Sicherheitsgipfel im Tirschenreuther Landratsamt
Drogen sind ein großes Problem

Aufmerksam lauschte Landrat Wolfgang Lippert den Ausführungen von Polizeipräsident Gerold Mahlmeister. Fazit des Landkreischefs nach dem Gespräch: Der Landkreis Tirschenreuth ist sicher. Bild: wb
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Tirschenreuth
17.05.2017
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Über eineinhalb Stunden analysieren Landrat Wolfgang Lippert und die Führungskräfte der Polizei Unfallzahlen, Straftaten und Kriminalitätsraten im Landkreis. Anschließend verkündet Lippert: "Der Landkreis ist sicher." Doch es gibt auch ein Problem, für das keiner eine Lösung hat.

Die gesamte Führungsspitze der Polizeiinspektionen im Landkreis war zum Sicherheitsgipfel ins Landratsamt gekommen. Zusammen mit Polizeipräsident Gerold Mahlmeister, -vizepräsident Michael Liegl und Polizeirat Christian Kiener vom Polizeipräsidium Oberpfalz analysierte sie eingehend die Entwicklungen und die Situation im Landkreis Tirschenreuth. Schwere Unfälle kamen ebenso zur Sprache wie Probleme mit Reichsbürgern. Und natürlich die Drogenkriminalität.

Problem mit Drogen


Genau die ist im Landkreis Tirschenreuth ein großes Problem, für das auch der Polizeipräsident keine Lösung hat. "So lange es in Eger ein Einkaufsparadies gibt für Waffen und Drogen, werden wir hier keinen Rückgang zu verzeichnen haben", befürchtete der Landrat. Aber er gewann auch diesen Zahlen etwas Positives ab. Es handle sich bei den meisten aufgedeckten Fällen um Durchreisende, die aus Großstädten oder anderen Regionen kämen. Fazit des Kommunalpolitikers: "Die Region ist sicher. Der Landkreis ist sicher. Leute, die nichts Gutes im Schilde führen, sollen einen Bogen um unseren Landkreis machen."

Mehr Verkehrsunfälle


Die Zahl der gemeldeten Verkehrsunfälle ist zwar um knapp 100 auf 2140 angestiegen. Dafür ist die Zahl der dabei Getöteten um ein Opfer auf 5 zurückgegangen. Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden (233) und den Verletzten (340) gab es nur geringfügige Veränderungen. Um 7 auf 27 angestiegen ist die Zahl der Alkoholunfälle. Die dabei Verletzten haben sich mit 15 mehr als verdoppelt. Dafür gab es 2016 kein einziges Todesopfer, für das Alkohol am Steuer der Grund war (im Vorjahr 1). Rückläufig ist die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle (71). Und was den Landrat und die Polizei besonders freut: Es gab keinen einzigen Schulwegunfall.

Leicht zugenommen haben die Straßenkriminalität (288 Fälle/+20) Prozent), die gefährlichen und schweren Körperverletzungen (41 Fälle/+ 9), die Diebstahlskriminalität (632/+23) und die Wohnungseinbrüche (32/+10). Die Aufklärungsquote im Landkreis Tirschenreuth lag mit 74,3 Prozent (inklusive Aufenthaltsrecht) etwas über dem Vorjahreswert. Bei der Rauschgiftkriminalität gab es mit 330 Fällen eine Steigerung um 17,9 Prozent. Ähnlich hoch war die Zunahme bei den Sachbeschädigungen (292 Fälle/+ 18,2 Prozent).

Die meisten Zahlen entsprächen dem Bayerntrend, meinte der Polizeipräsident. Die Zunahme bei den Kontrolldelikten kennzeichne eine aktive Polizei, betonte der Präsident. Ausdrücklich hob er die gute Zusammenarbeit von Bundes- und Landespolizei im Landkreis Tirschenreuth hervor. "Wir sind hier gut aufgestellt." Voll des Lobes war der Beamte auch für die Aktionen "Der mim Board foahrt" des Landkreises und "Houst a Hirn, lousd as Handy liegn" des Kreisjugendrings, für das der Polizeipräsident unlängst sogar die Patenschaft mit übernommen hat. Allerdings, so gab der Franke unumwunden zu, habe er mit der Aussprache des Slogans noch so seine Schwierigkeiten.
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