Hamm AG
Einschwenken in die Zukunft

Zufrieden mit dem Baufortschritt sind Vorstand Dr. Stefan Klumpp, Bauleiter Michael Wegener und Produktionsleiter Dirk Pressgott (von links). Bild: Grüner
Vermischtes
Tirschenreuth
29.09.2016
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Schnell, fließend und ohne Reibungspunkte - da gilt der erste Gedanke nicht schweren Straßenwalzen. Dabei legt die Hamm AG bei der Fertigungsoptimierung und der Leistungsfähigkeit seiner Maschinen ein Formel-1-Tempo vor.

Baufahrzeuge rumpeln über das Areal, Tieflader bringen maibaumgroße Stützen aufs Gelände, ein mächtiger Kran schwenkt tonnenschwere Betonelemente an ihren Platz - in der Walzenfabrik wird nicht nur an den eigenen Maschinen fleißig gearbeitet. Um rund 12 000 Quadratmeter werden die Anlagen wachsen. Kernpunkt ist ein hochmodernes Logistikzentrum, dazu kommen die zweite Dauerteststrecke und verschiedene Umplanungen in den bestehenden Hallen - unter anderem!

Wer glaubt, dass dann Ruhe einkehrt, ist bei dem zukunftsorientierten Unternehmen an der falschen Adresse. 2017 wird das Bandagenwerk folgen, in dem wie in der Montage eine weitere Fertigungslinie einziehen wird. Dafür kann Dirk Pressgott schon Pläne auf den Tisch legen. Stillstand ist für den Leiter der Produktion keine Option.

Schnell auf Markt reagieren


Ziel der Investitionen bleibt die schnelle und effiziente Reaktion auf die Anforderungen des Marktes. Bislang hat das gut geklappt, schließlich hält der Walzenbauer den Platz an der Weltspitze. Damit das so bleibt, werden immer wieder riesige Summen investiert. Rund 27 Millionen Euro werden es in diesem und nächstem Jahr sein. Vor kurzem wurde der Startschuss gegeben. Der Produktionschef verspricht sich viel von der Neu- und Umgestaltung. Am Ende könnten 12 000 Walzen im Jahr von den Bändern rollen (aktuell 8000), noch mehr auf die Wünsche der Kunden abgestimmt. Verkaufen könnte Hamm die Maschinen allemal, immerhin umfasst der Weltmarkt um die 40 000 Stück im Jahr.

12 000 Quadratmeter mehr


Bei den aktuellen Maßnahmen zielt das Unternehmen auf die Logistik. Zwischen Montage- und Bandagenhalle wird die Lücke geschlossen. Die Freifläche bekommt Dach und Wände, wächst zu einem riesigen Komplex zusammen. Auf rund 12 000 Quadratmetern streckt sich das Logistik-Center mit Hochregalen auch nach oben. Ein vollautomatisches Kleinteilelager bringt kurze Zugriffszeiten. Nach dem Neubau wird der "Teile-Supermarkt" aus der Montagehalle verschwinden. Künftig werden "Routenzüge" die erforderlichen Teile für mehrere Walzen anliefern, passend für die gut 200 Maschinentypen, die Hamm anbietet.

Hier wird Zukunft gestaltet.Dirk Pressgott, Leiter Produktion

In die Montagehalle ziehen dann Elektrofertigung und Instandhaltung - und ein fünftes Produktionsband ein. "Hier wird Zukunft gestaltet", verspricht Dirk Pressgott. Denn an diesem Band können unterschiedliche Typen gefertigt werden. Platz finden werden in der Fertigungshalle dann auch die Prototypen und Umbauten. Beim "Projekt 12 000" rücken die großen Maschinenteile (Hauben, Rahmen etc.), die weiter im Freien lagern, hinter die Neubauten. Dort wird für einen Testhügel Platz gemacht. Entsprechend sieht der Bau-Plan eine neue, zweite Dauerteststrecke vor. 2017 wird dann der Umbau der Bandagenfertigung folgen.

Viertes Bandagenband


Rund 10 000 Quadratmeter kommen um die Halle hinzu, etwa 3700 Quadratmeter für die Fertigung. Am Ende soll auch ein viertes Fertigungsband für die schweren Rollen der Walzen stehen, ausgelegt für die unterschiedlichen Größen. Zudem findet sich dort eine moderne Lackieranlage sowie ein größeres Ersatzteillager. Mit all den Maßnahmen will das Unternehmen natürlich die Durchlaufzeiten bei der Fertigung weiter steigern - und vor allem eines: Das modernste Werk für Straßenwalzen vorweisen. Schließlich wollen die Tirschenreuther Marktführer bleiben.

Mit dem ersten Schritt, dem Bau des Logistikzentrums, wird - typisch Hamm - auch bei der Ausführung der höchste Standard angelegt. Und dazu gehört die Bauzeit: Ende des Jahres ist schon die Weihnachtsfeier unter diesem neuen Dach geplant.

Wirtgen GroupSeit 2005 findet sich die Hamm AG komplett unter dem Dach der Wirtgen Group. Mit im Bunde sind neben Wirtgen (Kaltfräsen und Heißrecycler) noch die Firmen Vögele (Asphaltfertiger), Kleemann (Brech- und Siebtechnologie) sowie Benninghoven (Asphaltmischanlagen). Im Internet beschreibt sich die Gruppe mit beeindruckenden Kennzahlen: Mit rund 7000 Mitarbeitern wurde 2015 ein konsolidierter Umsatz von 2,25 Milliarden Euro erwirtschaftet. (ws)
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