Immer mehr Kleinkinder in die Kitas
Keine Frage der Uhrzeit

Vermischtes
Tirschenreuth
23.08.2016
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"In Windeln gewickelt und in einer Krippe liegend" - im 21. Jahrhundert bekommt der Spruch aus dem Lukas-Evangelium eine ganz neue Bedeutung. Selbst für Eltern mit nichtchristlichem Hintergrund

Familienministerin Manuela Schwesig zitiert eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, wonach sich Eltern "die bestmögliche Betreuung und Bildung für ihre Kinder", wünschen. Außerdem könnten Mama und Papa sich dann beruflich entfalten, sprich arbeiten gehen. Der aktuelle Trend: Je jünger das Kind in staatliche Obhut kommt, desto erwünschter.

Im Landkreis verbringen 24,9 Prozent aller unter Zweijährigen nach den aktuellen Daten des Statistischen Landesamtes den Tag in Kinderkrippen. Oder haben Tages- als Ersatz-Eltern. 2007 waren es noch 7,8 Prozent. Und der nächste Schritt steht schon bevor: Seit Jahresanfang werden 24-Stunden-Kindergärten gefördert: "Kita-Plus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist", heißt der ministerielle Werbeslogan.

Mit der aktuellen Betreuungsquote ist noch Luft nach oben. 50 plus X wäre grob gesprochen das nächste Etappenziel. Wobei der Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt mit einer Betreuungsquote von 63,2 Prozent als bundesweiter Spitzenreiter das X vorgibt.

In der Kinderkrippenbundesliga reicht es für den Landkreis Tirschenreuth für Platz 301 unter 405 ausgewerteten Städten und Kreisen. Schlusslicht wäre dann das Berchtesgadener Land, wo nur jedes achte Kind staatlich betreut wird. Das Modell "Maria und Josef" (Sie Mutter und Hausfrau und Er Alleinverdiener) kommt ja so langsam aus der Mode. Dafür wird die 24-Stunden-Kita-Plus" von Arbeitgeberverbänden,. Gewerkschaftsbund, Städte- und Gemeindetagen unterstützt.

Der gemeinsame Nenner: Schichtarbeiter und alleinerziehende Mütter sollen für den Arbeitsmarkt verfügbar sein. Noch nicht im Fokus: Väter und Mütter, die nachts gerne durchschlafen wollen, statt Fläschchen machen, Brust geben, zahnenden Nachwuchs durch die Wohnung zu schleifen oder schlicht einen abendlichen Babysitter brauchen. Und wenn die KiTa 24 erst einmal ein Erfolg wird, braucht's vielleicht sogar eine Abholpflicht. Schließlich bereuen ja laut Studie bundesweit 20 Prozent der Eltern, dass sie sich überhaupt Kinder zugelegt haben. Weil's das berufliche Fortkommen hemmt. Denen böten die 24-Stunden-Kitas die Möglichkeit, dass die Kinder mal ein Weilchen fortkommen.
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