Käferbäume“ rasch aufarbeiten
Nach dem trockenen Sommer sind die Wälder anfällig für Schädlinge

Der trockene Sommer 2015 hat das Wachstum der bayerischen Wälder stark beeinträchtigt.
Vermischtes
Tirschenreuth
22.02.2016
52
0

Des einen Freud, des anderen Leid: Der milde Winter macht den Waldbauern Sorge. Spätestens ab Mitte April schwärmt der Borkenkäfer aus. Und dabei sind die Bäume eh schon durch den trockenen Sommer geschwächt.

Johann Meister, der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth, mahnte in der Jahresversammlung (wir berichteten), "Käferbäume" möglichst schnell aufzuarbeiten und Holz, Äste und Kronenmaterial aus dem Wald zu entfernen.

Aktuell zählt die Forstbetriebsgemeinschaft 1290 Mitglieder. In seinem sehr umfangreichen Rechenschaftsbericht erinnerte Meister an zahlreiche Kurse und Ausstellungen. Die FBG entwickle sich stetig weiter, erinnerte der Vorsitzende an weitere Waldpflegeverträge, unter anderem mit den Städten Tirschenreuth und Bärnau, aber auch mit privaten Waldbesitzern.

Auch in die Geschäftsstelle werde kräftig investiert, eine neue EDV-Technik eingebaut, Tablets angeschafft. Außerdem beziehe die FBG im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten neue Büroräume. Dazu seien aber noch einige Umbauten nötig.

"Der trockene Sommer 2015 hat das Wachstum der bayerischen Wälder stark beeinträchtigt." Der Holzzuwachs sei bis zu 30 Prozent geringer, bei Fichten sogar um mehr als 50 Prozent. Dies habe eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Den entgangene Wertzuwachs bezifferte der Vorsitzende landesweit auf rund 500 Millionen Euro. Der vergangene Sommer habe dem Wald viel Energie gekostet, durch die mangelnde Vitalität seien die Bäume anfälliger gegen Schädlinge. Ab Mitte April drohe bereits der Borkenkäfer,.

Weiter teilte Meister mit, dass der bisherige Förster Michael Pröls ausscheidet und künftig den Posten eines Servicestellenleiters beim Forstbetrieb Waldsassen übernimmt. Sein Nachfolger wird ab März Stefan Gradl aus Tirschenreuth sein. Sehr umfassend und ausführlich war der Bericht von Geschäftsführer Wolfgang Beer, der vor allem auf die Preisentwicklung beim Holz einging. Wegen der Wetterkapriolen gab es bei Fichte und Kiefer enorme Preisrücknahmen.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 36 452 Festmeter vermarktet, wobei den Hauptanteil mit fast 20 000 Festmetern die Firma Ziegler in Betzenmühle bezog. Inklusive Faul- und Brennholz wurden knapp 50 000 Festmeter vermarktet. Nachdem Aurelia Haberkorn einen Einblick in die Bilanzen gegeben hatte ging Holzverkäufer Stefan Haise von der Ziegler Holzindustrie Betzenmühle auf die Entwicklung der Ziegler Group ein.
Der trockene Sommer 2015 hat das Wachstum der bayerischen Wälder stark beeinträchtigt.Johann Meister
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.