„Macht was draus“

Nach über 30 Jahren endet auch für Lehrer Heiner Hofmann die Schule. Uschi Huber dankte für die jahrzehntelang hervorragende Arbeit.
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Tirschenreuth
25.07.2016
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Nach der Zeugnisübergabe am Sonderpädagogischen Förderzentrum gehen die jungen Leute jetzt ihren eigenen Weg. Im Bild die Entlassschüler mit Schulleiterin Uschi Huber (links), 2. Bürgermeister Peter Gold (Dritte von links) und Landrat-Stellvertreter Dr. Alfred Scheidler. Bilder: axs (2)

"Boxt euch durchs Leben", diesen und andere gute Ratschläge bekamen am Freitag die neun Entlassschüler des Sonderpädagogischen Förderzentrums mit auf den Weg. Denn ab sofort müssen die jungen Menschen ihren eigenen Weg gehen. Der Lebensabschnitt "Schule" ging mit der Zeugnisübergabe zu Ende. Ein Stück gemeinsame Vergangenheit wird den Jugendlichen aber für immer bleiben.

Zahlreiche Ehrengäste durfte Uschi Huber, Schulleiterin des SFZ, am Freitag in der kleinen Aula begrüßen. "Die sind alle wegen euch gekommen", sagte die Schulleiterin stolz an ihre Entlassschüler gewandt. Denn die neun Jugendlichen, die am Ende der Veranstaltung ihre Abschlusszeugnisse in die Hand gedrückt bekamen, waren die Hauptdarsteller des Vormittages.

Ein Paar Boxhandschuhe


In ihrer Ansprache an die Absolventen zeigte sie anhand von Marcel Meier, worauf es im zukünftigen Berufs- und Ausbildungsalltag ankommt. Marcel Meier steht nämlich seit vielen Jahren im Boxring. Nachdem ihm seine Mutter 2008 ein Videospiel mit dem Thema schenkte, war eine Leidenschaft geweckt. Der Junge begann Jahre des Trainings und der Entbehrungen. Bis zu fünf Mal pro Woche wurde er in Weiden bei einem Boxclub ausgebildet. Im Gegenzug verzichtet er strikt auf Alkohol, Nikotin und andere Arten von Drogen. Er hat alles seinem Ziel untergeordnet, im Sport erfolgreich zu sein. Und das ist ihm gelungen. "Marcel ist geradlinig seinen Weg gegangen und alle seine Tugenden umgesetzt", resümiert Uschi Huber stolz. Und diesen Eifer und Willen wünscht sie sich von allen ihren verabschiedeten Schützlingen. Dafür bekamen diese alle ein kleines Paar Boxhandschuhe um sich immer an den Rat der Schulleiterin zu erinnern.

Nicht mehr an der Hand


Der stellvertretende Landrat Dr. Alfred Scheidler erinnerte sich zurück an seine Schulzeit in den 80er Jahren und beglückwünschte alle Entlassschüler zu ihrem Abschluss. Gleichzeitig mahnte er auch, dass sie jetzt nicht mehr von Lehrern oder Schulbegleitern an die Hand genommen würden, sondern sich selbst zurechtfinden müssen. Pfarrer Ralph Knoblauch und Präses Martin Neuhauser sprachen den Schüler ebenfalls ihren Glückwunsch und Gottes Segen aus.

Musikalische und schauspielerisch begleitet wurde die Feier von den verschiedenen Gruppen des SFZ. Zum Ende dann stand der Höhepunkt für die Entlassschüler auf dem Programm. Nach zahlreichen Danksagungen sowohl von den Lehrkräften, als auch von den Schüler selbst überreichte die Klassenlehrerin Veronika Gradl-Keis ihnen die Zeugnisse. "Macht was draus", ermahnte sie ihre ehemaligen Schützlinge, die teilweise in berufsvorbereitende Maßnahmen gehen oder Ausbildungsplätze antreten.

Abschied nach 30 Jahren


Neben den Schülern verabschiedeten sich auch einige Lehrkräfte vom SFZ. Besonders fehlen wird im kommenden Schuljahr SFZ-Urgestein Heiner Hofmann. Seinem Antrag auf vorzeitigen Ruhestand wurde Anfang des Jahres stattgegeben. Schulleiterin Uschi Huber bedankte sich bei ihrem langjährigen Kollegen für die hervorragende Arbeit die er mit den Kindern über Jahrzehnte hinweg geleistet hat: "Wir freuen uns mit dir, sind aber auch etwas traurig."

Hofmann, der seit Anfang der 80er Jahre in Tirschenreuth im Einsatz ist hat drei Schulleiter am SFZ erlebt und zeigte sich sichtlich gerührt von den Worten: "Es tut gut auch als Lehrer einmal gelobt zu werden."
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