Kunst ist das Herz der Stadt

Interessiert schauten sich die Gäste nach dem offiziellen Teil die Werke an, darunter auch (im Hintergrund) zwei großartige Werke des verstorbenen Ikonenmalers Erich Werner, die er kurz vor seinem Tod fertiggestellt hatte.
Vermischtes
Tirschenreuth
03.11.2016
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Bürgermeister Franz Stahl und Vorsitzende Petra Schicker (vorne) eröffneten vor zahlreichen Vernissage-Gästen die diesjährige Jahresausstellung des Kunstvereins Tirschenreuth. Bilder: ubb (2)

Für den Betrachter ist es Genuss und geistige Herausforderung gleichermaßen: Ausgesprochen ausdrucksvoll gestaltet sich die Jahresausstellung des Kunstvereins Tirschenreuth (KVT).

Was dem einen nicht gefällt, findet der andere großartig. Das ist Kunst. Wird nun aber durchwegs Großartiges geboten, sollte sich das der kritische wie begeisterungsfähige Kunstfreund nicht entgehen lassen. Die Rede ist von der diesjährigen Jahresausstellung des Kunstvereins Tirschenreuth im Museumsquartier. Zahlreiche Exponate verlangen geradezu nach einer längeren Betrachtung mit allen Sinnen.

Seelenbotschaften


Wer sich darauf einlässt, dem öffnen sich viele der gezeigten Werke als eine Art Lebensweisheit, entstanden aus der Symbiose von Farbe, Material und der "Seelenbotschaft" des jeweiligen Künstlers. Dabei macht alleine der Ideenreichtum diese kunstvollen Kompositionen zum Augen-und Sinnesgenuss. Wie immer einen intensiven Blick wert sind Hans-Georg Schulzes grandios-skurrile Skulpturen oder Tom Brankovics religiöse Darstellung der Zeitgeschichte in hoher Vollendungsform. Der Blick des Betrachters darf hängenbleiben an Momentaufnahmen der Natur oder sich verlieren in surrealistischen Traumgebilden: 23 Künstlerinnen und Künstler zeigen 55 ungemein aussagekräftige Exponate.

Arbeiten von vier Schulen


Damit nicht genug, gibt es im Pädagogikraum diesmal den bunt-sortierten Beweis mit Schülerarbeiten aus gleich vier Schulen, dass auch der Nachwuchs den Einzug in die Künstlergilde nicht verschläft. "Unser Kunstverein beweist hohe Qualität über die Stadt hinaus", betonte deshalb auch ein von dieser Schaffenskraft sichtlich beeindruckter Bürgermeister g bei der Vernissage.

Franz Stahl lobte den KVT als eine Gemeinschaft, der enorm zum kulturellen Stadtleben beiträgt. "Ohne Kunst hätte unsere Stadt kein Herz", so Stahl, der mit der Vorsitzenden Petra Schicker auch an das kürzlich verstorbene Mitglied Erich Werner erinnerte. Von dem Meister der Ikonenmalerei sind zwei großartige Gemälde ausgestellt, die Werner erst kurz vor seinem Tod fertiggestellt hatte.

Petra Schicker stellte die Fantasie der Künstler heraus, was mit Unikaten wie "Traumfänger", "Ruhe" und vielen anderen Titeln umgesetzt worden sei. "Träumen Sie sich hinein in die Bilderwelt der Fantasie und erfreuen Sie sich an der Farben- und Formenvielfalt", lud Schicker die Gäste ein. Bestens ausgewählt war das Rahmenprogramm der Vernissage mit Beiträgen junger Nachwuchsmusiker. Rebecca Gürster (17, Saxophon), Susanne Pröls (16, Klavier), Lena Mayerhöfer (16, E-Bass) und Maximilian Würl (14, Schlagzeug) von der Jazz Combo der Kreismusikschule begeisterten mit beschwingtem Musiktalent. Im Nachhinein erzählten die drei Mädchen aus der Musikgruppe erleichtert, dass sie ihr erstes Zusammenspiel für diese Vernissage nur wenige Male gemeinsam proben konnten und sehr aufgeregt gewesen seien. Nach der Vernissage ist vor der Finissage: Die Ausstellung dauert bis 27. November und endet an diesem Tag mit einer Einladung an Interessierte, unter dem Titel "Kunst und Kaffee" die Werke noch einmal bei einer Finissage im Beisein der Künstlern von 14 bis 16.30 Uhr zu genießen. Wie der Titel sagt, wird dazu Kaffee und Kuchen geboten. Bis dahin kann die Jahrespräsentation des KVT zu den angesagten Öffnungszeiten des Museumsquartiers besichtigt werden.
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