wohl auch noch längere Zeit bleiben. Denn hinter den Eigentumsverhältnissen stehen große Fragezeichen. Auf Nachfrage im Grundbuchamt weiß Konrad Schedl durchaus Möglichkeiten. So könnte ein "Nachtragsliquidationsverfahren" speziell für die Fläche durchgeführt werden. Findet sich auch dann kein Käufer, könnte der Liquidator den Verzicht auf das Grundstück erklären. Dann könnte, muss aber nicht, der Freistaat die Fläche annehmen.

Weitere Erkundungen


Doch noch verwildert das "Niemandsland" vor sich hin. Das mangelnde Interesse ist wohl in den Risiken bei den "Altlasten" begründet. Hier könnte eine Untersuchung Aufschluss geben. Auf Nachfrage erklärt Landratsamtssprecher Walter Brucker, dass eine Altlastenuntersuchung auf Kosten des Amtes als Vollstreckungsbehörde erfolgen könnte. Vorausgesetzt eben, dass eine Untersuchung "aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen nicht auf Kosten eines Pflichtigen durchgesetzt werden kann". Nachdem nun der Abriss der Fabrikgebäude anstehe, "sollen parallel dazu weitere Erkundungsarbeiten wegen einer möglichen Bodenbelastung des besagten Grundstückes durchgeführt werden". Die Besitzfrage bleibt damit wohl weiter offen.
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