KAB zeichnet verdiente Mitarbeiter aus
Rote Ehrennadeln am Revers

Drei rote Ehrennadeln hatte Diözesansekretär Martin Schulze (Zweiter von rechts) dabei. Diese Auszeichnungen verlieh er an (von links) Marita Philipp, Vorsitzende des Ortsvereins Waldershof, Stadtpfarrer und Präses Georg Flierl vom Ortsverein Tirschenreuth sowie Monika Bauer, Vorsitzende des KAB-Ortsvereins Tirschenreuth. Bild: heb
Vermischtes
Tirschenreuth
27.10.2016
44
0

Natürlich gab es ein herzliches "Vergelt's Gott" für die ehrenamtlichen KAB-Mitstreiter, die in den Ortsverbänden in der ersten Reihe stehen. Aber auch ein sichtbares Zeichen der Anerkennung nahmen drei verdiente Mitglieder aus dem Landkreis entgegen.

Brandaktuelle Themen hatte der Kreisverband der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) bei der Mitgliederversammlung im großen Pfarrsaal auf dem Programm. Diözesansekretär Martin Schulze referierte zu den Freihandelsabkommen Ceta und TTIP. Doch vorher hatte er die ehrenvolle Aufgabe, drei rote Ehrennadeln des Diözesanverbandes zu vergeben.

Nicht selbstverständlich


Um diese Auszeichnung zu bekommen, braucht es entweder den besonderen Vorschlag des Diözesanverbandes - oder die zu Ehrenden müssen mindestens 15 Jahre als Vorsitzende tätig sein. Davor stehen meist noch einige Jahre Mitarbeit in der Vorstandschaft. So bewertete Diözesansekretär Schulze die Richtlinien für die Ehrungen als sehr hochrangig. Sich über einen so langen Zeitraum in einem Verband zu engagieren, als Vorsitzender Verantwortung und Arbeit zu übernehmen, sei keineswegs selbstverständlich.

Soziale Themen


Die Ehrung ging an Stadtpfarrer Georg Flierl, der seit 2001 den Ortsverein Tirschenreuth als Präses begleitet und immer zur Seite stand, wenn er gebraucht wurde, wie es in der Laudatio hieß. Marita Philipp, seit 1991 Mitglied und seit 2001 Vorsitzende des Ortsvereins Waldershof, sei immer bemüht, interessante Veranstaltungen zu organisieren. Und die Dritte im Bunde war Monika Bauer, die seit 1982 Mitglied im Ortsverein Tirschenreuth ist, stellvertretende Vorsitzende von 1994 bis 2013 war, seitdem Vorsitzende ist und zudem seit 2009 als Seniorenbeauftragte arbeitet.

Präses Georg Flierl dankte für die Ehrung und nutzte die Gelegenheit, die Vorstandsteams für die Vereinsarbeit zu loben. Besonders wichtig seien auch die Informationsveranstaltungen zu gesellschaftspolitischen Themen, die von der KAB organisiert wurden. Soziale Themen greife der Verband auf und arbeite hier zum Wohl der Menschen.

Diözesansekretär Martin Schulze hatte danach ein detailliertes Referat zu den umstrittenen Freihandelsabkommen parat. Von den Hintergründen bis zum aktuellen Stand der Verhandlungen stellte er auch die Meinungen der Befürworter oder Gegner zur Diskussion. Seit 2013 gebe es Verhandlungen über die genauen Vertragsbedingungen zwischen Europa und den USA. Im Oktober 2016 habe nun die 15. Runde für TTIP begonnen. Doch trotz der langwierigen Verhandlungen wurde noch "für keines der 27 bis 30 Kapitel des Abkommens eine Einigung erzielt", sagte der Referent.

Ceta und TTIP


Anders sehe es für Ceta aus, dem Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der EU. Hier seien die Verhandlungen im August 2014 abgeschlossen worden, der Vertrag bedürfe jetzt noch der Zustimmung des Europäischen Parlaments. Sollte das Abkommen allerdings in Kraft treten, könne dies die "Blaupause" für TTIP werden. Schulze erklärte mögliche Auswirkungen etwa auf die Landwirtschaft am Beispiel von Milch- oder Fleischwirtschaft.

Der Zusammenschluss der beiden Märkte USA und Europa würde den größten Wirtschaftsraum der Welt schaffen mit etwa der Hälfte des Welthandelsvolumens. Dafür bräuchte es den Abbau sogenannter Handelshemmnisse, angefangen von technischen Gegebenheiten für Autobauer bis zu Regeln für die Finanzmärkte oder Arbeitnehmerschutzgesetze. Betroffen von den Regelungen wären auch die Bereiche Gesundheit, Klima, Umwelt.

Im Klartext könne sich der Verbraucher dann "Chlorhähnchen" vorstellen oder Gentechnik im Getreide aus Richtung USA oder umgekehrt Antibiotika in den Tieren aus Richtung EU. Schulze ging auch auf Themen wie fehlende Transparenz, Investorenschutz, ökologische und soziale Standards näher ein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.