Lockruf für tschechische Kunden

Chancen für Handel und Tourismus sind die Besucher aus Tschechien. Wie man noch mehr unserer Nachbarn zu einem Besuch in Deutschland bewegen kann, ergründete eine Diskussionsveranstaltung im Rathaus Tirschenreuth. Bild: sbü
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Tirschenreuth
20.11.2016
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Längst ist es selbstverständlich geworden, dass tschechische Kunden hierzulande einkaufen. Vielleicht könnten es sogar noch etwas mehr sein, fragte man sich bei einer Informationsveranstaltung.

Einer IHK-Studie zufolge kommt circa jeder zweite befragte Einwohner Westböhmens mindestens einmal im Jahr zum Einkauf oder zur Freizeit nach Bayern. Das von den westböhmischen Kunden im Landkreis Tirschenreuth ausgelöste jährliche Umsatzpotential liegt bei 11,5 Millionen Euro. Tirschenreuth liegt damit nur knapp unter dem Vergleichswert der Stadt Weiden mit 13,2 Millionen Euro.

Dr. Matthias Segerer von der IHK Regensburg stellte jetzt die Studie anlässlich des Informationsabends "Unsere tschechische Nachbarn - Chancen für Handel und Tourismus" im Rathaus Tirschenreuth vor. Eingeladen hatten Wirtschaftsförderung, Gründerzentrum und IHK. Die IHK-Studie stand im Mittelpunkt der Diskussion am Abend. Schließlich enthält sie noch zahlreiche weitere wichtige Informationen für die einheimische Wirtschaft.

Günstiger Preis


Dazu zählt, dass Besucher aus Westböhmen vor allem die 30 bis 44-Jährigen aus Haushalten mit mehr als drei Personen und mit einem Monatsnettoeinkommen über 1470 Euro sind. Hauptmotive für einen Einkauf in Bayern sind Angebotsqualität und ein oftmals günstigerer Preis als in Tschechien. Die Studie beschäftigte sich aber auch mit der Frage, warum gut die Hälfte der Nachbarn bisher nicht hierher gekommen sind. Denn daraus könnten sich Ansätze für den einheimischen Einzelhandel oder auch den Fremdenverkehr ergeben. Für 39 Prozent ist die Entfernung zu groß, 34 Prozent sehen Sprachprobleme und 29 Prozent finden ein ähnliches Angebot in Tschechien. "Wie kann es gelingen noch mehr Besucher und Kunden aus Tschechien in die nördliche Oberpfalz zu locken" stand als Ausgangsfrage im Raum. Wirtschaftsförderer Manfred Dietrich hat sie formuliert. Die IHK hatte in ihrer Studie dafür ein ganzes Handlungskonzept vorgelegt. Überschrieben ist dies mit "Kooperation der Akteure" und enthält viele Vorschläge für eine "Willkommenskultur". Sie reichen von kulturellem Austausch bis hin zur Aufstellung von Schildern und Transparenten in tschechischer Sprache.

Shuttle-Busse


Shuttle-Buslinien, Internetstrategien bis hin zu Kombination von Freizeiterlebnissen und Einkaufen, Tourismus und Stadtmarketing sind weitere Stichworte. Die Liste kann auf der Internetseite der IHK wwwhttp://standortportal.bayern/de/Anhaenge/tschechis... nachgelesen werden. Mehrfach schlug Dr. Segerer vor, dass sich die Akteure zusammenschließen sollten um grenzüberschreitend aktiv zu werden. Ähnliche Empfehlungen formulierte auch der Journalist Jürgen Herda von Oberpfalzmedien. PR-Stategien sollten immer fragen "Ist das Produkt für tschechische Kunden geeignet?" Die Homepage Goldene Straße könnte zur "Landing Page" für Aktionen wie zum Beispiel "Mikro-Region Zoigl Viereck" werden.

Landrat Wolfgang Lippert schlug vor "wir sollten unsere Infrastruktur nutzen, dann Pakete bilden und erst dann auf den tschechischen Markt gehen". Welches Potenzial die tschechischen Besucher bilden, deutete Tirschenreuths Bürgermeister Franz Stahl an. "50000 Menschen aus Tschechien besuchen jährlich unser Freibad".
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