Junge Leute starten Hilfsaktion für Alazaar
So geht christlich

Der Helferkreis um Alazaar mit (von links) Seblewongel Ayalew Negussin, Tanja Schornbaum, Hannah Mehler, Mame Tsadek und Alazaar Degefa, Tabea und Dr. Michael Schornbaum sowie Benedikt Stock (liegend) und Betty Misgana (kniend). Bild: Grüner
Vermischtes
Tirschenreuth
11.02.2016
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Uneigennützig, spontan, ökumenisch und interkulturell: Das sind die wichtigsten Attribute einer Aktion, die dem neunjährigen Äthiopier Alazaar schlagartig eine bessere Lebensqualität beschert.

Mit seiner "Mame" (Mutter) Tsadik wohnt Alazaar im Moment bei der Familie Schornbaum. Etwa zehn Tage noch, dann geht es für den jungen Mann und seine Mutter erst Mal wieder zurück nach Äthiopien. In einem halben oder dreiviertel Jahr, werden die beiden noch einmal kommen. Dann wird Alazaar ein zweites Mal operiert und ist dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ganz gesund.

Zur Vorgeschichte: Zum engeren Bekanntenkreis der Schornbaums zählt auch eine äthiopische Familie, die schon seit vielen Jahren in der Kreisstadt lebt. Der Kontakt kam durch die Töchter der beiden Familien, Tabea Schornbaum und Betty Misgana zustande. Die beiden gehen in dieselbe Klasse und sind auch privat "dicke Freundinnen".

OP-Kosten vorgestreckt


Bei einem Treffen der Familie erzählte Bettys Mutter, dass in ihrer Heimat der neunjährige Alazaar an einer besonderen Blasen-/Nieren-Krankheit leidet, die in Äthiopien aber nicht entsprechend operativ versorgt werden kann. Eine weitere gute Bekannte der Familie Schornbaum reagierte spontan: "Wir holen den Jungen nach Deutschland, die Operationskosten strecke ich vor."

Daraufhin nahm Dr. Michael Schornbaum, selbst Arzt im geriatrischen Krankenhaus Erbendorf der Kliniken Nordoberpfalz, Kontakt mit dem äthiopischen Kollegen auf, der die Diagnose bei Alazaar gestellt hatte. Mit Professor Dr. Wolfgang H. Rösch in der St. Hedwigsklinik in Regensburg fand Dr. Schornbaum den perfekten Operateur. Am Sonntag, 18. Januar, kamen Alazaar und seine Mutter in Regensburg an. Tagsdrauf wurde der junge Mann stationär in der Klinik aufgenommen. Nach den Untersuchungen und der genauen Diagnostik folgte die Operation.

Erster Erfolg


Wenn Alazaar auch noch einmal operiert werden muss, so war doch der erste Teil bereits ein voller Erfolg. Heute sagt der schüchterne Junge: "Mir geht es gut!" Die Medikamente, die er jetzt braucht, seien auch in Äthiopien verfügbar, weiß Dr. Schornbaum, der mit dem behandelnden Arzt in Alazaars Heimat Kontakt halten wird.

Soweit so gut. Blieb nur noch die Frage, woher das Geld für die beiden Operationen kommen soll. Die ersten, die hier in die Bresche sprangen, waren die Tirschenreuther Lions, die mit einer erklecklichen Summe den Grundstock legten. Dann kamen die jungen Leute aus den Pfarreien auf eine grandiose Idee: Eine besonders gestaltete Messe mit anschließendem Kuchenverkauf in der evangelischen, katholischen und der St.-Peter-Gemeinde wurden zum vollen Erfolg. Ihre Aktionen spülten mehrere Tausend Euro in den Spendentopf.

Seit die Geschichte bekannt ist, sprudeln auch Gelder auf ein spezielles Spendenkonto (Kasten) . Benedikt Stock für die St.-Peter-Ministranten, Tabea Schornbaum für die evangelische und Hannah Mehler für die katholische Gemeinde bedanken sich auf diesem Weg bei allen Helfern, die ihrer spontane Idee zum Erfolg verhalfen. Und das waren viele. Auf rund 50 Helfer konnten sie beim Kuchenbacken zählen.

Die Tirschenreuther Bäckereien und Konditoreien unterstützen die jungen Leute, indem sie kostenlos Verpackungsmaterial für die Köstlichkeiten spendierten. Den katholischen und evangelischen Geistlichen, die im Vorfeld immer wieder auf die Situation des jungen Afrikaners und die Hilfsaktion haben, gilt ebenfalls der ganz besondere Dank der jungen Leute.

Viele Mitwirkende


Ebenso den Musikern, die die jeweiligen Gottesdienste gestalteten. In der Stadtpfarrkirche waren das Chorleiter Werner Fritsch und Solisten aus den Reihen der Pfarreispatzen. In der evangelischen Erlöserkirche umrahmten Lutz Bergmann auf der Gitarre und Tabea Schornbaum auf der Flöte den Gottesdienst.

Die Gestaltung in der St. Peter Kirche hatte Martina Wührl organisiert. Dort begleitete Organist Edmund Reindl die Gruppe. Die jungen Organisatoren sind sich sicher, dass durch ihre Aktionen alle drei Kirchen mehr Zulauf als üblich hatten.

SpendenkontoWer Alazaar mit einer Spende unterstützen will, kann das mit einer Überweisung auf das Konto der Katholischen Kirchstiftung. Verwendungszweck: "Alazaar: IBAN: DE50753500000000102756; BIC: BYLADEM1WEN
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