Im Notfall nur eine Nummer

Das Jugendrotkreuz des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuth steht dafür, dass die Notrufnummer 112 bekannter wird. Dafür bringen sich die jungen Leute schon mal in Stellung. Bild: hfz
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Tirschenreuth
11.02.2016
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Was längst jedes Kind im Jugendrotkreuz weiß, ist noch nicht bei allen Erwachsenen angekommen. Im Notfall gibt's nur eine Nummer: die 112.

Noch immer wissen viel zu wenige Menschen, welche Telefonnummer sie im Notfall wählen müssen. Um den Bekanntheitsgrad der europaweit gültigen "112" zu erhöhen, wurde der 11. Februar zum Europäischen Tag des Notrufs erklärt. Dabei erhalten die Menschen in ganz Europa unter der "112" bereits seit 2008 Hilfe in allen 27 Ländern. "Von Spanien bis nach Finnland können aus allen Fest-und Mobilfunknetzen gebührenfrei Rettungsdienste und die Feuerwehr erreicht werden", berichtet BRK-Kreisgeschäftsführer Holger Schedl.

Leider erleben es die Rotkreuzler aber immer wieder, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass sie im Notfall den Notruf europaweit wählen können. "Dabei kann die 112 lebensrettend sein." Die Nummer sei europaweit vorwahlfrei, kostenlos und werde im Funk- und Festnetz mit Vorrang behandelt.

"Die Anrufer werden mit der örtlich zuständigen Leitstelle verbunden. Das funktioniert in jedem Mobilfunknetz, auch wenn ihr Netz am aktuellen Standort gerade nicht verfügbar ist." Viele Patienten sind unsicher, bei welchen Symptomen sie die "112" anrufen sollen. "Wenn es lebensgefährlich wird", sagt Schedl und zählt dazu schwere Unfälle, Feuer, Vergiftungen, Schmerzen in der Brust, Störungen der Sprache und des Bewusstseins, Lähmungserscheinungen, Kreislaufkollaps, Atemnot, starken Blutverlust, starke Schmerzen und andere lebensbedrohliche Situationen.

"Die Integrierte Leitstelle fragt die wichtigsten Daten ab", ergänzt Schedls Stellvertreter Sven Lehner. Was ist wo geschehen? Welche Verletzungen oder Erkrankungen liegen vor? Wer meldet den Notruf? Wer ist verletzt? Danach sollte man nicht auflegen, sondern Rückfragen der Leitstelle abwarten. Seit 2014 seien alle Mitarbeiter der Integrierten Leitstellen darüber hinaus speziell geschult und könnten im Falle eines Kreislaufstillstandes eine Reanimation durch Laienhelfer über das Notruftelefon anleiten.

Nicht jeder Anruf ist ein Notruf. Vor allem die "Hosentaschen-Anrufe" sorgen oft für Aufregung und Stress, weil das Handy in der Tasche manchmal im Zusammenwirken mit einem Schlüsselbund die "112" selbst aktiviert.

In vielen Fällen geht es nicht um Minuten. "Da reicht es aus, den Ärztlichen Bereitschaftsdienst zu rufen", erklärt Holger Schedl. Unter der Nummer 116 117 ist das bundesweit und kostenfrei möglich. Der Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen sei für Patienten gedacht, die außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes eine dringende ambulante Behandlung benötigen. "Das ist dann der richtige Kontakt beispielsweise bei hohem Fieber in der Nacht oder einer akuten Magenverstimmung am Wochenende."

Die fünf W-FragenBei einem lebensbedrohenden Notfall fassen die sogenannten fünf W-Fragen die wesentlichen Inhalte eines Notrufs zusammen:

Was ist passiert?

Je nachdem, ob es sich um einen Unfall, ein Feuer oder eine technische Hilfeleistung handelt, werden unterschiedliche Fahrzeuge alarmiert - beim Müllcontainerbrand kommt die Feuerwehr mit einem Löschfahrzeug, bei einem Unfall oder einem Notfall zu Hause kommen der Notarzt und die Mitarbeiter des Rettungsdienstes.

Wo ist es passiert?

Hier sind die exakte Straßenbezeichnung und die Hausnummer unerlässlich, auch der Ort, in dem der Notfall passiert ist. Sonst kann es zu Verwechslungen kommen, weil im Leitstellenbereich mehrere "Hauptstraßen" oder "Bahnhofstraßen" existieren.

Wie viele verletzte/betroffene Personen sind es?

Vom einzelnen Fußgänger bis zum vollbesetzten Bus - je nach der Anzahl der Betroffenen werden unterschiedlich viele Fahrzeuge alarmiert. Je genauer die Meldung, umso schneller kann geholfen werden.

Wer ruft an?

Es ist für die Retter manchmal notwendig, wenn die Leitstelle den Anrufer nochmals kontaktieren kann.

Warten auf Rückfragen?

Jeder ist aufgeregt und angestrengt bei der Meldung eines Notrufs. Legen Sie erst auf, wenn die Leitstellenmitarbeiter sagen, dass sie alle Informationen haben.
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