Neues Gerätehaus für die Feuerwehr Tirschenreuth
Zum Jubiläum neues Zuhause

Dunkles Holz und ein imposanter Schlauchturm - das neue Gerätehaus der Tirschenreuther Feuerwehr zeigt die Handschrift der Gebrüder Brückner. Nach den Plänen der renommierten Architekten soll das rund 4,4 Millionen Euro teure Gebäude rechtzeitig zum 150. Jubiläum 2018 fertig sein. Illustration: Brückner & Brückner
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Tirschenreuth
26.08.2016
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Am Computer hat das neue Feuerwehrhaus schon Form angenommen. Der rund 90 Meter lange Bau verfügt zur Bundesstraße 15 hin über neun Ausfahrten sowie einen 25 Meter hohen Schlauch- und Übungsturm. Im Sommer 2018 soll der Bau fertiggestellt sein, Kosten rund 4,4 Millionen Euro. Nach den Vorstellungen der Planer wird der Bau mit dunklem Holz verkleidet. Plan: Brückner & Brückner Architekten (2)

Kaum ist der Alarmruf draußen, rücken die Mitglieder der Feuerwehr zum Einsatzort aus. In zwei Jahren starten die Fahrzeuge aus dem neuen Gerätehaus an der Mitterteicher Straße. Für den Bau hat der Stadtrat gestern die Feinplanung in Auftrag gegeben.

Dabei ist die Vision vom neuen Feuerwehrhaus schon weitaus mehr als eine vage Annahme. Das Architekturbüro Brückner & Brückner hatte für den nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung am 8. August schon eine sehr anschauliche Vorstellung des neuen Gerätehauses vorgelegt. Auffällig der 25 Meter hohe Schlauchturm und das funktionelle Nutzungskonzept, aber auch die dunkle Holzverkleidung. Auf dem Weg zum neuen Gerätehaus geht die Stadt von rund 4,4 Millionen Euro an Baukosten sowie rund 700 000 Euro Förderung aus.

Dabei haben sich Stadt und auch Brandschützer die Entscheidung nicht leicht gemacht. Seit Jahren schon beschäftigt der Zustand des bestehenden Gerätehauses die Gremien. Der Bau am Lengenfelder Weg stammt aus den 60er Jahren und bräuchte dringend eine Anpassung an die aktuellen Anforderungen, etwa den Einbau höherer Tore. Daneben ist die innerstädtische Lage heute kein Vorteil mehr. Am Ende haben die Berechnungen zugunsten eines Neubaus gesprochen.

Strategisch günstige Lage


Und mit dem rund 8000 Quadratmeter großen stadteigenen Grundstück an der Mitterteicher Straße stand dann auch eine strategisch günstig gelegene Fläche zur Verfügung. Dort könnte im Anschluss an die Feuerwehr (4000 qm) auch der Bauhof ein neues Zuhause finden. Beide Einrichtungen würden zudem aus der direkten Nachbarschaft Vorteile ziehen können. Im vergangenen Jahr erfolgte die Ausschreibung, bei der das Architekturbüro Brückner & Brückner das wirtschaftlichste Angebot vorgelegt hat. Nach gut einem Jahr Planungen wurde dem Stadtrat jetzt ein sehr detailliertes Konzept des neuen Feuerwehrhauses präsentiert, das vor allem mit seiner Funktionalität besticht. Auf dem Plan verfügt der rund 90 mal 30 Meter große einstöckige Baukörper zur Straße hin über neun Ausfahrten für die Feuerwehrfahrzeuge sowie eine kleine Werkstatt, eine Waschhalle und den Schulungsraum. Entlang der Rückseite finden sich die Funktionsräume, wie Umkleiden oder Toiletten.

An der Rückseite des Grundstücks können auch die Privatautos der Helfer abgestellt werden, die dann durch die Funktionsräume die Fahrzeughalle erreichen. Markant ist der rund 25 Meter hohe Schlauch- und Übungsturm an der Südost-Seite (zur Stadt) des Gebäudes. An dieser Seite des Gerätehauses finden sich dann auch eine Art Foyer und Büroräume. Das Foyer könnte etwa als Ausstellungsfläche für die historische Pumpe oder für alte Uniformen genutzt werden. Zur ersten groben Kostenschätzung von vier Millionen Euro kommen rund 400 000 Euro hinzu, erfuhren die Stadträte bei der Präsentation vor rund drei Wochen. Gut 100 000 Euro etwa werden für die Atemschutzräume des Landkreises nötig. Dort wird einmal die Wartung der Geräte der Feuerwehren aus dem Landkreis passieren.

Auf Bohrpfählen


Gut 180 000 Euro braucht es für eine Verbesserung der Bodenverhältnisse. So wird das Gebäude teilweise auf Bohrpfählen stehen. Notwendig werden auch Aufwendungen für das Grundwasser. Durch strengere Vorgaben, etwa bei der Energieeinsparung, wurde anstelle der Gastherme eine Pelletsheizung eingeplant. Bei der Finanzierung der Maßnahme geht die Stadt von einem Zuschuss von rund 700 000 Euro aus. Im vergangenen Jahr waren bereits 300 000 Euro im Haushalt eingetragen, heuer sind weitere 100 000 Euro vorgesehen. In der Hauptphase 2017 werden rund 2,7 Millionen Euro eingeplant, 2018 weitere 900 000 Euro. Das ergibt die ursprüngliche Kostenschätzung von vier Millionen Euro. Die Mehraufwendungen von 400 000 Euro werden auf die Jahre 2017 und 2018 verteilt.

Lob für Funktionalität


Bei der Präsentation wurde im Gremium vor allem die Funktionalität der Planung herausgestellt. "Es ist ein raffiniertes Konzept und gut gelungen", bescheinigte etwa Paulus Mehler (CSU). So werde auch das Platzangebot sinnvoll ausgenutzt. Vom Stadtrat wurde in der nichtöffentlichen Sitzung am 8. August der Planung zugestimmt und das Förderantragsverfahren eingeleitet. Gestern folgte die Bekanntgabe dieses Beschlusses.

2018 Feuerwehr-Jubiläum


Damit könnte noch in diesem Jahr der Bauantrag folgen. Der Bau soll dann im kommenden Jahr starten. Im Sommer 2018 rechnet Bürgermeister Franz Stahl dann mit der Fertigstellung. In diesem Jahr kann übrigens auch das 150-jährige Bestehen der Tirschenreuther Feuerwehr gefeiert werden.
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