Nur die Bibel im Gepäck

Irmgard Hilmar (links) ist Journalistin und Vorsitzende des Vereins "Ghana-Hilfe Pfarrer Renner". Sie übernahm beim Vortrag auch den Bücherverkauf. Der Geistliche (Zweiter von links) schilderte im großen Pfarrsaal seine Motivation, mit 73 Jahren noch einmal nach Ghana aufzubrechen. Bild: wg (2)
Vermischtes
Tirschenreuth
01.07.2016
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"Ich habe nur gläubige Jugendliche." Zitat: Pfarrer Josef Renner

"Den Armen dort helfen, wo sie leben." Das ist das Lebensmotto von Pfarrer Josef Renner. Deshalb hält es den Missionar weiter in Afrika. Bei Besuchen in Deutschland erzählt er über seine Arbeit und bittet um Unterstützung.

Von Kindesbeinen an hatte Renner den Wunsch, als Missionar denen zu helfen, die nicht das Glück hatten, in Bayern geboren zu sein. Über 70 Jahre ist der Geistliche alt, war im Ruhestand schon "weg von der Mission". Doch Josef Renner zog es wieder nach Ghana, um "Mit Christus mitten unter den Menschen" zu sein.

Beim Vortrag mit Autorenlesung durch Irmgard Hilmer nimmt er die Gäste ein bisschen mit auf seinen Weg. Vorgestellt wurde auch sein jüngst erschienenes Buch. Eingeladen hatten die Pfarrei Tirschenreuth und die Katholische Erwachsenenbildung ( KEB).

Pfarrer Josef Renner ist einer der wenigen Missionare, der nach 24 Jahren Seelsorge in der Diözese Regensburg ein weiteres Mal aufgebrochen ist, um mit den Armen zu leben und ihre Not zu lindern. Statt "in Rente", lebt er seit fast drei Jahren im ghanaischen Chamba-Odormi - und ist glücklich dabei. Der Seelsorger hat dort ein Schulzentrum aufgebaut, ein Kloster, eine Kirche gebaut.

Dritte Reise nach Afrika


Warum die Kirche schon wieder zu klein ist, warum ihm die Jugend die Kraft zum Durchhalten gibt, welche Erfahrungen er in Bezug auf Veränderungen in der Missionsarbeit erlebte, erfuhren die vielen Zuhörer beim zweigeteilten Vortrag. 2013 feierte Renner sein 40-jähriges Priesterjubiläum, im gleichen Jahr erschien sein erstes Buch. Darin gibt er tiefe Einblicke in sein Leben und seinen Glauben. Er erzählt Episoden aus seinem Leben - von der Kindheit bis zu seiner Missionarstätigkeit in Ghana und Indien. Renner, geboren in Untersteinbach bei Süßenbach, ist Missionar aus Leidenschaft und zur Zeit auf Heimaturlaub, auch um sich gesundheitlich durchchecken zu lassen. Am 11. Juli kehrt er nach Ghana zurück. Schon als Diakon war Renner in Ghana. Von 1977 bis 1989 kehrte er dorthin zurück, ab 1989 war er 20 Jahre lang Pfarrer in Kollnburg im Bayerischen Wald. Aber Ghana ließ ihn nicht mehr los. Als er 2013 mit 70 Jahren in den Ruhestand ging, brach er zum dritten Mal nach Westafrika auf - nur mit einer Bibel im Gepäck. In seinem ersten Buch "Ohne Christus wäre ich verzweifelt" berichtet der Missionar von seinen ersten Jahren in Ghana. Im zweiten Buch (auch in der St. Peter-Buchhandlung erhältlich, Preis 19,80 Euro die komplett an die Mission gehen) "Mit Christus unter den Menschen" erzählt er über seinen Aufbruch und seine Arbeit in Ghana.

Als Renner vor drei Jahren seine ehemalige Missionsstation Chamba wieder erreichte, gab es viel zu tun: Hatte Chamba bei der Gründung 1500 Einwohner, leben jetzt mehr als 20 000 Leute dort. Renner kümmerte sich um die Schulbildung, den Aufbau von Kirche oder Wasser- und Stromversorgung. 18 Gebäude sind bereits entstanden: darunter ein neues Kloster oder ein Laden, der den Tagesausflug zum Einkauf in die nächste Stadt erspart.

Weiteres Wohnheim


Durch die "Ghana-Hilfe Pfarrer Renner" wuchs das Bildungszentrum und bietet derzeit über 660 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung. "Ich habe nur gläubige Jugendliche", erzählt der Geistliche beim Vortrag in Tirschenreuth. Dank Patenschaften wird über 100 Kindern der Schulbesuch mit Unterbringung im Internat ermöglicht. 2013 wurde der Geistliche zum Schulseelsorger in Chamba ernannt. Und Josef Renner setzt auch seine Pension für das Ziel der Ausbildung der jungen Leute ein, bezahlt 45 Lehrer. Eines des nächsten Ziel ist der Bau eines weiteren Mädchen- und Jungenwohnheims.

Ein Beitrag dazu sind auch die Spenden aus Tirschenreuth. Nach dem Vortrag übergaben Pfarrer Georg Flierl und geschäftsführender KEB-Bildungsreferent Hans Stelzl den aufgestellten Spendenkorb.

Ich habe nur gläubige Jugendliche.Pfarrer Josef Renner
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