Pfarrer Ralph Knoblauch geht in den Ruhestand
Ökumene auch am Wochenende

Nach 17 Jahren verlässt Pfarrer Ralph Knoblauch Tirschenreuth. Am Sonntag wird er im Beisein von Kreisdekan Dr. Wenrich Slenczka offiziell verabschiedet. Sein Ruhestand beginnt am 1. Oktober. Bild: Grüner
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Tirschenreuth
22.07.2016
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Nach 33 Jahren im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche geht Pfarrer Ralph Knoblauch zum 1. Oktober in den Ruhestand. Er verlässt zwar Tirschenreuth, aber nicht die Region.

Seit 17 Jahren ist Ralph Knoblauch Pfarrer in der Gemeinde Tirschenreuth, zu der auch Mähring, Bärnau und Falkenberg gehören. Geboren ist der 65-Jährige in Berlin. In Bayern lebt er seit 1971. Acht Jahre Bundeswehr absolvierte er bei der Luftwaffe in Erding. Dort lernte er seine Ehefrau Elisabeth kennen. Anschließend absolvierte Ralph Knoblauch am Seminar für Spätberufene in Neuendettelsau sein Theologiestudium.

Er war 16 Jahre lang Pfarrer in Waldmünchen und übernahm 1999 die Pfarrei in Tirschenreuth. Obwohl er und seine Frau Elisabeth gerne in Tirschenreuth leben und hier nichts vermissen, schlagen sie das nächste Kapitel ihres Lebens in Weiden auf. Das hat mehrere Gründe. Zum einen sei es nicht gut, wenn der langjährige Pfarrer seinen Ruhestand am ehemaligen Wirkungsort verbringt, meint Knoblauch. "Mein Nachfolger soll sich frei entfalten können und nicht das Gefühl haben, dass ihm der Vorgänger ständig im Nacken sitzt."

Ein weiterer Grund ist schlicht der Umstand, dass es in Weiden einen Bahnhof gibt. "Sollte ich mal nicht mehr Auto fahren, ist der Zug ein probates Mittel, die beiden Töchter in Nürnberg und Regensburg zu besuchen." Nicht zuletzt kann der künftige Pfarrer im Ruhestand von Weiden aus Vertretungen im Dekanat übernehmen.

Breitgefächertes Angebot


An seiner Tirschenreuther Gemeinde schätzt Pfarrer Knoblauch das breitgefächerte kirchenmusikalische Angebot. Außerdem lag ihm der Kindergarten sehr am Herzen. Er war auch ein Grund dafür, dass er sich nach Tirschenreuth beworben hat. Bis zu seinem 60. Geburtstag hielt er Religionsunterricht, zunächst am Gymnasium und später an der Grundschule.

Zu seinen Hauptaufgaben zählt Pfarrer Knoblauch die Verkündigung im Gottesdienst und die Besuche in der Gemeinde. Viele Jahre leitete er den Seniorenkreis. "Für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen konnte ich mich stets auf engagierte Gemeindeglieder verlassen."

Seit fünf Jahren war der Geistliche auch für die Pfarramtsführung in Waldsassen zuständig. Dort leben etwa 700 Gemeindeglieder. In Tirschenreuth gab es zu Beginn noch 1025, heute sind es etwa 900. "Das liegt unter anderem daran, dass es in Tirschenreuth dieses Jahr bereits 20 Beerdigungen gab, aber nur eine Taufe."

Während seiner Amtszeit wurde die Erlöserkirche renoviert und der Kindergarten bekam eine Fluchttreppe. "In der Ökumene haben wir einiges bewegt", sagt Knoblauch. So finden jedes Jahr im Januar und im Mai ökumenische Gottesdienste statt, in denen der jeweilige Pfarrer in der anderen Kirche predigt. Eine große Sache sei auch das ökumenische Frauenfrühstück, das von katholischen und evangelischen Frauen vorbereitet wird und bis zu 300 Interessierte anlockt.

Viele Einweihungen


Völlig fremd waren Pfarrer Knoblauch als er hier herkam die vielen Einweihungen, die er und der jeweilige katholische Kollege gemeinsam vorgenommen haben. Das ökumenische Frühgebet, das an jedem ersten Donnerstag im Monat um 6.30 Uhr im evangelischen Gemeinderaum stattfindet, gibt es bereits seit 30 Jahren. Neu ist das gemeinsame Friedensgebet an jedem dritten Freitag des Monats im Fischhofpark. Hier engagieren sich besonders Laien beider Kirchengemeinden. Für die Zukunft wünscht sich Pfarrer Knoblauch, dass Christen beider Konfessionen auch am Samstagabend beziehungsweise am Sonntagmorgen gemeinsam Gottesdienste feiern können.

Abschied am Sonntag


Am Sonntag, 24. Juli ist die offizielle Verabschiedung von Pfarrer Ralph Knoblauch durch Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Der Gottesdienst beginnt um 14 Uhr in der Erlöserkirche. Die weltliche Verabschiedung mit Grußworten ist anschließend im Kettelerhaus. "Zu beiden Veranstaltungen ist die ganze Gemeinde herzlich eingeladen", sagt der Pfarrer.

Das liegt unter anderem daran, dass es in Tirschenreuth dieses Jahr bereits 20 Beerdigungen gab, aber nur eine Taufe.Pfarrer Ralph Knoblauch
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