Öffentliche Ladesäule für E-Autos seit einem Jahr in Betrieb - Leise Flotte wächst: 75 ...
Einmal kostenlos volltanken, bitte

Franz Heinrich ist seit Jahren überzeugter E-Auto-Nutzer. Der Tirschenreuther tankt zwar üblicherweise Strom zu Hause, aber gelegentlich steht sein "Think City" auch an der Ladestation vor dem Landratsamt. Archivbild: as
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Tirschenreuth
05.08.2016
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Zugegeben, ein Verkaufsschlager sind E-Autos trotz staatlicher Prämie noch lange nicht. Aber auch im Landkreis wächst die leise Flotte an elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Und auch das Netz an öffentlichen Ladestationen wird langsam dichter. Seit gut einem Jahr gibt es eine kostenlose Stromtankstelle direkt vor dem Landratsamt. Wir befragten Pressesprecher Walter Brucker zu den Erfahrungen.

Wie viele Stammkunden haben sich inzwischen eine Berechtigungskarte zum Stromzapfen geholt?

Walter Brucker: Die Stromtankstelle vor dem Landratsamt gibt es seit Juli 2015. Seitdem haben 22 sogenannte Dauerkunden aus dem Landkreis eine Nutzerkarte erhalten.

Wie ist das Prozedere, wenn jemand Strom tanken will?

Im Vorzimmer von Landrat Wolfgang Lippert (Amtsgebäude I, Erdgeschoss) kann eine Ladekarte gegen 20 Euro Pfand abholt werden. Mit der Karte muss dann eine von zwei Steckdosen an der Ladesäule freigeschalten werden, Auto anschließen - und schon fließt der Strom. Wird die Ladekarte von Touristen oder Tagesgästen nur einmal benützt, wird die Karte nach Abschluss des Ladevorgangs im Vorzimmer wieder zurückgegeben. Ansonsten kann die Ladekarte natürlich auch für einen längeren Zeitraum behalten und verwendet werden.

Und wie lange dauert so ein Ladevorgang im Schnitt?

Die Ladezeit hängt vom Automodell und vom Akku ab und liegt zwischen 30 Minuten und 6 Stunden.

Kann ein Autofahrer auf der Durchreise Strom tanken, wenn das Landratsamt und damit die Kartenausgabe geschlossen ist?

Nachdem das Vorzimmer des Landrats üblicherweise von 7 bis 16.30 Uhr besetzt ist, kann ein durchreisender Autofahrer außerhalb dieser Zeiten ohne diese notwendige Ladekarte leider keinen Strom tanken. Unsere E-Stromtanksäule stammt von der Firma Bayernwerk. Solche Tanksäulen stehen beispielsweise auch in anderen Städten wie Bayreuth oder Schwandorf. Schade ist, dass diese Ladesäulen untereinander nicht kompatibel sind, so dass letztendlich für jedes Modell nur die eigenen Ladekarten benützt werden können. Unsere Karten funktionieren also nicht an anderen Tanksäulen; dies gilt natürlich auch umgekehrt.

Vor einem Jahr waren im Landkreis 43 Elektroautos gemeldet. Hat sich diese Zahl erhöht?

Zum 30. Juni 2016 waren im Landkreis 75 E-Autos gemeldet, davon 29 reine Elektro-Fahrzeuge und 46 sogenannte Hybrid-Pkws. Außerdem sind 2 Elektro-Lkws und 14 Elektro-Mopeds angemeldet.

Können auch E-Bike-Besitzer die Ladestation nutzen und wie ist die Resonanz?

Selbstverständlich können auch E-Bikes hier aufgeladen werden. Autos sieht man immer wieder an der Ladestation stehen. Elektroräder konnte ich zumindest noch nicht feststellen. Eine eigene E-Bike-Ladestation für Fahrräder steht in Tirschenreuth auch direkt am Museumsquartier in der Regensburger Straße zur Verfügung.

Gibt es noch andere Ladestationen für E-Autos im Landkreis?

Die nächste Zapfsäule befindet sich in der Äußeren Regensburger Straße in Tirschenreuth beim Autohaus Gradl. Weitere Stationen in anderen Orten des Landkreises sind mir nicht bekannt. Es gibt aber im Internet Portale, wo das gesamte E-Zapfsäulennetz abgebildet ist.

Geht der Kreis mit gutem Beispiel voran und hat selbst E-Autos im Fuhrpark?

Bereits seit November 2015 ist in unserer Tiefbauabteilung ein E-Golf als Dienstfahrzeug im Einsatz. Dieses Fahrzeug hat eine Reichweite von etwa 130 bis 190 Kilometern. Der E-Pkw hat die Erprobungsphase bestens bestanden und wird von den Kollegen gern angenommen.

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Weitere Informationen im Internet:

www.ladeatlas.elektromobilität-bayern.de

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