Simon Bäuml gibt Einblick in die Berufsimkerei
Mit 1000 Völkern auf Wanderschaft

Simon Bäuml ist Imker von Beruf. Eine faszinierende Aufgabe, die jedoch auch vollen Einsatz verlangt.
Vermischtes
Tirschenreuth
09.04.2016
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Sein Hobby zum Beruf gemacht hat Simon Bäuml, zweiter Vorstand des Imkervereins Tirschenreuth und passionierter Imker. Angestellt bei einer Berufsimkerei in Südhessen, gab er nun bei der Jahreshauptversammlung im FC-Sportheim einen kleinen Einblick in seine vielfältige Arbeit. Viele Imker waren gekommen, unter ihnen auch Kreisvorsitzender Hans Schön.

Zunächst jedoch fasste Vorstand Helmut Standfest das Jahresgeschehen zusammen. 2015 sei ein gut durchschnittliches Honigjahr gewesen. "Der Ertrag an Blütenhonig war gut, der Sommerhonig hätte etwas besser sein können", resümierte Standfest. Der Honigmarkt sei leer gekauft und die Nachfrage, auch von Seiten der Erzeugergemeinschaften, wäre groß.

"Während der Königinnenbegattung herrschte schlechtes Wetter, was den Erfolg stark beeinträchtigte", bedauerte Standfest. Zu den Aktivitäten gehörte wiederum die Teilnahme am Ferienprogramm. 16 Kinder sind ge- kommen und hatten ihren Spaß beim Honigschleudern. In diesem Zusammenhang danke er Dr. Manfred Scheffler und Helmut Weiß für die enorme Arbeit. Aktuell zähle der Verein 35 Mitglieder, die 328 Völker betreuen. Besonders erfreulich sei die Aufnahme zweier neuer Mitglieder. Leider bezuschusst die EU die Varroa-Bekämpfungsmittel heuer letztmalig. Vonseiten des Landratsamtes strebe man jedoch eine freiwillige Lösung an. Die Behandlungsmittel können noch bis 17. April beim Vorstand bestellt werden.

Gefahr durch Beutenkäfer


Immer mehr in das Bewusstsein der Bienenzüchter gräbt sich die Bedrohung durch den Beutenkäfer. Von Sizilien kommend, breite sich dieser weiter nach Norden aus und es gebe kein wirkungsvolles Gegenmittel, wusste Standfest. In Deutschland sei allerdings noch kein Befall bekannt. Dennoch forderte Standfest zur Vorsicht auf und warnte vor Bienenimporten aus dem Ausland.

Die Entscheidung, ob der Imkerstammtisch wegen des mangelnden Besuchs fortgeführt wird, ließ sich der Vorsitzende noch offen. Teilgenommen habe man auch am Oberpfälzer Imkertag in Erbendorf. Diesen wertete er als tollen Erfolg für den Veranstalter. Der Bayerische Imkertag findet heuer am 3. und 4. September in Erlangen statt. Einen Ausflug in die Betriebsweise eines Erwerbsimkers unternahm dann Simon Bäuml. Am Beispiel seines Arbeitgebers zeigte er eindrucksvoll die Unterschiede einer Klein- und Großimkerei auf. Dieser gehe mit seinen Völkern in ganz Deutschland "auf Wanderschaft". Dadurch könnten bis zu 18 Sortenhonige geernt werden. "Wir haben keine Bienenhäuser", sagte Bäuml und machte klar, dass hier die Imkerromantik doch etwas verloren geht. Wie sonst lassen sich bis zu 1000 Bienenvölker erfolgreich bewirtschaften.

Die Betriebsstätte sei äußerst modern eingerichtet. Da gebe es Schleuderstraßen mit rotierenden Entdeckelungsmessern, Radialschleudern mit bis zu 130 Waben und eine Mittelwandwalzmaschine. Alles Geräte, die der Hobbyimker nur aus der Fachzeitschrift kennt. Bis zu 90 Prozent seiner Produkte liefert die Berufsimkerei in die Direktvermarktung. Im eigenen Hofladen oder auf den Weihnachtsmärkten in Wiesbaden oder Mainz finden die duftenden Bienenprodukte reißend Absatz.
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