Koki sorgt für warme Füße und Köpfe
Stricken am Netzwerk Familie

Zahlreiche Frauen aus dem ganzen Landkreis stricken seit 2011 Socken, Schuhe und Mützen für Neugeborene sowie am Netzwerk Familie. Unser Bild zeigt (sitzend von links) die Stricklieseln: Manuela Wittke, Anita Thoma, Karin Thoma, und Gertrud Binder und (stehend von links) die Leiterinnen der Koki, Pia Kürschner und Marianne Fütterer. Bild: Grüner
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Tirschenreuth
13.05.2016
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Etwa 500 Paar der von Familien sehr geschätzten Fußwärmer gehen jährlich bei der Koki ein. Bild: Grüner

Unzählige Schühchen, Söckchen und Mützchen haben Frauen aus dem gesamten Landkreis als Beigaben für die Begrüßungstasche gestrickt. Die Ware ist gleichermaßen begehrt bei Eltern und deren Nachwuchs.

Egal wo ein Kind im Landkreis zur Welt kommt, keines von ihnen wird so schnell frieren. Dafür sorgen zahlreiche strickbegeisterte Frauen aus dem ganzen Landkreis. Damen der Ebnather Frauen-Union, der Frauenbünde Tirschenreuth, Erbendorf, Pullenreuth, Trevesen und Beidl, des Strickkreises des Mehrgenerationenhauses Mitterteich, des Seniorenkreises Waldershof, des Strickkreises Brand und der "Strickliesel" Kemnath stricken warme Socken, Schuhe und Mützen gegen kalte kleine Füße und Köpfe.

Dazu kommen noch viele "Einzelkämpferinnen" aus Fuchsmühl, Neualbenreuth, Neusorg, Plößberg, Tirschenreuth, Waldeck und Waldsassen. "Seit 2011 läuft die Aktion und wir sind mittlerweile gut ausgestattet mit Wollsachen", sagen die Leiterinnen der "Koordinierungsstelle Frühe Kindheit" (Koki), Pia Kürschner und Marianne Fütterer. Dem Begrüßungspaket für Neugeborene, das neben einem Schreiben des Landrats Elternbriefe, einen Beratungsführer über vorhandene Angebote für Eltern und Kinder und dem Familienwegweiser beinhaltet, liegen auch ein Paar selbst gestrickte Babysöckchen oder -schühchen bei.

500 Paar pro Jahr


Neben dem praktischen Nutzen sollen die Fuß- und Kopfwärmer auch ein Symbol dafür sein, dass der Landkreis intensiv und kontinuierlich an einem familienfreundlichen Netzwerk strickt. 500 Paar Socken und Schuhe werden durchschnittlich pro Jahr gebraucht. Kein wirkliches Problem, denn aktuell sind viele Frauen dabei. Das sei aber kein Grund, dass sich Interessierte nicht einklinken, erklären die Koki-Leiterinnen. "Das Stricken ist wie eine Sucht", sagt Manuela Wuttke aus Fuchsmühl. "Und weil wir Frauen ja bekanntlich multitaskingfähig sind, klappt das auch beim Fernsehen sehr gut", ergänzt sie. Derzeit hat die Koki sogar einen Vorrat an Mützen, Socken und Schuhen angesammelt. Kinder können also kommen. Und da ist Marianne Fütterer recht zuversichtlich. Sie erkennt aktuell einen Trend in Richtung drittes Kind pro Familie.

Übers Radio hatte Sara Schissler aus Murnau von der Strickaktion erfahren und schickt seiter zweimal pro Jahr je 20 Paar Socken. Die Wolle spendieren die Strickerinnen selbst. Mittlerweile ist die Aktion schon so bekannt, dass sie auch viele Wollspenden erhalten. Gertrud Binder aus Waldsassen sagt, dass sie, seit sie zur Riege gehört, kaum ein Textilgeschäft verlässt, ohne Wolle gekauft zu haben. Dass die Begrüßungstaschen gut bei den Familien ankommen, weiß Anita Thoma aus Fuchsmühl. Denn die Familienbeauftragte erlebt es immer wieder, dass sich die Eltern, vor allem für die Strickwaren bedanken.

Frühe Hilfen


Erklärtes Ziel von Marianne Fütterer und Pia Kürschner ist es, die Willkommenskultur für Babys ständig zu erweitern und den jungen Familien Unterstützung durch die Frühen Hilfen zukommen zu lassen. "Wir konnten in den vergangenen Jahren vermehrt Familien-Kinderkrankenschwestern oder Familienhelferinnen der AWO, des Maschinenrings, des hauswirtschaftlichen Fachverbands in Familien vermitteln, um die Eltern bei Bedarf zu beraten und zu entlasten."

Neues Projekt


Im Herbst startet die Koki mit einem weiteren Projekt. Im Landkreis sollen ehrenamtliche Helfer gewonnen werden, die als eine Art Familienpaten andere Familien ganz niederschwellig bei der Kinderbetreuung unterstützen und begleiten. Junge Eltern können sich mit allen Fragen und Anliegen rund um das kleine Kind an die Koki wenden. Die Koordinierungsstelle im ersten Stock des Amtsgebäudes III im Landratsamt ist von Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Die Kemnather Außenstelle im Ämtergebäude ist montags von 8 bis 12 Uhr besetzt. Voranmeldungen sind nicht notwendig.
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