Historie mit spannender Zukunft

Das Konzept für die Sanierung des "Waldsassener Kastens" an der Hochwartsstraße sieht im rückwärtigen Teil auch die Freilegung des Kellergewölbes vor. Drei Tore könnten zu diesen Räumen führen, die als Veranstaltungsflächen mit außergewöhnlicher Atmosphäre genutzt werden könnten. Plan: Brückner & Brückner
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Tirschenreuth
27.05.2016
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Erst Fronfeste der Waldsassener Äbte, dann Zentrale der Polizei und künftig Lernstandort für junge Studenten: Das historische Gebäude in der Hochwartstraße 3 hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich und sieht jetzt in eine spannende Zukunft.

Bevor aber lernwillige junge Menschen einziehen können, müssen erst die Baumaschinen anrücken. Architekt Peter Brückner hatte bei der Stadtratssitzung am Mittwoch die ersten Pläne im Gepäck. Brückner tauchte zunächst in die Vergangenheit ein, er begab sich auf Spurensuche im alten Büro seines Vaters. Der war Mitbegründer des Historischen Arbeitskreises und hatte sich bereits vor 30 Jahren mit dem Gebäude in der Hochwartstraße beschäftigt.

Auf Wachstum ausgelegt


"Wir wollten in den Tirschenreuther Wurzeln suchen", beschreibt der Architekt seine Herangehensweise an das prestigeträchtige Projekt in der Innenstadt. Nachdem Brückner und seine Mitarbeiter in alten Plänen und Grundrissen gestöbert hatten, ergab sich langsam ein Konzept für die Sanierung des "Waldsassener Kastens", das die Historie der Gebäulichkeiten geschickt mit den modernen Anforderungen eines Fachhochschulstandortes kombiniert.

In seiner Präsentation erläuterte der Architekt dem Gremium die ersten Konzepte. "Wir haben uns einerseits mit dem Gebäude, andererseits mit dem größerem Umgriff befasst", so Brückner. Er spricht dabei den Bezug zum Gartenschaugelände und die Anbindung an den oberen Marktplatz, sowie die Parkplatzsituation an. Die Pläne für den Lernstandort umfassen zunächst die Minimalanforderung der OTH, was den Ausbau eines der beiden Stockwerke beinhaltet. "Wir sind allerdings auf Wachstum ausgelegt", gibt Peter Brückner einen Ausblick in die Zukunft. Und tatsächlich zeichnet sich jetzt bereits ab, dass die Zahl der Studierenden wohl die Kapazität des Gebäudes auslasten wird. Dementsprechend werden beide Etagen benötigt werden. Im Inneren des Anwesens werden bis zum Jahr 2018 Seminarräume, Vorlesungsbereiche, Teeküche, Toiletten und Einzelarbeitsplätze mit 24-Stunden-Zugang entstehen. Eine Treppe sowie ein Aufzug im Eingangsbereich durchziehen das Gebäude vom ersten Stock bis in die Kellerräume.

Kellergewölbe nutzen


Die imposanten Gewölbekeller sollen im Zuge des Umbaus ebenfalls nutzbar gemacht werden. Da im Außenbereich Abbrucharbeiten vorgenommen werden sollen, kommen drei rundbogige Tore, die ins Untergeschoss führen, zum Vorschein. Dahinter ergäbe sich die Möglichkeit, in ganz besonderer Atmosphäre Veranstaltungen unter den Gewölbedecken abzuhalten. Direkt über den Kellern erstreckt sich ein "Stadtbalkon", ein Gartenbereich mit Blick auf den Fischhof, den alle Bürger der Kreisstadt nutzen können. Zu Füßen des Balkons zur Straße hin erstreckt sich ein kleiner Hof mit einigen Stellplätzen. "Wir haben hier die Chance, eine ganz besondere Qualität aus diesem Gebäude herauszuholen", freut sich der Architekt. Dem schließt sich Bürgermeister Franz Stahl an: "Das Haus hat nur darauf gewartet neu entdeckt zu werden." Den Zeitplan mit einem geplanten Abschluss der Arbeiten im Jahr 2018 bewertete das Gremium als "sportlich".

Vier Millionen Euro


Die Aufwertung der Lebensqualität durch studentisches Leben im Stadtkern lässt sich die Kreisstadt rund 4 Millionen Euro kosten. Etwa 2,5 Millionen werden gefördert. Miete gibt es von der OTH keine. Karl Berr von der Wählergemeinschaft Umwelt zeigte sich begeistert von den vorläufigen Plänen und auch beim restlichen Stadtrat stieß der Vorschlag Brückners auf Zustimmung. Baubeginn soll bereits nächstes Jahr sein.

Wir haben hier die Chance, eine ganz besondere Qualität aus diesem Gebäude herauszuholen.Architekt Peter Brückner
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