Jeder Fünfte fährt zu schnell
Kommunale "Blitzer" in der Kreisstadt

Neben der Polizei sind seit einem halben Jahr auch die Mitarbeiter des "Zweckverbandes Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz" in der Kreisstadt im Einsatz. Im Bild ein ähnliches Gerät bei einem Einsatz. Bild: NT
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Tirschenreuth
16.01.2016
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Es blitzt immer öfter in der Kreisstadt und für manch einen bringt dieses "Gewitter" eine böse Überraschung. Seit gut einem halben Jahr werden viele "Briefchen" auch an die Autofahrer in der Kreisstadt abgesandt.

"Kasse machen" will die Stadt mit der Mitgliedschaft im "Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz" natürlich nicht, beteuert Bürgermeister Franz Stahl in einer ersten Zwischenbilanz. Absicht hinter dem Auftrag war und bleibt die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Und damit will Stahl auch einem Wunsch der Bürger Rechnung tragen, die immer wieder um eine intensivere Kontrolle des fließenden Verkehrs nachgefragt hätten. "Es gibt bei den Einwohnern das Bedürfnis nach einer vernünftigen Verkehrsüberwachung", so Stahl.

Modernste Technik


Und dem hat die Stadt schon 2014 Rechnung getragen, als Mitglied im "Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz". Mit dabei sind jetzt 14 Städte und Gemeinden, darunter auch Amberg oder Hirschau. Kontrolliert wird freilich erst seit gut einem halben Jahr, nachdem der Zweckverband zunächst Personal und Gerät anschaffen musste. Bei der Technik hat der Verband die modernste Ausstattung beschafft, kann mit dem Gerät von vorne, hinten und auch von der Seite die Verkehrssünder ablichten.

Neben dem Wunsch der Bürger ist für Franz Stahl auch wichtig, dass die Stadt die neuralgischen Punkt für die Verkehrsüberwachung selbst mitteilen kann. Es seien rund 40 Stellen im gesamten Gemeindegebiet gemeldet worden, darunter natürlich auch die Abschnitte vor den Kindergärten, Schulen oder am Krankenhaus. Dort, wo halt die Verkehrssicherheit ein besonders wichtiges Anliegen ist.

Nach einem halben Jahr kann der Bürgermeister eine durchwegs positive Bilanz ziehen. "Es wird rücksichtsvoller gefahren", freut sich das Stadtoberhaupt, dass der Plan aufgeht. Und die Annahme, dass die Stadt die Zeiten der Einsätze kennen, weist Stahl zurück. Beim Zweckverband sei lediglich eine bestimmte Anzahl von Stunden im Monat gebucht, nicht aber die genauen Zeiten festgelegt worden. "Wir wissen nicht, wenn geblitzt wird"!

Höchste Verstoß-Quote


Herumgesprochen hat sich der Einsatz des kommunalen Blitzer scheinbar noch nicht. Denn in der Kreisstadt wird die höchste Verstoß-Quote im Bereich des Zweckverbandes registriert. Im Durchschnitt ist jeder fünfte Autofahrer zu flott unterwegs. An einer Messstelle haben die Kontrolleure sogar eine Verstoß-Quote von 33 Prozent notiert. In der 30er-Zone waren die beiden Spitzenreiter mit rund 70 Stundenkilometern gemessen worden. Dafür hat der Zweckverband 160 Euro in Rechnung gestellt.

Übrigens wird die Überwachung des fließenden Verkehrs natürlich ausschließlich nicht nur durch den Zweckverband vorgenommen. Nach wie vor hat auch die Polizei ihre Blitzgeräte im Einsatz.
Es gibt bei den Einwohnern das Bedürfnis nach einer vernünftigen Verkehrsüberwachung.Bürgermeister Franz Stahl
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