Ländliche Gymnasien nicht schlechter stellen
Alle Wege offen lassen

Oberstudiendirektor Georg Hecht, MdL Tobias Reiß und Studiendirektorin Christine Güntner diskutieren die Zukunft ländlicher Gymnasien. Bild: hfz
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Tirschenreuth
22.08.2016
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G 8 oder G 9? Bald sollen die Weichen in der Schullandschaft neu gestellt werden. Der jüngste Vorschlag von Kultusminister Ludwig Spaenle sieht vor, dass die Gymnasien künftig wählen können, ob sie den acht- oder den neunjährigen Zweig anbieten wollen.

MdL Tobias Reiß, Mitglied des Ausschusses für Bildung und Kultus, informierte sich deswegen am Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth über die Ergebnisse des Pilotversuchs "Mittelstufe Plus". Tirschenreuth ist eine von 47 Schulen landesweit, in der es parallel zum achtjährigen Gymnasium auch eine Variante mit neun Jahren gibt. "Die Mittelstufe Plus bietet Schülern mit pädagogischem Bedarf ein Jahr mehr Lernzeit", fasst Schulleiter Georg Hecht die Vorteile zusammen. Dabei werde in den Kernfächern der Stoff von drei auf vier Jahre gedehnt. So lasse sich auch der Nachmittagsunterricht wesentlich reduzieren.

Das Stiftland-Gymnasium bietet im Regelzug ab der achten Jahrgangsstufe fünf Ausbildungszweige an, was aufgrund der relativ geringen Schülerzahl aber nicht für den Mittelstufe-Plus-Zug gilt. Grundsätzlich erfreut sich die längere Schulzeit großer Beliebtheit. So haben an den ausgewählten Pilotschulen bayernweit für das kommende Schuljahr 67 Prozent der Eltern Anträge auf Aufnahme in die Mittelstufe Plus gestellt, im zu Ende gegangenen Schuljahr waren es 60 Prozent.

Reiß betont, dass ein dauerhaft tragfähiges Modell eingerichtet werden müsse, das auch den unterschiedlichen Schulstandorten Rechnung trage. "Ländliche Gymnasien dürfen auf keinen Fall schlechter gestellt werden, als die städtischen." Ziel müsse es sein, dass auch den Schülern am Stiftland-Gymnasium weiterhin alle Wege offen stehen, so Tobias Reiß.
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